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Luckauer Holocaust-Überlebende stirbt 96-jährig in den USA

Vor dem einstigen Wohnhaus der Familie Simon an der Ecke Lange Straße/Marktstraße erinnern heute zwei Stolpersteine an das Schicksal.
Vor dem einstigen Wohnhaus der Familie Simon an der Ecke Lange Straße/Marktstraße erinnern heute zwei Stolpersteine an das Schicksal. FOTO: dfh
Luckau/Florida. Ruth Hamburger konnte sich vor Kriegsbeginn 1938 über England nach Amerika retten und entkam so dem Transport in ein Konzentrationslager. Daniel Friedrich

Die aus Luckau stammende jüdische Holocaust-Überlebende Ruth Hamburger, geborene Simon, ist tot. Sie starb am 13. Februar im Alter von 96 Jahren im US-Bundesstaat Florida, wie die Langengrassauer Heimatforscherin Sylvia Kolley mitteilt. Sie beruft sich auf Familienangaben.

Ruth Hamburger wurde 1921 in Luckau geboren. Sie überlebte den Holocaust, weil sie mit ihrer Schwester nach der Reichspogromnacht 1938 auf einem Kindertransport nach England kam. Ihre Eltern, Betty und Arthur Simon, waren Kaufleute in Luckau. An der Ecke Lange Straße/Marktstraße führten sie bis zu ihrer Vertreibung ein Schnittwaren- und Textiliengeschäft namens "Simons Eck". Der Laden musste Ende 1938 wegen der antisemitischen Gesetzgebung der Nazis geschlossen werden. Beide Eltern wurden während des Zweiten Weltkriegs nach Auschwitz beziehungsweise Riga deportiert und dort ermordet.

Ruth Hamburger gelangte 1939 von England aus nach New York, wo sie ihren Mann Max Hamburger kennenlernte und zwei Kinder bekam. Mit ihnen hält die Heimatforscherin Sylvia Kolley bis heute Kontakt. Ruth Hamburger war eine der letzten Holocaust-Überlebenden, deren Wurzeln in der Niederlausitz liegen. Weitere Informationen zur Geschichte der Luckauer Juden sind im Internet zu finden:

www.luckauer-juden.de

Ruth Hamburger und ihr Mann Max 1948 in New York.
Ruth Hamburger und ihr Mann Max 1948 in New York. FOTO: privat/S. Kolley