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| 16:30 Uhr

Für Schwerstkranke in den letzten Lebenstagen
Luckau bekommt ein Hospiz

Hospiz_Luckau_4c
Hospiz_Luckau_4c FOTO: LR
Luckau. Baubeginn noch dieses Jahr. Diakonissenhaus als Träger sucht schon geeignete Mitarbeiter.

Auf einer unbebauten Fläche hinter dem Krankenhaus wird dessen Träger, das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, ein stationäres Hospiz errichten. Die Baukosten beziffert Pfarrer Matthias Blume, Vorstandsvorsitzender des Trägers, auf rund 2,7 Millionen Euro. Die Baugenehmigung liegt vor. Nachdem auch die Finanzierung steht, läuft jetzt die Feinplanung für das Vorhaben. Die Ausschreibung wird vorbereitet. „Es ist unsere feste Absicht, noch in diesem Jahr den Grundstein zu legen“, sagt Matthias Blume. In welchem Monat das sein werde, hänge vom Ergebnis der Ausschreibung ab, verweist er auf volle Auftragsbücher in der Baubranche. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.

In dem eingeschossigen energieeffizienten Gebäudekomplex, der in einer Art spitzem „L“ konzipiert ist, werden 12 wohnliche Einzelzimmer entstehen, in denen unheilbar erkrankte Menschen ihre letzten Lebenstage verbringen können. Zudem seien zwei Gästezimmer geplant. Sie sollen es Angehörigen ermöglichen, in Ruhe von ihren Lieben Abschied zu nehmen, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Auch einen „Sonnenraum“ soll es geben, einen Mehrzweckraum, der den schwerkranken Gästen zur Verfügung steht, um zum Beispiel noch einmal ihren Geburtstag zu feiern. „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“, beschreibt Pfarrer Blume das Motto der Arbeit. „Wir wollen die Menschen so begleiten, dass sie ihre letzten Tage intensiv erleben, und wir werden versuchen, besondere Wünsche zu erfüllen“, sagt er.

Die Zimmer werden licht und freundlich sein. „Ein Hospiz ist kein Krankenhaus, es ist für die Schwerstkranken ihr letztes Zuhause“, so der Vorstandsvorsitzende.

Bei der Gestaltung bringt der Träger Erfahrungen aus zwei vom Diakonissenhaus bereits betriebenen Hospizen in Kloster Lehnin und Potsdam ein. Die Anregung für ein weiteres in Luckau sei von Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) ausgegangen, erinnert sich Pfarrer Blume.

Zwar gibt es in der Gartenstadt einen ambulanten Hospizdienst, bislang aber keine Möglichkeit der stationären Aufnahme. Beim Diakonissenhaus rannte der Bürgermeister offene Türen ein. Es ist in Luckau schon als Träger verschiedener medizinischer und sozialer Angebote etabliert. Dazu gehören neben dem Krankenhaus Behinderteneinrichtungen sowie die Kita „Haus Gottesssegen“.

Zehn Hospize gibt es Matthias Blume zufolge derzeit in Brandenburg, doch zwischen Potsdam und Lehnin im Norden sowie Cottbus und Lauchhammer im Süden bestehe ein weißer Fleck. „Diese Lücke wollen wir mit dem Neubau in Luckau schließen“, sagt er.

Es sei ein besonderer Dienst am Menschen, der in einer solchen Einrichtung geleistet wird, so der Vorstandschef. Deshalb werde schon jetzt mit der Suche nach geeignetem Personal begonnen. „Unsere Mitarbeiter sollen ausreichend Zeit haben, ein Team zu werden, bevor die ersten Gäste einziehen“, erklärt Pfarrer Blume. 20 Vollzeit-Stellen sind vorgesehen. Benötigt werden dem Träger zufolge neben einer Pflegedienstleitung insbesondere Pflegefachkräfte, Pflegekräfte und hauswirtschaftliches Personal. Außerdem werden Mitarbeiter für den Sozialdienst und für die Koordination von Ehrenamtlichen gebraucht. Die künftigen Mitarbeiter würden vom Träger gezielt auf den Dienst im Hospiz vorbereitet. Wo das erforderlich sei, würden sinnvolle Zusatzqualifikationen angeboten. Interessierte können sich beim Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, Geschäftsführerin des Unternehmensbereiches Altenhilfe, Frau Pia Reisert, Potsdamer Straße 7, 14513 Teltow sowie im Internet über die Karriereseite der Homepage www.diakonissenhaus.de bewerben. Pia Reisert ist auch Ansprechnaprtnerin für alle, die sich zunächst nur informieren möchten.

Bebaut wird eine Fläche hinter dem Kranknehaus. Zur Vorbereitung auf die Arbeiten wurden unter anderem schon Bäume gefällt.
Bebaut wird eine Fläche hinter dem Kranknehaus. Zur Vorbereitung auf die Arbeiten wurden unter anderem schon Bäume gefällt. FOTO: Carmen Berg / LR