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| 01:06 Uhr

Lkw-Maut: Spediteure fürchten Zusatzkosten

Luckau.. Die Fuhrunternehmen in und um Luckau starteten gestern bis auf wenige Ausnahmen reibungslos in das Maut-Zeitalter auf Deutschlands Autobahnen. Die in den meisten großen Lastern bereits eingebaute Abrechnungs-Technik (OBU, On-Board- Unit) tut, was sie soll. Tilo Winkler

Allerdings fürchten die Spediteure, dass sie auf den Zusatzkosten sitzen bleiben.

„Fahre nicht zum Nulltarif“
Der Luckauer Spediteur Theodor Böge (64) hat nach eigenen Angaben bereits zehn seiner 19 40-Tonner mit den Bord-Geräten ausgerüstet. „Damit gibt es keine Probleme“ , sagt er. Auch die anderen Lkw der Firma (22 Mitarbeiter) sollen demnächst mit OBU ausgestattet werden. „Doch zurzeit stehen die Fahrzeuge“ , so der 64-Jährige - zum einen, weil momentan keine Aufträge für die Laster eingingen, die meist auf Baustellen eingesetzt werden. Es sei aber auch eine Kostenfrage: „Ich fahre nicht zum Nulltarif.“ Wenn die Aufträge nicht „rentabel sind“ , dann blieben die Lkw erst einmal auf dem Hof. Die Gewinnspannen seien in den vergangenen Jahren auf ein Minimum geschrumpft, so Böge. Zugleich habe sein Unternehmen allein für Diesel im vorigen Jahr 60 000 Euro mehr ausgeben müssen.
Die durch die Lkw-Maut weiter ansteigenden Kosten, Böge schätzt sie auf bis zu 20 000 Euro pro Auto und Jahr, würden die Fuhrbetriebe zusätzlich belasten, befürchtet nicht nur Theodor Böge. „Längst nicht alle Kunden übernehmen die Maut“ , weiß auch Bettina Assmann. „Es sieht eher so aus, dass wir darauf sitzen bleiben“ , so die 39-jährige Chefin des gleichnamigen Golßener Transportunternehmens (zwölf Mitarbeiter). „Wenn das wirklich eintritt, wird es sehr schwer“ , glaubt auch Dirk Wolff (42), Transportunternehmer aus Walddrehna (22 Mitarbeiter). Das nächste halbe Jahr werde zeigen, wohin die Reise geht.
Von ihren elf Fahrzeugen seien zehn mit der Abrechnungs-Technik ausgestattet, ergänzt Bettina Assmann. „Wir haben uns früh darauf eingerichtet“ , sagt die Unternehmerin. Für den noch nicht ausgerüsteten nagelneuen Lkw werde zurzeit per Internet die Maut gebucht - falls es funktioniert: „Da gibt es einige Probleme. Wir sind mit Betreiber Toll Collect in Kontakt.“ Damit der Laster trotzdem rollen kann, werde auf die Landstraße ausgewichen.

Landstraße keine Lösung
Das sei jedoch keine Dauerlösung, um die Kosten niedrig zu halten, sind sich die Firmenchefs unisono einig. „Von hier bis ins Ruhrgebiet auf der Bundesstraße, das geht nicht“ , so Bettina Assmann. „Der Kunde gibt Termine vor“ , sagt Theodor Böge.
Dass die Spediteure ganz genau hinschauen sollten, was die On-Board-Units so abrechnen, diese Erfahrung hat Dirk Wolff vergangene Woche Donnerstag während des Probebetriebs gemacht: „Obwohl der Lkw in Berlin neben der Stadtautobahn fuhr, sollte ich 3,50 Euro Maut bezahlen.“