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| 11:23 Uhr

Stadtentwicklung
Luckau setzt auf Leben statt Leerstand

Das Einzeldenkmal an der Hauptstraße beherbergte vormals Luckaus schönstes Café, jetzt steht es leer.
Das Einzeldenkmal an der Hauptstraße beherbergte vormals Luckaus schönstes Café, jetzt steht es leer. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Stadt stellt Liste maroder Häuser auf und will mit Eigentümern Lösungen suchen. Von Carmen Berg

Luckaus größter Schatz ist seine Altstadt. Seit dem Jahr 1991 sind laut Bauverwaltung insgesamt 35,5 Millionen Euro an Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ in die behutsame Erneuerung geflossen. Das Programm geht in den Endspurt. Deshalb listete die Verwaltung auf, wo noch Gebäude in Privatbesitz leer stehen und eine Kur nötig ist. „Die Leerstandsbeseitigung ist ein zentraler Punkt in der Stadtentwicklung“, so Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos).

Erfasst wurden bisher 19 erhaltenswerte private Gebäude in der Kernstadt mit Handlungsbedarf. Darunter sind neun Einzeldenkmale. Zunächst würden die Eigentümer angeschrieben, um zu erfahren, welche Absichten sie mit ihren unsanierten Häusern haben. Man wolle dann miteinander erörtern, was in den nächsten Jahren passieren müsste, welche Fördermöglichkeiten es gibt, und gemeinsam Lösungen finden, so Gerald Lehmann vor den Stadtverordneten.

Durch die Befragung will die Verwaltung zugleich den Bedarf aus dem Förderprogramm für die nächsten Jahre ermitteln, Dabei sei die Mitarbeit der Eigentümer unverzichtbar, heißt es aus dem Rathaus. Es gehe darum, ins Gespräch zu kommen, betonte der Bürgermeister. An der einen oder anderen Stelle wollte er jedoch auch eine „Sanierung mit Verwaltungszwang“ nicht ausschließen.

Olaf Schulze (CDU) sprach die Stadtmauer an, die an diversen Stellen ebenfalls schadhaft sei. „Zu 90 Prozent ist die Stadt hier Eigentümer, wir müssten also Briefe an uns selbst schreiben“, erklärte der Bürgermeister, warum die Mauer nicht auf der Liste steht.

Ursula Rothe (Die Linke) und Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne) verwiesen auf prägende Gebäude in Ortsteilen, die aus ihrer Sicht gleichfalls aufgenommen werden müssten. Laut Bürgermeister war Ausgangspunkt die Zielplanung für das Altstadt-Sanierungsgebiet. Gebäude in den Ortsteilen würden in einem nächsten Schritt ebenfalls erfasst, und es würden Ortsbeiräte und Eigentümer kontaktiert, kündigte er an.