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| 18:31 Uhr

Bürgermeister bestätigt Pläne
Luckau will Höllberghof kaufen

Vor dem Erntedankfest am 3. Oktober bringen Antje Witte (r.) und Carola  Janek den Bauerngarten auf Vordermann. Sie gehören zu einem Team von drei Mitarbeitern, deren aus dem ELER-Programm geförderte Personalstellen vormals die Wiedereröffnung des Hofes nach längerer Zwangspause möglich machten, aber im Juni 2019 auslaufen.
Vor dem Erntedankfest am 3. Oktober bringen Antje Witte (r.) und Carola Janek den Bauerngarten auf Vordermann. Sie gehören zu einem Team von drei Mitarbeitern, deren aus dem ELER-Programm geförderte Personalstellen vormals die Wiedereröffnung des Hofes nach längerer Zwangspause möglich machten, aber im Juni 2019 auslaufen. FOTO: Frank Ratajczak
Luckau/Langengrassau. Es gibt konkrete Gespräche mit dem bisherigen Trägerverein, der sich 2019 auflösen will. Von Carmen Berg

Gerüchte gab es schon länger. Jetzt hat Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) auf RUNDSCHAU-Nachfrage die Kaufabsicht bestätigt. Dazu habe es Gespräche zwischen dem derzeitigen Hofeigentümer, dem Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken, der Stadt sowie der Luckauer Landesgartenschau-Gesellschaft gegeben, die sich um den Betrieb des historischen Dreiseitenhofes kümmern und ihn mit tragfähigen Strategien zukunftssicher machen soll.

Gerald Lehmann verweist auf „große Schnittmengen bei den Zielen des Fördervereins und der Laga-GmbH“. Deshalb sei es einer ernsthaften Überlegung wert, daraus etwas zu machen, das der Region gut tut, sagt er. Zugleich räumt er ein, dass kritische Stimmen nicht ausbleiben werden, die vor dem finanziellen Risiko warnen. „Es hat Luckau immer ausgezeichnet, mutig zu sein und an das Umland zu denken. Warum also nicht auch beim Höllberghof?“, verteidigt Gerald Lehmann das Vorhaben. Der Kaufpreis soll, wie aus Kreisen von Vereinsmitgliedern verlautet, eher ein symbolischer sein.

Schon im April 2017 beschloss die Mitgliederversammlung des Fördervereins den Verkauf des Hofes. Hintergrund: Der Verein will sich auflösen. Der stellvertretenden Geschäftsführerin Jana Zurakowski zufolge fanden sich aus Altersgründen keine Bewerber mehr für die Vorstandswahl. Das ehrenamtliche Gremium amtiert jedoch weiter, bis für das Freilichtmuseum bei Langengrassau eine gute Lösung gefunden ist. Man will verhindern, dass es zu einer Schließung kommt, wie es aus Personal- und Geldnot im Jahr 2016 schon einmal für mehrere Monate passierte.

„Entscheidend für uns ist nicht der größtmögliche Verkaufserlös, wichtiger sind uns das Konzept und die Verlässlichkeit des Bewerbers“, sagt Jana Zurakowski. Dazu gehöre, dass bewährte Partner mit ihren Bildungsangeboten auch künftig willkommen sind. Als Beispiele nennt sie den Tag der Umweltbildung sowie das Projekt „Natur zum Anfassen“, an denen in jedem Jahr zahlreiche Schüler teilnehmen.

Auf eine Ausschreibung hatte der Förderverein verzichtet und sich selbst auf die Suche nach einem neuen Eigentümer gemacht. Die Stadt Luckau ist Mitglied im Förderverein. So fand man zueinander.

Wie Jana Zurakowski sagt, sehe der Verein das Luckauer Interesse positiv. Entscheiden müssten darüber jedoch die Mitglieder bei ihrer nächsten Zusammenkunft Mitte Oktober. Dort soll Gerald Lehmann Gelegenheit haben, das Luckauer Konzept vorzustellen.

Er sieht neben Umwelt- und Bildungsprojekten die Potenziale im Tourismus, die auf wirtschaftlichere Füße gestellt werden müssten. Events für unterschiedliche Zielgruppen, Pakete in Verbindung mit Luckaus Altstadt für Reiseveranstalter und vieles mehr sei denkbar.

Konkret Form bekommen sollen die Pläne mit einem neuen Geschäftsführer, den die Laga-GmbH für den im Frühjahr gekündigten Jörg Kirstein demnächst einstellen will. Einen Namen verrät der Bürgermeister noch nicht, sagt aber, dass der favorisierte Kandidat Erfahrungen mitbringt im kaufmännischen und Marketingbereich.

Aus der Halbtagsstelle des Laga-Chefs wird eine Vollzeitstelle. Denn die Aufgaben der Gesellschaft sollen wachsen. Neben der Pflege der Gartenschau-Parks und der Organisation von Veranstaltungen für die Stadt sollen weitere Tätigkeitsfelder hinzukommen. Der Höllberghof wäre eines davon. „Da ist richtig Musik drin“, sagt der Bürgermeister.

Vor einem Kauf seien noch rechtliche Fragen zu klären, so zum Gesellschaftervertrag der Laga-GmbH sowie zu bereitgestellten Fördermitteln. Einen Termin für den möglichen Eigentümerwechsel nennt Gerald Lehmann nicht. Der Förderverein Naturpark geht laut Jana Zurakowski aktuell von einer Auflösung des Vereins Ende Juni 2019 aus.