Von Birgit Keilbach

Bis auf den letzten Platz gefüllt ist der Zuschauerraum in der Kleinkunstbühne der Theaterloge Luckau am Sonntagnachmittag. Gespannte Erwartung herrscht beim Publikum. Es sind zumeist Eltern, Großeltern und Geschwister der neuen Kindergruppe „Die verrückten Drei“. Ein Jahr lang haben sie sich ein Theaterstück erarbeitet. Die Grundidee: Was machen Puppen, wenn sie plötzlich zum Leben erwachen? Viele Szenen haben die sechs Mädchen und ein Junge zwischen neun und elf Jahren improvisierend entwickelt, wie Theaterleiterin Gabi Schönig informiert.

Entstanden ist ein kurzweiliges, unterhaltsames Schauspiel, in dem ein vom Professor Zweistein (Anton Fischer) gebauter Roboter namens Helena (Johanna Rechenberger) die jüngere Schwester Pink (Johanna Heine) erfreuen soll. Ein Blitz lässt Helena zu Leben erwachen, gleichfalls die schon lange auf dem Sofa unbeachtet liegengebliebenen vier Puppen. Die charakterlichen Unterschiede machen die jungen Laienschauspielerinnen sehr gut deutlich. Margarete (Mathilda Hermann) ist ein zappeliges Plappermaul, Fibi (Josie Lubkoll) kommt sich cool vor und spricht ständig in Reimen, Aurora (Magdalena Heine) findet sich besonders schick und Fiona (Florentine Pomplun) besänftigt die Gemüter immer wieder: „Streitet euch nicht!“ Besonders Fibi und Aurora muss sie oft besänftigen, denn die zwei sind wenig begeistert von der „irren Blechpuppe“ Helena, die so ganz anders ist als sie, die Stoffpuppen. Als Helena jedoch in ein Labor gebracht werden soll, schweißt das vorerst zusammen. „Wir sind doch alle Puppen.“ Also klauen sie dem Professor Führerschein und Geld, damit er nicht von zu Hause wegkommt. Und weil die silbrig glänzende Helena nicht auffallen darf, geht es zum Shoppen. So richtig dazu gehört sie danach trotzdem nicht. Sie gibt dem Gruppenzwang nach, trinkt Wasser und funktioniert nicht mehr. Fibi und Aurora haben ihr Ziel erreicht. Am Morgen sammeln der Professor und Pink schließlich alle Puppen wieder ein.

Begeistert applaudieren die Zuschauer den sieben jungen Darstellern nach der gelungenen Premiere. „Sie haben die verschiedenen Charaktere gut besetzt und das toll rübergebracht“, freute sich Anke Pomplun. Den Entwicklungsprozess hat sie ein gutes Stück miterlebt. „Es war wohl die größte Anstrengung, sich zu überwinden, laut und deutlich zu reden und mit der Lautstärke auch die entsprechenden Emotionen zu vermitteln“, schätzt die Mutter von Fiona ein. Für Susann Fischer war es „erstaunlich, dass sie sich das alles selbst ausgedacht haben. Und die Aufregung hat man ihnen heute gar nicht angemerkt“, gab die Mutter von Anton, der den Professor verkörperte, ihren Eindruck wieder. Dem Zehnjährigen macht das Theaterspielen große Freude. „Schwierig war für mich, so über das Seil zu stolpern, dass es echt aussieht und ich mich dabei nicht verletze“, erzählte der Goßmarer.

Theaterleiterin Gabi Schönig dankte allen, die zum Erfolg der Premiere beigetragen haben. Weitere Mitspieler seien willkommen. Zudem werde ein Techniker gesucht, der in seiner Freizeit bei Licht und Ton unterstützt. Aufgrund der Resonanz werde es eine zweite Aufführung des Puppen-Stückes geben, kündigte sie an.