Die Händler versuchen alles, um mehr Menschen in die Luckauer Innenstadt zu ziehen. So organisierten sie selbst das Baustellenshopping mit einem bunten Rahmenprogramm. "Dabei haben wir Unterstützung durch Frau Schulz von der Stadt bekommen", sagt Kerstin Treptow, Inhaberin eines Gardinengeschäfts. "Wir wollten wieder auf uns aufmerksam machen. Und einfach nur die Läden öffnen, bringt unserer Meinung nach auch nicht viel. Deshalb haben wir uns ein Motto überlegt. Dieses zieht sich wie ein Leitfaden durch alle Läden."

Schaufenster dekoriert

"Einkaufen - damals wie heute" lautete es und die Händler haben sich einiges einfallen lassen. Schaufenster sind passend zum Motto dekoriert und laden die Gäste zum Verweilen ein. Die Besucher bewundern die liebevoll dekorierten Fenster, flanieren entlang der Baustelle oder betrachten die Bilder, die für einen Wettbewerb am gesamten Bauzaun befestigt sind. Viele Händler laden mit Aktionen und Rabatten die Kunden ein. In den Läden wurde man mit Sekt, Bowle oder Süßigkeiten begrüßt.

Am Ende der Hauptstraße konnten die Besucher zudem bei einer Modenschau die Mode der ansässigen Händler bestaunen. Ob aktuelle Herbsttrends, Schulranzen oder Brautmode - für jeden war etwas dabei. Da machten auch die historischen Figuren halt und bewunderten den aktuellen Modestil. Sie wandelten in historischen Gewändern durch die Straßen und brachten damit ein Stück Vergangenheit nach Luckau - eine Idee der Theaterloge. Und auch an die Kleinsten wurde beim Baustellenshopping gedacht. Sie konnten sich beim Kinderschminken verschönern lassen, auf dem Kinderflohmarkt das eine oder andere Fundstück ergattern oder bei der Märchenstunde im historischen Keller von Felix Tebinka spannenden Geschichten lauschen. Ein Puppendoktor war ebenfalls vor Ort und kümmerte sich um die kranken Spielgefährten der Kinder.

Der Großteil der Besucher ist von der Idee der Händler überzeugt. So auch Familie Mehlis aus Luckau: "Davon lebt Luckau. Die Leute kommen in die Innenstadt, laufen die Straßen entlang und gucken. Man geht gern ins Zentrum." Auch Lars Rose ist vom Baustellenshopping begeistert. "Ich finde, es ist eine interessante Idee. Die Händler geben sich viel Mühe und versuchen, etwas aus der Situation zu machen. Mich als historisch Interessierten reizen besonders die Schaufenster. Die schaue ich gern an", so der Berliner.

Die Geschäftsleute hingegen erhoffen sich von der Aktion mehr Kundschaft. "Ich finde das Baustellenshopping gut. Es sind sehr viele Leute auf den Straßen unterwegs. An anderen Tagen sieht man hier sonst niemanden", erzählt Sieglinde Quoos von der Kinderboutique. Auch das Team von "avanti due" unterstützt die Veranstaltung: "So etwas gab es hier in Luckau noch nie. Das ist mal etwas komplett anderes", freuen sich die Mitarbeiter.

Ärger über Baustopp

Allerdings liegen trotz der heiteren Stimmung Unmut und Verärgerung in der Luft. Anwohner, Händler und Passanten hoffen, dass die Arbeiten bald wieder aufgenommen werden und die Strapazen, die die Baustelle mit sich bringt, bald überstanden seien.