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| 11:13 Uhr

Luckau hat immer noch zu viele Barrieren

Frauen mit Kinderwagen, Senioren, Menschen in Rollstühlen und Sehbehinderte haben in Luckau ein gemeinsames Problem: An bestimmten Stellen in der Innenstadt kommen sie auf den gepflasterten Gehwegen schlecht vom Fleck, können unter Umständen die Straße nicht überqueren oder Stufen zu öffentlichen Gebäuden nicht gut erkennen.

Bei frostigen Temperaturen machten sich am Mittwochnachmittag Gleichstellungsbeauftragte Rita Spruch, Vertreter von Behindertenverbänden und -heimen, Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeiter auf eine Tour durch Luckau, um so genannte Stolperfallen aufzuspüren. Erste Station war der Busplatz. Ein Schwerpunkt, der nicht nur Rita Spruch, sondern auch Thomas Hartmann besonders am Herzen liegt.

Bereits im Oktober 2002 hatte der Vorsitzende der Luckauer Bezirksgruppe des Blinden- und Sehschwachenverbandes bei einem Rundgang mit dem Bürgermeister darauf aufmerksam gemacht, dass die Stufen an den Bustaschen durch kontrastreiche Streifen gekennzeichnet und die Fahrpläne beleuchtet sein müssen.

Stadt hat seit 2002 nicht reagiert Reagiert hatte die RVS, und einen mit großen Buchstaben gedruckten Fahrplan in das Buswartehäuschen angebracht. "Trotz der Zusage von Harry Müller ist an den Stufen nichts passiert", sieht sich Hartmann enttäuscht.

Weiter ging es durch die Lange Straße am Roten Turm vorbei. "Hier haben Sie es mit einem Rollstuhl ziemlich schwer", zeigte Rita Spruch auf den Gehweg, der an der Häuserzeile mit Natursteinen, daneben mit Rechtecksteinen gepflastert ist und durch darauf parkende Autos noch schmaler wird. Ein Wechsel auf die andere Straßenseite ist auch für Mütter mit Kinderwagen kaum machbar. Die Blechlawine, die Stoßstange an Stoßstange parkt, macht das unmöglich.

Nicht alle Wege abgesenkt "Wir prüfen, ob hier der Streifen mit dem Mosaikpflaster verbreitert werden kann", versprach Bauamtschef Fritz Frenzel. Auch über eine neue Parkordnung könne man nachdenken.

Nächster Kritikpunkt: Treppen öffentlicher Gebäude sind für Sehbehinderte kaum zu erkennen, die beleuchteten im Inneren des Rathauses blenden. Auch hierum will sich die Verwaltung kümmern. Das Ordnungsamt soll zudem stärker Autofahrer kontrollieren, die verkehrswidrig an den abgesenkten Bordsteinen parken und damit für Rollifahrer unüberwindliche Barrieren bilden, wurde angeregt. "Auf der rechten Gehwegseite muss man vom Markt aus bis zur Bücherecke fahren, um mit einem Rolli die Straßenseite zu wechseln", so Spruch weiter. Auch zu breite Wühltische vor den Geschäften seien hier hinderlich.

Nächster Diskussionspunkt war die Kreuzung Am Anger/Berliner und Lindenstraße. "Seit die Ampeln abgeschaltet wurden, haben es Fußgänger hier schwer", war sie überzeugt. Eine Bedarfsampel würde das Problem nicht lösen, so Lehmann. Sie müsste in Betrieb bleiben und kostete die Stadt Geld. Die Idee, Fußgängerüberwege in der Nähe der Kreuzung sowie an der Jahnstraße über die Berliner Straße und in der Südpromenade zum Laga-Park zu installieren, wollte er in der Verwaltung prüfen lassen. Ebenso sollten die unterschiedlichen Verkehrsschilder für die Fuß- und Radwege noch einmal einer Kontrolle unterzogen werden. Nicht alle entsprechenden Schilder dazu machen auch in Luckau Sinn.

"Unser Ziel sollte es sein, dass Luckau in Zukunft eine Barriere freie Stadt wird", forderte Spruch. Es gebe in Europa dafür bereits gute Beispiele, so etwa Barcelona oder Helsinki, griff auch Regina Ziervogel aus der Kreisverwaltung Dahme-Spreewald diese Idee auf. Dafür gebe es Fördermittel, die in der schönen Innenstadt von Luckau sicher gut angelegt wären.