Von Birgit Keilbach

„La, la lachen. Lu, lu lustig.“ Erste Einsing-Übungen stimmt Chorleiterin Sabine Lippold im Probenraum der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule an. Es ist Mittwochvormittag und die Sängerinnen des Frauenchores haben sich wieder zum gemeinsamen Singen zusammengefunden. Diesmal holen sie noch ein paar zusätzliche Stühle herein, denn es ist eine öffentliche Probe, zu der Interessierte eingeladen wurden. Acht Frauen sitzen mit in der Runde und lauschen. Sie erleben mit, wie so eine Chorprobe abläuft.

Die Chormitglieder bieten ihnen einen kleinen Querschnitt durch das Repertoire. „Viva la musica“ – es lebe die Musik, schon der erste Kanon macht Freude beim Zuhören. „Heaven is a wonderful place“, bei diesem Kanon werden die Alt- und Sopran-Stimmen schön herausgearbeitet. Stimmungsvoll wird es im Probenraum bei „Über sieben Brücken“ und „Morning has broken“, gesungen mit deutschem Text.

Manche Zuhörerin singt oder summt bereits mit, spontan klatschen einige Beifall. Ihnen gefällt, was sie hören und die Atmosphäre im Raum. „Ich finde es ganz toll, und es beeindruckt mich, wie die Frauen singen können, und wie schön das klingt“, sagt Bärbel Töpfer.

Rosemarie Kühl hat bereits im Goßmarer Chor gesungen, der sich jedoch aufgelöst hat. Jetzt ist sie auf der Suche nach einem neuen Chor. Die Probe findet sie „super. Ich singe gerne, und die Lieder kenne ich alle. Auch etliche Sängerinnen hier, das könnte schon Spaß machen“, beschreibt sie ihren Eindruck.

Karin Laurisch singt bereits seit sechs Jahren im Frauenchor mit. Mit ihrer Schwester habe sie schon immer viel in der Familie gesungen, aber nie im Chor. „Man muss sich selber auswählen, ob man Sopran oder Alt singt. Die Stimme verändert sich im Laufe der Jahre, und ich bin jetzt im Alt gelandet“, erzählt die Gehrenerin. Die zweite Stimme zu lernen, das fordere einen auch. „Nach dem Singen ist man gut drauf und trällert manchmal ein Lied den ganzen Tag lang“, beschreibt Karin Laurisch die anhaltende Wirkung manch wöchentlicher Probestunde.

Den Ursprung hat der Chor im Jahr 2010. „Ruth Donath hatte ihn damals initiiert. Wir spielten mit ihrer Schwester Monika zusammen Akkordeon bei Eckhard Kochte und dabei kam uns die Idee, dass wir doch auch zusammen singen könnten“, blickt Uschi Horst auf die Anfänge. Die Goßmarerin singt gerne, und der Chor gebe ihr viel Freude. „Wir erleben miteinander eine wunderschöne Gemeinschaft und sind über das Singen hinaus verbunden.“ So gehen etliche der Frauen nach dem Singen regelmäßig noch Kaffeetrinken. Eine Whatsapp-Gruppe gibt es inzwischen auch.

Renate Lungwitz aus Luckau ist gleichfalls von Anfang an dabei. Den Frauen gehe es um die Freude am Singen und an der Gemeinschaft. „Wir sind alle Rentnerinnen und können am Vormittag proben.“

Von anfangs vier wuchs der Chor auf sieben Sängerinnen. Sabine Lippold übernahm den Frauenchor vor zwei Jahren mit neun Sängerinnen. Heute singen 13 Frauen einmal wöchentlich in der Musikschule gemeinsam. Es können gerne noch mehr werden, deshalb die öffentliche Probe.

„Wir üben die zwei Stimmen ein, singen auch viel a capella. Zum Repertoire gehören Volkslieder, Schlager, Balladen, Kanons, Klassisches und Modernes“, erläutert die musikalische Leiterin.

Im Mittelpunkt stehen die Freude am Singen und die Gemeinschaft, Auftritte sind weniger das Ziel. Dennoch haben sie im vergangenen Jahr zweimal im Hospital „Zum heiligen Geist“ gesungen, im Frühjahr und zu Weihnachten die Bewohner mit ihrem Gesang erfreut. Vielleicht gestalten sie auch in diesem Jahr wieder ein kleines Adventskonzert für sie, blickt Sabine Lippold voraus. Die Proben finden jeweils mittwochs von 9.15 bis 10.15 Uhr (Ferien ausgenommen) in der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule statt. Melden können sich interessierte sangesfreudige Frauen bei der Musik- und Kunstschule Luckau, Tel.: 03544-55 57 29.