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| 01:35 Uhr

Luckau will Abwasser in Fürstlich Drehna halten

Luckau. Die Stadt Luckau hält nichts von dem Vorhaben, das Abwasser von Fürstlich Drehna künftig per Leitung über Crinitz nach Münchhausen (beide Elbe-Elster) zu pumpen. Entsprechenden Ideen erteilte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) während der Hauptausschusssitzung am Dienstagabend eine Absage. Gleichzeitig gibt es die Idee, zumindest übergangsweise Abwasser von Fürstlich Drehna per Lkw nach Finsterwalde (Elbe-Elster) zu schaffen. Von Dieter Babbe und Tilo Winkler

„Ich kann Dirk Gebhard persönlich verstehen. Er muss eine Lösung finden, weil er ansonsten auch strafrechtlich belangt werden kann“, so Lehmann. „Ich habe aber Widerstand angekündigt.“

Gebhard ist Rechtsamtsleiter im Elbe-Elster-Kreis und zugleich mit der Leitung des finanziell maroden Trink- und Abwasserverbandes (TAZV) Crinitz beauftragt, dem auch Luckau mit seinem Ortsteil Fürstlich Drehna angehört. Die 1998 in Betrieb genommene Pflanzenkläranlage in Fürstlich Drehna steht auf rutschungsgefährdetem Kippengelände und muss zum Jahresende aufgegeben werden (die RUNDSCHAU berichtete). Seit das bekannt ist, wird nach Alternativen gesucht, wie das Abwasser der Fürstlich Drehnaer Einwohner und der Brauerei im Ort künftig geklärt werden kann.

Zuletzt hatte Dirk Gebhard eine Leitung nach Münchhausen vorgeschlagen. Die müsste aber unter Umständen sogar bis nach Lindena verlängert werden, da das Klärwerk in Münchhausen ebenfalls teuer modernisiert werden müsste.

Es sei jetzt schon erkennbar, dass jene Pläne finanziell nicht tragbar seien, sagte Luckaus Bürgermeister Lehmann. „Ich werde keiner Ausgabe zustimmen, die zusätzliche Belastungen mit sich bringt.“ Aus seiner Sicht gibt es nur eine sinnvolle Alternative: „Das Fürstlich Drehnaer Abwasser muss vor Ort gereinigt werden.“ Es sei möglich, dafür noch in diesem Jahr eine zukunftsfähige Lösung zu schaffen, so Lehmann.

Der TAZV Crinitz hat derweil beim Finsterwalder Entsorgungsbetrieb angefragt, ob übergangsweise täglich bis zu 50 Kubikmeter Abwasser sowie Fäkalienschlamm aus Fürstlich Drehna per Lkw ins Klärwerk der Sängerstadt gebracht werden könnten, bestätigte Werkleiter Dieter Loos. „Dieses Angebot kommt uns gerade recht“, erklärte Loos im Werksausschuss, die Abwässer verbesserten die Biologie im Klärwerk. Außerdem würden sie zusätzliche finanzielle Einnahmen in das Unternehmen spülen. Ein Vertragsentwurf liege der anderen Seite bereits vor, so Loos.