ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:59 Uhr

Super
Klasse 4c aus Luckau holt sich den Preis

Ralf Zimmermann (r.) und Ingo Haberland geben der 4 c einen leckeren Naschkorb mit auf den Busausflug, den Siegerpreis der UWG für die beste Schulklasse beim Stundenschwimmen.
Ralf Zimmermann (r.) und Ingo Haberland geben der 4 c einen leckeren Naschkorb mit auf den Busausflug, den Siegerpreis der UWG für die beste Schulklasse beim Stundenschwimmen. FOTO: Lutz Spruch / Grundschule Luckau
Luckau. Ausflug für 31 900 Meter beim Stundenschwimmen. Schule macht Kinder fit fürs kühle Nass.

Bestens gelaunt und mit einem leer gefutterten Süßigkeitenkorb kommt die Klasse 4c der Rosa-Luxemburg-Grundschule aus Finsterwalde zurück. Fußballgolf haben die Jungen und Mädchen dort gespielt, „zum ersten Mal, es war toll“, erzählt Jonas. Für die Viertklässler war die gesponserte Busreise Lohn für eine besondere Gemeinschaftsleistung. Sie haben beim 20:18-Stunden-Schwimmen die Klassen-Challenge gewonnen, die von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) ausgeschrieben war. „Uns war es wichtig, etwas für die Sportförderung von Kindern zu tun, so ist die Idee entstanden“, sagt Petra Spruch von der UWG.

Sie ist Sportlehrerin an der Grundschule. In jedem Sommer, wenn andere Urlaub machen, ist sie im Freibad als Schwimmausbilderin im Einsatz. Dass Kinder früh schwimmen lernen, sei nicht nur für die Sicherheit wichtig. „Es nicht zu können, macht einsam“, motiviert die Lehrerin ihre Kids. „Denn wo trifft man all seine Freunde? Im Bad...“

Stolze 31 900 Meter haben die Wasserratten der 4c beim Städtewettkampf im Wasser geschafft, das waren 638 Bahnen. 5000 Meter gingen auf das Konto von Sophie. Das erste Mal um Mitternacht und noch zwei weitere Male im Verlaufe des Tages war die Schülerin für ihr Team ins Wasser gesprungen, quasi im Fernduell mit Klassenleiterin Heike Richter. Legte die eine vor, zog die andere nach. Auch für die Lehrerin standen schließlich 5000 Meter zu Buche. „Weit mehr, als ich mir vorgenommen hatte, aber es hat viel Spaß gemacht“, sagt sie. Auch einige Eltern und Freunde verstärkten das Team. „Wir waren schon stolz, als wir gewonnen hatten“, so Heike Richter.

Jonas steuerte 1200 Meter bei. Ihm gefalle es, sich mit anderen zu messen, erzählt der Junge. Wie Sophie lernte er schon im Kindergartenalter schwimmen. Beide haben inzwischen das Abzeichen in Silber.

Zwar sind nicht alle so begeisterte Wasserratten, doch gibt es kaum einen Grundsschüler, der nicht mindestens das „Seepferdchen“, die einfachste Prüfung, hat. Vor zehn Jahren, so blickt Petra Spruch zurück, waren unter 75 Drittklässlern durchschnittlich 25 Nicht-Schwimmer. Das habe sich geändert, seit es in der Luckauer Kita „Sonnenblume“ Schwimmunterricht für die künftigen Schulanfänger gibt. Darauf könne die Schule aufbauen, so beispielsweise beim 14-tägigen Schwimmlager für die Drittklässler, so Petra Spruch.

Für Kinder in den Landkitas sei es schwieriger, Schwimmkurse zu organisieren, schon wegen der Transporte zum Bad, räumt die Sportlehrerin ein. Mehr Aufwand sei nötig, doch die Mühe zahle sich aus, ist sie überzeugt und nennt als Beispiel ein Sportprojekt für Flüchtlingskinder. Der zehntägige Kurs wurde vom Landkreis gefördert. „Es gibt oft Unterstützungsmöglichkeiten, man muss sich aber kümmern“, sagt Petra Spruch. Die kleinen Migranten lernten schnell, sie schafften nicht nur das „Seepferdchen“, sondern gleich noch Bronze. „Das war klasse“, schwärmt die Ausbilderin.

Auch für die Ferienkurse im Luckauer Bad verzeichnen Petra Spruch und die anderen Schwimmlehrer großes Interesse. „Die Kinder kommen aus dem gesamten Umland, von Lübben bis Dahme und manchmal von weiterher, wenn Enkel bei den Großeltern in der Region Ferien machen“, erzählt sie. Sieben Kurse mit je etwa 20 Kindern gab es in diesem Sommer.

Die erfahrene Schwimmlehrerin erlebte zudem auch eine Premiere. „Ich habe erstmals einer erwachsenen Frau das Schwimmen beigebracht“, sagt sie. Das sei anders als bei Kindern, erfordere noch mehr Fingerspitzengefühl, und vor allem müsse die Chemie stimmen. Unterm Strich der erfolgreichen Ausbildung stand: „Es ist nie zu spät zum Anfangen.“