„Die Arbeiten haben etwas schleppend begonnen“ , erklärt Günter Zinn, Technischer Leiter beim TAZV. Ein Kanal, der in alten Dokumenten nicht nachweisbar gewesen sei, hatte der Baufirma Jung ein Rätsel aufgegeben. Erst eine Kamerauntersuchung hatte die Gewissheit gebracht, dass es sich hierbei um die Regenwasseranschlüsse von drei Häusern handelt. „Seitdem sind die Arbeiten aber im Zeitplan“ , so Zinn. Die Straße ist halbseitig gesperrt und eine Ampel regelt den Verkehr.

Straßenstück wird asphaltiert
In den nächsten Tagen soll die Querrinne auf der Straße wieder asphaltiert werden, so Zinn weiter. Die Autofahrer würden aufatmen können, weil ihre Stoßdämpfer wieder geschont würden. An dieser Stelle hat der Schmutzwasserkanal die Straße gequert, um die restlichen elf Grundstücke anschließen zu können. Zinn rechnet damit, dass im November die Arbeiten beendet und der Fußweg wieder in Ordnung gebracht sein wird.
Von der Idee, parallel auch gleich die Trinkwasserleitung zu erneuern, musste sich der TAZV verabschieden. Das wäre zwar sinnvoll gewesen, hätte aber den Etat gesprengt. „Aber die Stadt- und Überlandwerke verlegen neue Gasleitungen, so dass in den nächsten Jahren die Straße nicht mehr aufgerissen werden muss“ , sagt der Fachmann.

80 Prozent am Schmutzwasserkanal
Der erste Bauabschnitt in der Karl-Marx-Straße, so Zinn, war bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. Das Gebäude der Dialyse war damals zeitgleich mit der Rekonstruktion gemeinsam mit drei weiteren Grundstücken an das zentrale Abwasser angeschlossen worden.
Nach Auffassung von Günter Zinn sind innerstädtische Baustellen immer sehr aufwendig. Die Voraussetzungen seien schlechter, als wenn in einer komplett gesperrten Straße Leitungen verlegt würden. „Aber wir sind in der Pflicht, weitere Grundstücke ans Netz zu bringen.“ Für Städte mit mehr als 2000 Einwohnern hatte das Land einen Anschlusszwang festgelegt. Selbst wenn die Goethestraße - die Bauarbeiten laufen derzeit - angeschlossen sei, habe Luckau erst einen Anschlussgrad von etwa 80 Prozent erreicht. Es fehlten noch die Dresdener Straße und die Grundstücke aus Wittmannsdorf.
Für die Lübbenauer Straße in Luckau hingegen hat Zinn die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die verbliebenen 20 Grundstücke ans Abwassernetz anschließen zu können. Gespräche mit den Grundstücksbesitzern habe es schon gegeben. „Das hängt aber mit unserer finanziellen Situation zusammen“ , erklärt er.
Dabei ist das Problem dringend: Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass mit Beginn des neuen Jahres Kleinkläranlagen mit biologischen Reinigungsstufen Pflicht seien. Abwasser zentral zu entsorgen sei für die Bürger aber die preiswertere Alternative, betont Günter Zinn.

Hintergrund Zum Thema
90 000 Euro investiert der TAZV in die neue Abwasserleitung in der Luckauer Karl-Marx-Straße.
Die Anwohner sind finanziell mit im Boot. Sie zahlen 3,32 Euro je anrechenbarem Quadratmeter Grundstücksfläche. Der Faktor wird aus der Grundstücksbreite multipliziert mit der Grundstückstiefe (maximal 40 Metern) ermittelt. Dazu kommen noch die Hausanschlusskosten, die unter 1000 Euro liegen sollen.
Ende November sollen die Bauarbeiten abgeschlossen und der Gehweg wieder passierbar sein.