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| 02:49 Uhr

Luckauer Hauptausschuss lehnt Integrationskita ab

Luckau. Der Luckauer Hauptausschuss hat sich unlängst mit sieben Nein-Stimmen bei einer Enthaltung gegen die Einrichtung einer Integrationskita des Arbeiter-Samariter-Bundes an der Luckauer Bahnhofstraße ausgesprochen. Der ASB-Ortsverband Luckau/Dahme hatte das Gebäude der ehemaligen SED-Kreisleitung gekauft und plant dort neben Wohnprojekten für Senioren, Tagespflege und Sozialstation eine Integrationskita. Barbara Erbe

Novum für Luckau

Ein solches Angebot für die Betreuung von Kindern mit körperlichen und geistigen Behinderungen hat Luckau derzeit nicht. Die nächsten Einrichtungen liegen in jeweils rund 20 Kilometer Entfernung in Lübben und Dahme.

Wie zuvor schon im Schul- und Sozialausschuss überwogen jedoch auch bei den Hauptausschuss-Mitgliedern die Bedenken. Olaf Schulze (CDU) brachte sie so auf den Punkt: "Ich gehe davon aus, dass sich das neue Projekt eines freien Trägers auf die kommunalen Kitas in den Dörfern auswirken wird." Schon jetzt seien in der Kita-Bedarfsplanung des Landkreises zwei Einrichtungen in Gießmannsdorf und Uckro als "bedingt erforderlich" eingestuft. Eine nächste Überprüfung erfolgt für die Fortschreibung des Bedarfsplanes 2016, so Schulze. Er sieht geplante Investitionen wie den Ersatzbau für die Kita Kaden infrage gestellt. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) sagte, die Stadt habe sich intensiv mit dem Konzept des ASB auseinandergesetzt. Die Verwaltung halte eine Lösung für vertretbar, von den 165 Plätzen in der Luckauer Kita "Sonnenblume" einige abzugeben. Real würden dort durchschnittlich nur 150 Kinder betreut, was aufgrund der räumlichen Situation für die pädagogische Arbeit sinnvoll sei.

Sorge: Rechnung geht nicht auf

Das Problem: Fünf Plätze für Kinder mit Behinderung braucht eine Einrichtung für die Betriebserlaubnis als Integrationskita. Die übrigen Plätze würden von nicht-behinderten Kindern genutzt. Laut Luckauer Stadtverwaltung sollte die ASB-Kita mit einer Gesamtkapazität von 20 Plätzen in die Bedarfsplanung des Landkreises aufgenommen werden. Olaf Schulze fürchtete, diese Rechnung geht nicht auf. "Man kann einem freien Träger nicht vorschreiben, nur 20 Plätze zu nutzen, wenn er 30 will", sagte er. Selbst unter dem Aspekt zu erwartender Flüchtlingskinder würde es zu einem Überhang kommen. "Das trifft die kleinen Kitas in den Dörfern", so Schulze. Harry Müller (UWG/FDP) sagte, dass es in Luckau schon Integrationskitas gegeben habe. "Die Scheine gingen verloren, weil der Bedarf nicht da war." Derzeit besuchen fünf Kinder mit Handicap aus dem Raum Luckau die ASB-Integrationskita "Anne Frank" in Dahme, drei nutzen eine Kita mit Einzelintegration in Heideblick. Das letzte Wort zum Antrag des Arbeiter-Samariter-Bundes haben im August die Stadtverordneten.