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Aus der Wirtschaft
LKT baut China-Kooperation aus

LKT-Geschäftsführer Michael Müller und CRRC-Präsident Hou Zhigang vor dem Modell einer Kleinkläranlage, wie sie die Luckauer nach China liefern.
LKT-Geschäftsführer Michael Müller und CRRC-Präsident Hou Zhigang vor dem Modell einer Kleinkläranlage, wie sie die Luckauer nach China liefern. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau-Alteno. Delegation des Konzerns CRRC zu Gesprächen beim Luckauer Klärtechnik-Produzenten. Von Carmen-Sylvia Berg

Die Lausitzer Klärtchnik GmbH (LKT) unterstützt China beim Ausbau einer modernen Abwasser-Infrastruktur. Weitere konkrete Projekte dazu haben am Montag im Mittelpunkt von Gesprächen einer Delegation der China Railway Rolling Stock (CRRC) unter Leitung des Konzernpräsidenten Hou Zhigang in Luckau-Alteno gestanden.

Bereits im Juli hat das Lausitzer Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit CRRC abgeschlossen. Die Luckauer liefern in einem Pilotprojekt Kleinkläranlagen nach China und wollen mittelfristig helfen, ein Werk zum Bau von Kläranlagen zu errichten. Laut LKT-Geschäftsführer Michael Müller sind inzwischen sieben Anlagen ausgeliefert worden. Sie sind ausgelegt auf die Abwasserentsorgung für bis zu 50 Einwohner und können somit auch in entlegenen Dörfern eingesetzt werden. Qualität, Service und Kompetenz des Lausitzer Unternehmens konnten in China überzeugen. Beide Seiten bekundeten Interssse, künftig die Zusammenarbeit auf zentrale Anlagen für mehrere Tausend Menschen auszuweiten.

Partei und Staat haben in China den Umweltschutz auf ihre Agenda ganz nach oben gesetzt, das hat unlängst der 19. Parteitag der KP bekräftigt. Als weltgrößter Hersteller von Schienenfahrzeugen  unterstützt CRRC diesen Prozess auf einem für den Konzern neuen Aufgabenfeld, dem Aufbau der erforderlichen Abwasser-Infrastruktur. „Beim Bau von Zügen sind wir Spezialisten, doch hier sind wir noch Lernende“, so CRRC-Präsident Hou Zhigang. Wie er sagte, gehe es zunächst um 76 Dörfer mit mehreren 1000 Einwohnern, die mit zentralen Anlagen auszustatten seien.

Der Geschäftsaufbau mit CRRC wurde maßgeblich von Gerhard Pieper initiiert, Geschäftsführer der Pieper Innovationsgesellschaft aus Lübbenau und Mitglied des IHK-Fachausschusses für Außenwirtschaft. Die Lausitzer Klärtechnik, so sagte er, wolle nicht nur liefern, das Unternehmen sei offen für eine faire Partnerschaft und werde China helfen, eigene Technologien aufzubauen. Demnächst sollen CRRC-Mitarbeiter zu einer einwöchigen Schulung nach Luckau-Alteno kommen, zudem werden chinesische Produktionsfachleute zu einem weiteren Informationsbesuch erwartet.

Als führender Anbieter für Klärtechnik in Deutschland kann LKT sich schon seit Jahren erfolgreich am internationalen Markt behaupten. Anlagen aus Luckau-Alteno arbeiten in vielen europäischen Ländern, aber beispielsweise auch in Dubai, in einigen Ländern Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas. „Die Kooperation mit CRRC ist für uns ein weiterer  Meilenstein für den Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen ins Ausland“, so LKT-Geschäftsführer Michael Müller.

Großes Interesse hatten die Gäste aus China an innovativen Lösungen, die LKT gemeinsam mit Wissenschaftlern der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg entwickelt. Dazu gehört ein  mobiles Messgerät, mit dem die  Reinigungsergebnisse von Kläranlagen ohne aufwendige Laboruntersuchungen jederzeit abgerufen werden können. „Das dauert zwei Minuten, bisher brauchte man mindestens sieben Tage, bis die Ergebnisse vorlagen“, sagte Michael Müller. Das Gerät soll im ersten Quartal 2018 lieferbar sein. „Dafür gibt es in China einen großen Markt“, war CRRC-Präsident  Hou Zhigang überzeugt.