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Luckauer Abwasserverband bleibt ohne gewählten Vorsteher

Luckau. Der Trink- und Abwasserzweckverband (TAZV) Luckau bleibt ohne gewählten Verbandsvorsteher. Von elf Bewerbern war dem Vorstand keiner geeignet erschienen. be

Seit 2009 übt Stefan Ladewig das Amt als vom Landkreis eingesetzter Beauftragter aus. Die Kommunalaufsicht Dahme-Spreewald hatte darauf gedrängt, den Spitzenposten wieder durch Wahl in der Verbandsversammlung zu legitimieren. Wie Vorstandsvertreter Frank Pätzig, Amtsdirektor von Dahme, während der jüngsten Verbandsversammlung informierte, seien von den elf Interessenten drei zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden. Nur eine Bewerberin sei gekommen. Sie habe nicht überzeugt.

Der Luckauer Stadtverordneten Cornelia Klinkmüller kritisierte, dass Geschäftsführer und kaufmännische Leiterin des TAZV-Betriebsführers Dahme-Nuthe-Wasser- und Abwasserbetriebsgesellschaft (DNWAB) an der Entscheidung beteiligt worden waren. "Der Verbandsvorsteher wäre deren Vorgesetzter. Man fragt nicht die Frösche, ob der Teich trockengelegt werden soll", sagte sie.

Dem Vorschlag des Vorstandes zufolge soll Stefan Ladewigs Beauftragung vorerst weiterlaufen. Wie Dagmar Gröke von der Kommunalaufsicht erklärte, sei das möglich, eine zeitliche Befristung für die Interimslösung gebe es nicht. Doch regte sie an, in einem halben Jahr nochmals Anlauf zu nehmen. Frank Pätzig sah eine schnelle Neu-Ausschreibung der Stelle skeptisch. "So viele Masochisten gibt es wohl nicht in Brandenburg, die diesen Job wollen", fürchtete er. Der TAZV hat ein Defizit von knapp 30 Millionen Euro und hängt am Tropf des Schuldenmanagementfonds. Nach Streit um eine neue Abwasserbeitragssatzung drohen die Rückforderung von gut drei Millionen Euro Landeshilfen sowie die Zwangsvollstreckung nicht gezahlter Kommunalumlangen von acht Millionen Euro.