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| 17:48 Uhr

Antrag der Fraktion Luckauer Land/Grüne
Unterstützung vom Landkreisfür die Museen gefordert

 Das Niederlausitz-Museum in der Kulturkirche Luckau ist in städtischer Hand. Die Stadt hofft auf Unterstützung vom Landkreis.
Das Niederlausitz-Museum in der Kulturkirche Luckau ist in städtischer Hand. Die Stadt hofft auf Unterstützung vom Landkreis. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. Städtische Museumsarbeit braucht Unterstützung für museumspädagogische Stellen. Von Anja Brautschek

Die Museen in Luckau, Lübben und Königs Wusterhausen sind in städtischer Hand. Das stellt die Kommunen mitunter vor großen Herausforderungen. Finanzielle Überforderung und die zunehmende Überlastung des Personals sind die Folgen. Die Bürgermeister der drei Städte haben sich aus diesem Grund bereits im März 2018 an den Landrat Stephan Loge gewandt. In einem Brief bitten sie den Kreis um Unterstützung, indem jeweils eine Stelle für museumspädagogische Arbeit geschaffen werden sollte.

Doch bislang gab es noch keine wesentlichen Fortschritte. Die Fraktion Luckau Land/Grüne will aus diesem Grund der Aufforderung noch einmal Nachdruck verleihen. Sowohl der Ausschuss für Gewerbe, Tourismus und Stadtmarketing als auch der Luckauer Hauptausschuss haben einem entsprechenden Antrag einstimmig zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung diskutiert am Donnerstag, 21. Februar, darüber. „Mit dem Antrag wollen wir erneut auf die Problemlage hinweisen und aufzeigen, dass es im Landkreis Nachholbedarf bei der Finanzierung der Museumslandschaft gibt“, erklärt Lothar Treder-Schmidt (Luckau Land/Grüne). Die musealen Einrichtung im Kreis haben regionalen und überregionalen Anspruch. Doch die Bearbeitung des Museumsgutes, die Erstellung von Ausstellung die die Museumspädagogik mit Schulen, Kindergärten und Besuchern stellt Städte und Einrichtungen aufgrund begrenzter Mittel vor Herausforderungen. Daher sehen die Städte Luckau, Lübben und Königs Wusterhausen auch den Landkreis in der Pflicht. Das wird mit dem Antrag noch einmal unterstrichen. „Die Finanzierung der Museumspädagogischen Arbeit zur besseren Vernetzung von Museum und Schule kann dabei nur ein erster, bereits länger geforderter und daher überfälliger Schritt sein, der im Übrigen auch die kleinen, örtlichen Dorfmuseen und Heimatstuben einbeziehen muss“, heißt es darin. Entsprechende Mittel sollen dem Antrag zufolge im Rahmen der Finanzplanung für den Doppelhaushalt 2019/2020 zur Verfügung gestellt werden.

Doch bis dahin sind auch Zuarbeiten der Kommunen notwendig. Die unterschiedliche Außendarstellung sowie die personelle und sachliche Ausstattung soll in einem gemeinsamen Corporate Design für die Museen vereinheitlicht werden. Dafür stellte der Landkreis aus der „Richtlinie zur Förderung für Kultur im LDS“ im vergangenen Jahr bereits 8000 Euro zur Verfügung. Die Stadt Lübben, federführend für die Entwicklung des Corporate Designs zuständig, hatte diese jedoch nicht verwendet. Ein neuer Förderantrag für 2019 liegt aber bereits vor, erklärt Kreissprecher Bernhard Schulz auf Nachfrage. Auch Zuarbeiten zu den konzeptionellen Vorstellungen der Kommunen stünden noch aus. „Erst nach Vorliegen einer gemeinsamen Grundkonzeption zu den konkreten Personalbedarfen und organisatorischen Belangen können die konkreten Bedarfe seitens der Kreisverwaltung weiter geprüft werden“, erklärt er. Liegen alle Informationen vor, sei die Kreisverwaltung durchaus bereit, gemeinsam mit dem Kreistag die Erweiterung der Richtlinie zu diskutieren.

Die Unterstützung von musealen Einrichtungen wird in vielen Nachbarkreisen bereits umgesetzt. So ist der Landkreis Teltow-Fläming Träger des Museums in Wünsdorf und der Galerie im Kreishaus. Mehr als 180 000 Euro flossen im vergangenen Jahr in diese beiden Einrichtungen. Außerdem unterstützt der Landkreis zusätzlich öffentliche, gemeinnützige Projekte. Dazu zählen unter anderem der Museumsverein Glashütte oder das Historisch-technische Museum Kummersdorf. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz betreibt das Schloss und Festung Senftenberg, die Kunstsammlung Lausitz, das Spreewald-Museum und das Freilichtmuseum in Lehde. In Spree-Neiße wurde die entsprechende Richtlinie im vergangenen Jahr verändert. Der Kreis unterstützt demnach sieben Einrichtungen mit insgesamt 225 000 Euro.