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Luckau zeigt Herz für kranken Eric

Stolz übergeben die Schüler der 6 c eine Spende von 1500 Euro an Thomas Hartmann
Stolz übergeben die Schüler der 6 c eine Spende von 1500 Euro an Thomas Hartmann FOTO: Carmen Berg
Luckau. Im Atrium des Evangelischen Krankenhauses lassen sich am Mittwoch schon in der ersten halben Stunde 100 Menschen als potenzielle Stammzellenspender registrieren, um Eric zu helfen. Der 17-Jährige ist zum zweiten Mal an Blutkrebs erkrankt.

Nur eine Stammzellenspende kann ihn retten. Als der Luckauer Thomas Hartmann davon hört, ruft er eine Initiativgruppe ins Leben, die gemeinsam mit der DKMS die Registrierungsaktion organisiert.

Rund 50 Freiwillige melden sich. Maria Lösch ist eine von ihnen. Sie hilft Steffen Liba aus Walddrehna, die Unterlagen auszufüllen und reicht ihm dann zwei Wattestäbchen für die Speichelprobe. Linke Wange, rechte Wange - fertig. Der Walddrehnaer hatte in den sozialen Netzwerken den Hilferuf gelesen und sich gesagt: "Da fahre ich hin".

Aus Sonnewalde kommen Dagmar Berger und Christoph Haubold mit Söhnchen Arthur in der Baby-Trage. "Wir haben schon lange darüber nachgedacht, uns als Spender registrieren zu lassen, das ist jetzt die Gelegenheit", so Dagmar Berger. "Wir sind selber Eltern und fiebern mit Eric und seiner Familie mit, dass alles gut wird", sagt sie.

Maria Heilenz hat die Ängste einer Mutter, wenn ihr Kind an Blutkrebs erkrankt, bei der ältesten Tochter durchlebt. Sie sei heute erwachsen und gesund. Die Mutter hatte die Idee, die Schulklasse ihrer jüngeren Tochter für eine Sammelaktion zu gewinnen. Denn die DKMS als gemeinnützige Organisation ist auf Spenden angewiesen, um die Typisierungen zu finanzieren. Die Kinder verzichteten am Montag aufs Baden und waren mit Spendenbüchsen in der Stadt unterwegs. "Das war ungewohnt, man hat ganz schön Mut gebraucht", sagt Julian. Lukas ergänzt: "Ich fand es schön, wie die Leute sich ins Zeug gelegt haben. Einige haben 20 und sogar 50 Euro gegeben". Den Betrag stocken die Kinder noch durch Geld aus ihrer Klassenkasse und einen Obolus der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule auf. Stolz überreichen sie 1500 Euro an Thomas Hartmann und die DKMS.

"Ich bin tief beeindruckt", sagt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos), Schirmherr der Typisierungsaktion und selbst als Spender registriert. Wie er erzählt, haben Luckauer Unternehmen ebenfalls Sammelbüchsen aufgestellt. "Es macht die Luckauer aus, dass sie zusammenhalten, wenn ihre Hilfe gebraucht wird", sagt er.

Bärbel Jahn lobt, wie liebevoll alles vorbereitet ist. Schon das große Schild vor dem Krankenhaus lasse die Menschen inne halten, sagt sie. Auf dem Vorplatz begrüßt Moderatorin Jutta Dzielak die ankommenden Spender und lädt die, die herauskommen, zu Kaffee und von den Luckauer Bäckern spendiertem Kuchen ein. Bei der Kreisverkehrswacht können Kinder malen und Quizzfragen lösen, während die Eltern sich typisieren lassen. Viele schreiben ihre Wünsche für Eric in ein Spendenbuch ein, das mit Fotos von der Aktion ergänzt wird. Eine Stunde vor Schluss verzeichnet Annika Schirmacher von der DKMS 750 potenzielle Stammzellenspender. Und noch immer reißt der Zustrom nicht ab. "Ich bin überwältigt", sagt sie.