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| 14:02 Uhr

Wirtschaftsabend
Welche Perspektiven Luckauals Mittelzentrum hat

  Einen umfassenden Überblick über die künftige Entwicklung Luckaus bis 2030 gab Bürgermeister Gerald Lehmann vor Unternehmern in der Kulturkirche.
Einen umfassenden Überblick über die künftige Entwicklung Luckaus bis 2030 gab Bürgermeister Gerald Lehmann vor Unternehmern in der Kulturkirche. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau . Bürgermeister Lehmann informierte Unternehmer über Entwicklungskonzepte für die Stadt bis 2030. Von Birgit Keilbach

Wie wird und soll sich Luckau im kommenden Jahrzehnt entwickeln? Was ist bereits auf den Weg gebracht, welche Perspektiven öffnen sich für die Stadt? Das war Thema des Wirtschaftsabends am Freitag in der Luckauer Kulturkirche. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) hatte dazu alle Gewerbetreibenden aus der Kernstadt und den Ortsteilen eingeladen. Die Resonanz war beachtlich, rund 120 Plätze waren besetzt.

„Ihre Anwesenheit spiegelt das Interesse an unserem Gemeinwesen wider“, sagte der Verwaltungschef und verband dies mit einem Dank für das bereits bestehende Engagement vieler Unternehmer. Sie stärkten damit einerseits die Wirtschaftskraft von Stadt und Region, ablesbar an der seit Jahren niedrigsten Arbeitslosenquote im Süden Brandenburgs. Andererseits unterstützten sie materiell oder finanziell das ehrenamtliche Engagement und damit den Zusammenhalt und das gesellschaftliche Leben in der Stadt und den Ortsteilen.

Ein wesentlicher Baustein für Luckaus künftige Entwicklung ist die Aufwertung Luckaus als Mittelzentrum. Das schreibt der neue Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg fest, der voraussichtlich im Juli in Kraft treten soll. „Wir spielen dann mit Lübben und Lübbenau in derselben Liga“, zog der Verwaltungschef einen sportlichen Vergleich. Konkret bedeute es, dass alle Dienstleistungen, die Luckau bereits für das Umland vorhalte, dann bestätigt werden. Vor allem gebe dieser Status Sicherheit für das Krankenhaus, es finde weiter Berücksichtigung in der Landesplanung und bleibe weiterhin größter Arbeitgeber in der Stadt.

Zudem gebe es künftig keine Beschränkung bei der Ausweisung von Baugebieten. „Stand heute dürfen wir nicht mehr ausweisen als beispielsweise Drahnsdorf. Das wird sich ändern“, so Gerald Lehmann. Die Nachfrage nach Bauland steigt. Für das neue Wohngebiet Herzberger Straße rechnet er mit dem Beschluss des Bebauungsplanes Ende 2019. Derzeit liefen die Gespräche mit den Versorgungsunternehmen. „Bei den Grundstücksgrößen wollen wir variabel sein, auch der Architektur Spielraum geben, modernes Bauen ermöglichen.“ Weitere Wohnstandorte sind zwischen Karl-Marx-Straße und Lindenstraße sowie auf der ehemaligen Kraftverkehrsfläche am Zaackoer Weg angedacht. Hier sollen vornehmlich Mehrfamilienhäuser für vier bis sechs Familien entstehen, die städtebaulich einen Übergang zur Innenstadt schaffen. Ortsteile werden ebenso entwickelt. In Gießmannsdorf bestehe bereits Baurecht für das Eßfeld und in Görlsdorf für die Fläche am ehemaligen Lehrlingswohnheim.

Parallel dazu steht im April der Stadtverordneten-Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) an, an dem sich Luckauer in Bürgerworkshops rege beteiligten. Es zeigt auf, wie sich Luckau bis 2030 entwickeln soll. „Leitmotiv ist, mehr Einwohner zu gewinnen. Wir haben zurzeit mehr Einpendler als Ortsansässige, die hier arbeiten kommen.“ Um attraktiv für Pendler zu werden, sollen die Züge am Bahnhof Uckro in Zukunft stündlich halten, nannte er ein Ziel.

Schon jetzt brennt das Thema Schulstandort auf den Nägeln. Die Grundschule ist zu klein, für den Übergang wird es eine Containerlösung geben. Nötig sind laut Verwaltungschef eine Erweiterung der Schule, eine ausreichend große Sporthalle und mehr Hortkapazität. „Wenn es gelingt, in der Nähe der Grundschule Grundstücke zu akquirieren, können wir den Grundschul-Standort dort halten.“ Wenn nicht, müsse ein Schulzentrum-Neubau in Betracht gezogen werden. Elf Millionen Euro würde eine Erweiterung voraussichtlich kosten, der Neubau das Doppelte. Eine zwischenzeitliche Nutzung der früheren Schule in Uckro mache wenig Sinn. „Zwei Standorte sind teurer als einer“, antwortete Gerald Lehmann auf Nachfrage.

Radwege- und Verkehrskonzepte für die Zukunft sind weitere Themen, über die sich Luckau gemeinsam mit Lübbenau, Calau und Vetschau verständigt hat. Mit dem gemeinsamen Regionalen Entwicklungskonzept  „wollen wir ein touristisches Ergänzungsangebot zum Spreewald schaffen“, erläuterte Lehmann. 14 Leitprojekte sollen realisiert werden. Das erste ist schon auf den Weg gebracht. Für zehn Kilometer Radweg von Wanninchen nach Fürstlich Drehna sei die Finanzierung sicher, so der Verwaltungschef. Er ist Teil des künftigen Radweges rund um den Schlabendorfer See.

  Einen umfassenden Überblick über die künftige Entwicklung Luckaus bis 2030 gab Bürgermeister Gerald Lehmann vor Unternehmern in der Kulturkirche.
Einen umfassenden Überblick über die künftige Entwicklung Luckaus bis 2030 gab Bürgermeister Gerald Lehmann vor Unternehmern in der Kulturkirche. FOTO: Birgit Keilbach