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| 17:33 Uhr

Luckauer Festival-Veranstalter kritisiert „aggressives Vorgehen“ der Polizei

Luckau/Alteno. Bei der Polizeiwache Lübben hat es am Wochenende mehrere Anrufe aufgrund von Ruhestörungen wegen des Musik-Festivals „E-Venture“ in Alteno gegeben (die RUNDSCHAU berichtete). Veranstalter Kevin Beyer habe von den Beschwerden erst aus der Presse erfahren. lh

„Ich kann nicht verstehen, weshalb die Polizei oder das Ordnungsamt nicht mit uns gesprochen haben“, sagte Beyer. Er habe den Behörden schließlich im Vorfeld von allen Verantwortlichen Telefonnummern überreichen müssen. „Wir hätten die Musik auch leiser stellen können.“ Großes Unverständnis äußerte Beyer zum Verhalten der Polizei. „Die aggressive Vorgehensweise gegenüber den Festival-Gästen hat mich sehr überrascht“. Die Beamten hätten an zwei Aufbauten ankommende Autos durchsucht. „Der Einsatz war völlig überzogen, beim gesamten Festival gab es keinen einzigen Zwischenfall. Alle Besucher haben friedlich gefeiert.“ Viele Gäste habe die große Polizei-Aktion jedoch abgeschreckt. „Das hat mich etwa ein Drittel an Besuchern gekostet.“ Unverständlich sei für ihn auch, dass sich das Luckauer Ordnungsamt am Freitagabend nicht wie abgesprochen auf der Anlage sehen lassen hatte, um dort vorsorglich Lärmmessungen durchzuführen.

Lesen sie auf Seite 2: Polizei rechtfertigt Vorgehen!
Hauptkommissar Harry Bogula rechtfertigte das Vorgehen der Polizei und sprach von einem „Aufgebot entsprechend der Einsatzlage.“ Wie viele Kräfte vor Ort waren, wollte er nicht mitteilen. RUNDSCHAU-Recherchen zufolge hatten vier Polizei-Fahrzeuge mit etwa zehn Beamten mehrere Stunden lang einen Großteil der ankommenden Besucher kontrolliert. LDS-Polizei-Sprecher Jens Quietschke könne die Aussagen von Organisator Kevin Beyer nicht nachvollziehen. „Die Beamten standen im ständigen Kontakt mit ihn.“

Lesen Sie auf Seite 3: Ordnungsamt sieht Lautstärke im erlaubten Bereich! Erzürnte Leser aus Duben und Terpt teilten der RUNDSCHAU mit, dass sie zwei Nächte lang aufgrund der lauten Musik nicht schlafen konnten. Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien den Lärmbeschwerden am Wochenende nachgegangen und hätten Messungen in Willmersdorf-Stöbritz, Alteno und Freiimfelde vorgenommen, sagte Ordnungsamtsleiter Michael Klinkmüller. „Bei unserem nicht-geeichten Messgerät lagen die Werte im erlaubten Bereich.“

Das Landesumweltamt habe die Anlagenerlaubnis für Veranstaltungen dieser Art auf der MZA Luckau erteilt, betonte Amtsleiter Gerald Lehmann. „Wir haben keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen.“

Die Kritik des Veranstalters weist Lehmann zurück. „Da die Lautstärke nach unseren Messungen im erlaubten Bereich lag, mussten wir nicht handeln.“ Dennoch wolle die Stadt Luckau mit dem Betreiber der MZA Gespräche führen, um einen Kompromiss zu finden. lh