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| 17:52 Uhr

Helau aus Luckau
Mit „Miss Menne“ bei den Briten

 Ein Höhepunkt war „Dinner for one“, herrlich komödiantisch umgesetzt von Anko Menne als „Miss Menne“ und Matthias Zielke als Butler.
Ein Höhepunkt war „Dinner for one“, herrlich komödiantisch umgesetzt von Anko Menne als „Miss Menne“ und Matthias Zielke als Butler. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Luckauer Narren treten komödiantische Reise zur Queen und zum englischen Humor an. Von Birgit Keilbach

„Der LCV hat sich verrannt, drum zieh’n wir durch das Britenland“ lautet das Motto der aktuellen Saison des Luckauer Carnevals Vereins. Im großartig und mit viel Liebe zum Detail dekorierten Saal schlugen die Stimmungswogen zur ersten Abendveranstaltung am Samstag hoch. Das Prinzenpaar hatte Konkurrenz, denn natürlich war die „Queen“ (Ines Kaminski) der Stargast des Abends und wurde stets von ihrer Privatgarde begleitet.

Zum Auftakt hatten sich die Mitglieder des Spielmannszuges nicht nur Schottenröcke angezogen, auch musikalisch stimmten sie darauf ein. Prinz Thomas I., der mit seiner Prinzessin Sindy I. den närrischen Thron bestieg, widmete sich in seiner Rede den Dingen, die das Luckauer Völkchen bewegen. Für solide Stadtfinanzen erhielt der ausgeschiedene Kämmerer Thomas Rohr ein Lob. Mehr Papierkörbe und Bänke würden Luckaus Altstadt jedoch gut tun und auch die Diskussion über die neue Gestaltung des Marktplatzes ohne Mauer und mit Wasserspiel thematisierte das Oberhaupt des närrischen Volkes.

Den Faden nahm Bürgermeister Gerald Lehmann in der Bütt augenzwinkernd  auf – „sprachlicher Feinstaub wird in die Stadt getragen.“ Ob mit der Diskussion um das Wasserspiel oder die Unverständlichkeit der Politiker-Sprache für die Menschen auf der Straße, die formelhaft wie die der Chemiker sei, die im Trinkwasser verschiedene Inhaltsstoffe identifizierten. Und ob es wohl Zufall ist, dass an vielen Bürotüren des Rathauses inzwischen der Name Lehmann zu lesen ist? Doch seien die schmucken  Häuser und vor allem die Menschen wohl der größte Schatz der kleinen Stadt.

Letztere traten den Beweis auch gleich an. Als Garden, Tanzmariechen, Gazellen, Freche Früchtchen, Ladykracher, Junge Wilde, Playbackboys und Wilde Stiere boten sie dem Publikum ein unterhaltsames und heiteres Programm mit vielen Höhepunkten an diesem närrischen Abend. Ob es die kleinen Hexen von Schloss Hogwarts waren, die Navy Girls, die gut beschirmt tanzenden Touristinnen im verregneten London oder die um den besten Tanzstil wetteifernden Iren und Schotten – viel Beifall und Zugabe-Rufe belohnten für die Anstrengungen der vergangenen Monate. Köstlich die Slapstick-Komödie „Dinner for one“ und ebenso erheiternd die Pantomime von Mr. Bean in der Butler-Riege für die Queen.

Das Glockengeläut von Big Ben rief nach den Tanzrunden das Publikum wieder auf die Plätze an den Tischen. Dort verfolgten zahlreiche Lausitzer Karnevalisten befreundeter Vereine aus Calau, Diebsdorf, Drebkau, Gaglow, Golßen, Lübbenau und Cottbus das Programm. Sie tankten schon eine gute Portion Stimmung für die eigenen Veranstaltungen in den nächsten Wochen.

„Es ist ein abwechslungsreiches Programm und eine gute Stimmung“, sagte Anke Krüger, Vorstandsmitglied des Gaglower Carneval Vereins, wo das Luckauer Männerballett im vergangenen Jahr zur Weiberfastnacht erfreute. „Entspannen und Genießen gehört zum Karneval dazu“, ergänzte Reni Kendziora.

Mit 15 Karnevalisten war das Prinzenpaar des Drebkauer Carneval Clubs, Nadine I. und Sven II., nach Luckau gekommen. „Wir wollen hier mal erleben, was andere auf die Beine stellen. Außerdem stammt die Luckauer Prinzessin  aus Drebkau.“ Früher habe sie mal in der Garde des DCC getanzt, erzählte Sindy Heik, die mit ihrem Mann Thomas schon seit 22 Jahren in Luckau lebt. „Für uns ist es aufregend und eine ganz neue Erfahrung, mal von der anderen Seite auf das närrische Treiben zu gucken“, sagte das Prinzenpaar.

Ehrenpräsident Siegfried Walter freute sich darüber, mit wie vielen Ideen die Jüngeren das von ihm und weiteren Mitstreitern Aufgebaute fortsetzen. „Man braucht immer Leute, die mit ganzem Herzen hinter der Sache stehen“, so der Ehrenpräsident, dessen Spezialgebiet inzwischen der Umzugswagen für den „Zug der fröhlichen Leute“ in Cottbus ist. Fleißig gewerkelt werde dafür schon in der Vereinsscheune. „Wir hoffen, in diesem Jahr zum siebten Mal Preisträger zu werden“, nannte er das ehrgeizige Ziel.