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| 15:10 Uhr

Gute Nachricht für Bücherwürmer
Luckau will Bibliothek retten

Bibliothekarin Birgit Jähn kümmert sich mit Herz um Luckaus große und kleine Leseratten und soll bleiben.
Bibliothekarin Birgit Jähn kümmert sich mit Herz um Luckaus große und kleine Leseratten und soll bleiben. FOTO: Juliane Preiß
Luckau. Private Ninnemann-Stiftung gibt Trägerschaft aus Geldgründen auf. Stadt plant Übernahme.

Die Gartenstadt bekennt sich zu ihrer Bibliothek, nachdem die von der Ninnemann-Stiftung betriebene Einrichtung in finanzielle Nöte geraten ist. Der Hauptausschuss hat sich unlängst einhellig für eine Übernahme durch die Stadt ausgesprochen. Nächste Woche steht das Thema auf der Tagesordnung der Stadtverordneten.

Momentan ist es still in den Räumen in der Kulturkirche. Doch ab nächster Woche wird im Refugium von Bibliothekarin Birgit Jähn nach einer Sommerpause wieder Leben herrschen. Die Bibliothekarin kümmert sich seit Jahrzehnten mit Herz um große und kleine Luckauer Leseratten. Sie hat mehrere Umzüge mitgemacht und auch die Umwandlung der vormaligen Stadt- in eine private Stiftungsbibliothek.

Die Stifterin, die Wissenschaftlerin Prof. Helga Ninnemann, hatte ab  1944 einige Zeit mit der Mutter im Haus der Großeltern in Luckau verbracht, bevor die Familie nach Frankfurt/Main umsiedelte. Sie blieb der Stadt verbunden. Nach ihrem Tod 2003 ging Helga Ninnemanns Nachlass – Geld und 5000 Bücher – in die Stiftung „Forum Umwelt und Mensch“ ein. Das großzügige Erbe war für  Luckaus klamme Stadtkasse damals ein Segen und die Stiftungsbibliothek, die seit 2008 in der Kulturkirche ansässig ist, ein Erfolg. Laut Stadtverwaltung wird sie jährlich von mehr als 2800 Bücherfreunden genutzt und verzeichnet bis zu 9000 Ausleihen. Zudem werden dort zahlreiche Fachvorträge und Lesungen gehalten.

Im Mai 2018 allerdings musste der Vorstand der Stiftung die Reißleine ziehen. Aufgrund der veränderten Situation auf dem Kapitalmarkt, sprich: den Zinsausfällen, kann die Stiftung die halbtags angestellte Bibliothekarin nicht mehr beschäftigen und bezahlen. Der Vorstand wandte sich mit der Bitte um Übernahme an die Stadt. Andernfalls müsste die Einrichtung geschlossen werden, und Bibliothekarin Birgit Jähn verlöre zum Jahresende ihren Job.

Mit Blick auf Luckaus künftigen Status als Mittelzentrum, der auch zusätzliche Verantworrtung für die kulturellen Aufgaben mit sich bringe, wirbt die Verwaltung bei den Abgeordneten für die Übernahme. Im Hauptausschuss rannte sie damit quer durch die Fraktionen offene Türen ein. „Ich begrüße es ausdrücklich, dass die Bibliothek erhalten bleibt“, sagte beispielsweise Ursula Rothe. (Die Linke). Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne) betonte, eine Bibliothek sei ein Standortfaktor. „Ganz ohne ginge es in Luckau nicht.“

Für die Bibliothek soll im Bürger- und Ordnungsamt, Fachbereich Niederlausitz-Museum, eine Stelle mit 20 Wochenstunden geschaffen werden. Die Bibliothekarin würde künftig der Museumsleiterin unterstellt und teilweise auch bei anderen Aufgaben in der Kulturkirche unterstützen. Stelleninhaberin Birgit Jähn soll nach dem Trägerwechsel weiterbeschäftigt werden. Sie leitete die Einrichtung vom ersten Tage an und habe großen Anteil an der erfreulichen Entwicklung der Besucherzahlen, heißt es in der Begründung.

Das letzte Wort haben die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung am Donnerstag, 23. August, um 19 Uhr im Rathaussaal.