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| 19:08 Uhr

2. IFA-Treffen in Luckau
Luckauer IFA-Treffen wächst

 Die gemeinsame Ausfahrt durch die Dörfer der Umgebung war der Höhepunkt für die Teilnehmer des zweiten IFA-Treffens in Luckau.
Die gemeinsame Ausfahrt durch die Dörfer der Umgebung war der Höhepunkt für die Teilnehmer des zweiten IFA-Treffens in Luckau. FOTO: Birgit Keilbach
Bei der zweiten Auflage rollten mehr als 280 Fahrzeuge am Sonntag in die Gartenstadt ein. Von Birgit Keilbach

Das IFA-Treffen auf dem Luckauer Marktplatz entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Das zeichnete sich bereits bei der zweiten Auflage am gestrigen Sonntag ab. Rund 280 Fahrzeuge, einst im Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) der DDR hergestellt, rollten diesmal in die Innenstadt. Den größten Teil davon platzierten die stolzen Besitzer von Zweirädern im Halbrund um die Georgenkapelle.

Schwalbe, Spatz, Star, Habicht, S 50, S 51, AWO und MZ waren in verschiedensten Ausführungen, original erhalten oder neu aufgebaut, zu betrachten. Auch Beiwagengespanne sowie einige Duos, die einst als Behindertenfahrzeuge dienten, waren Hingucker und gaben viel Gesprächsstoff für die IFA-Fans. Auf der anderen Seite des Marktes gaben sich die Autos ein Stelldichein. Farbenfrohe Trabis, Barkas B 1000, auch L 50 und L 60 präsentierten sich dort. Viele junge Leute schrauben heute mit Hingabe vor allem an den alten Mopeds, mitunter hat die Leidenschaft ganze Familien erfasst.

Claus Kommol hat seinen S 51 erst auseinander genommen, alles gereinigt, ihn weiß gespritzt und wieder zusammengesetzt. 500 Kilometer ist er von Wilhelmshaven nach Luckau gefahren, um beim Treffen dabei zu sein. „Die Atmosphäre ist toll, alles ist gut organisiert“, urteilt er. Kein Moped gleiche dem anderen, jeder stecke seinen individuellen Touch ins Fahrzeug. Sein Cousin Alexander Kommol wohnt in Wüstermarke und hat seinen S 51 blau lackiert. „Man kann viel alleine schrauben“, das begeistert ihn am Hobby. „Es gibt einen Zusammenhalt in der Gruppe und man lernt viele neue Leute kennen.“

Für den Zützener Jason Schneider spielt der Fahrspaß mit seiner Schwalbe eine große Rolle. Schon mit 15 Jahren habe er mit dem Mopedfahren angefangen. „Im Alltag sieht man nur wenige der alten Ost-Mopeds. Hier bekommt man einen Eindruck davon, wie viele verschiedene noch gefahren werden“, sagt der Zützener. Markus Rossa aus Zauche hat sich vor einem halben Jahr einen roten S 51 gekauft, ihn selber aufgebaut und lackiert. „Hier ist ganz schön was los, man kann sich über Vieles mit den anderen austauschen, Zündung einstellen zum Beispiel.“

Jonas Koch aus Wierigsdorf zieht einen Vergleich, denn er arbeitet in Hamburg. Dort stünden bei jungen Leuten die China-Roller hoch im Kurs. „Aber sie haben nicht so diese Tradition mit dem selber schrauben wie wir. Ist der Roller kaputt, wird der nächste gekauft“, erzählt er. Seit zwei Jahren fährt er seinen roten S 51. Freundin Lisa Radziey aus Senftenberg als Sozia hinten drauf. „Wir machen viele Ausflüge damit und das Fahren macht Spaß.“

Deshalb gibt es bei jedem Treffen eine Ausfahrt, auf die sich alle am meisten freuen. „Es ist einfach schön, in so einer Kolonne über die Dörfer zu fahren“, beschreibt es Claus Kommol. Diesmal führte sie von Luckau über Karche-Zaacko nach Kasel-Golzig und weiter nach Jetsch und Krossen, wo eine kleine Pause eingelegt wurde. Dann ging es über Kümmritz, Zieckau und Gießmannsdorf wieder zurück.

Eine originelle Idee hatten 15 IFA-Freunde aus Piesteritz. Sie bauten einen Trabbi zum Grillstand um  – inklusive Trabbi-Motor als Zapfhahn  und dem nostalgischen Namen „VEB Trabant-Grillkombinat“. Entstanden sei die Idee aus einer Bierlaune heraus, erzählt Eric Jehnichen. Bei einem Treffen an der Ostsee lernten sie Hannes Günther kennen. „Wir helfen uns alle gegenseitig bei Veranstaltungen, denn alle machen das ehrenamtlich. Luckau wird super angenommen. Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder“, sagt der Piesteritzer.

„Es war wieder ein richtig schöner Familientag. Es hat alles gut geklappt, jeder hat sich an die Regeln gehalten“, bilanziert Hannes Günther, der das Treffen gemeinsam mit Florian Stirnal, Stephan Heiden und sechs Helfern organisiert hat. „Auch der Zuspruch an Teilnehmern und Zuschauern macht Laune und motiviert uns zum Weitermachen“, ergänzt Hannes Günther. Dankbar sind die drei den Sponsoren, die das Treffen unterstützten. Ein paar mehr könnten es gerne werden, es zähle jeder Euro für die Organisation. Lars Büssing finanzierte diesmal den Druck der Werbeflyer. „Mir hat die Veranstaltung voriges Jahr gut gefallen. Deshalb habe ich meine Unterstützung angeboten“, sagt der Luckauer Vermögensberater.

 Die gemeinsame Ausfahrt durch die Dörfer der Umgebung war der Höhepunkt für die Teilnehmer des zweiten IFA-Treffens in Luckau.
Die gemeinsame Ausfahrt durch die Dörfer der Umgebung war der Höhepunkt für die Teilnehmer des zweiten IFA-Treffens in Luckau. FOTO: Birgit Keilbach