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Luckauer behaupten sich am Markt

Lutz Richter (r.) und sein Sohn Martin an einer ihrer modernen Maschinen. Sie halten die Dreherei Richter in Luckau am Markt.
Lutz Richter (r.) und sein Sohn Martin an einer ihrer modernen Maschinen. Sie halten die Dreherei Richter in Luckau am Markt. FOTO: A. Staindl/asd1
Luckau. Die Dreherei Lutz Richter in Luckau feierte Anfang dieses Jahres ihr 50. Betriebsjubiläum. Das Kleinunternehmen blickt nicht nur auf eine erfolgreiche Vergangenheit, sondern auch optimistisch in die Zukunft. Andreas Staindl

Das kleine Unternehmen Dreherei Richter in Luckau produziert Automatendrehteile. Mehr als 200 verschiedene aus unterschiedlichen Werkstoffen können hergestellt werden - Bolzen, Achsen, Schrauben, Muttern, Wellen und vieles mehr. Die Dreherei fertigt auch Präzisionsdrehteile und Verbindungselemente für verschiedene Branchen. Produkte aus Luckau werden etwa im Landmaschinenbau, in der Medizintechnik, im Maschinenbau und in der Autoindustrie eingesetzt.

Auch für das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden wurde schon produziert - ein streng geheimer Auftrag, wie der Firmenchef Lutz Richter sagt. Drehteile der kleinen Firma aus Luckau waren ihm zufolge schon zu DDR-Zeiten begehrt. Für das Fernsehgerätewerk in Staßfurt wurden Steckverbindungen hergestellt. Weil diese deshalb nicht mehr aus dem Westen eingeführt werden mussten, wurde die Dreherei in der Berstestadt sogar ausgezeichnet.

Siegfried Richter hatte das Unternehmen 1967 gegründet, in den Folgejahren zahlreiche Lehrlinge ausgebildet und die Dreherei bis zu seinem 65. Lebensjahr geführt. Seit 1993 ist sein Sohn Lutz der Chef. Der 56-Jährige verfügt über 40 Jahre Berufserfahrung. Er hat Zerspanungsfacharbeiter bei seinem Vater gelernt und seit mehr als 25 Jahren seinen Meisterbrief in der Tasche.

Mit Martin Richter (32) arbeitet inzwischen die dritte Generation als Dreher im Unternehmen: "Es ist mein Traumberuf." Er und sein Vater sind die einzigen beiden Mitarbeiter. Und doch kann sich das Kleinunternehmen am Markt behaupten. "Das hat viel mit Vertrauen zu tun", sagt Lutz Richter. "Wir liefern Qualität, halten Liefertermine ein. Und wir sind flexibel, können auf Kundenwünsche viel schneller als große Firmen reagieren." Das zahlt sich offenbar aus. "Einige Kunden", erzählt Lutz Richter, "halten uns schon seit 20 Jahren die Treue."

Sein Betrieb fertigt schon ab 100 Stück. Er produziert aber auch Serien bis zu 100 000 Stück - etwa Drehteile für einen Küchenhersteller. Bis zu 30 Kunden aus ganz Deutschland bestellen Automatendrehteile bei dem Zwei-Mann-Betrieb, darunter auch Firmen aus der Region, etwa aus dem Unterspreewald, aus Dahme und der Stadt Luckau.

Ein Selbstläufer ist die gute Auftragslage nicht. 2008 wurde der Maschinenpark modernisiert, ein CNC Langdrehautomat angeschafft. Dank der modernen Steuerungstechnik ist die Firma in der Lage, Werkstücke auch in komplexen Formen in hoher Präzision automatisch herzustellen. "Wir können heute viel mehr mit weniger Leuten produzieren", sagt Lutz Richter. "In den vergangenen 50 Jahren hat sich viel verändert - nicht nur die Maschinen, auch das Material." Das Familienunternehmen hat hohe Kredite für die Modernisierung aufgenommen. Und doch gab es Rückschläge. "2009 war ein sehr schwieriges Jahr", sagt der Firmenchef. "Die Auswirkungen der internationalen Bankenkrise haben uns schwer zu schaffen gemacht. Wir hatten kaum noch Aufträge." Das hat sich längst wieder geändert. "Der Betrieb läuft derzeit gut", sagt Lutz Richter. "Ich bin für die Zukunft optimistisch."