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| 17:47 Uhr

Neue Ausstellung in Galerie Kunstpause
Bilder aus filigranen Fäden

Die frühere Dahmenserin Lisa Klopsteg (2.v.l.) beantwortete während der Vernissage in der Galerie "Kunstpause" Fragen zu ihren Werken.
Die frühere Dahmenserin Lisa Klopsteg (2.v.l.) beantwortete während der Vernissage in der Galerie "Kunstpause" Fragen zu ihren Werken. FOTO: Birgit Keilbach
Dahme. Lisa Klopsteg präsentiert in Dahme Ergebnisse eines außergewöhnlichen Hobbys. Von Birgit Keilbach

Groß war der Besucherandrang am Samstag in der Galerie „Kunstpause“ in Dahme. Die Vernissage der neuen Ausstellung war nicht nur eine Begegnung mit einer besonderen Kunst. Sie war für viele Gäste auch eine Begegnung mit einer guten Bekannten. Lisa Klopsteg wohnte und arbeitete als Werbegestalterin bei HO und Konsum 20 Jahre lang in Dahme, bevor sie 1974 nach Berlin umzog.

„Lisa Klopsteg kannte in Dahme jeder. Sie ist mit ihrem Wagen voller Material von Schaufenster zu Schaufenster gefahren und sie war schon immer sehr kreativ“, sagte Marita Ullrich. Sie habe sich darüber gefreut, ihr wieder zu begegnen. Und die Bilder in der Ausstellung seien einfach toll. „Wow, so eine filigrane Arbeit, das ist beeindruckend. Ich habe so etwas nirgendwo vorher gesehen“, ergänzte sie. Die staunenden Augen der anderen Besucher zeigten, dass sie ebenso fasziniert waren.

Lisa Klopsteg zeigt Seidengrafik, die wie Malerei wirkt. Manches Bild mutet auf den ersten Blick an, als wäre es mit Ölfarbe und Pinsel gefertigt; auf anderen entsteht für den Betrachter eine plastische Darstellung, entstanden aus gekonntem Spiel mit Licht und Schatten. Was sich jedem erst aus der Nähe und auf den zweiten, genauen Blick erschließt, ist die Tatsache, dass hier unzählige seidene Fäden eng aneinandergelegt das Gesamtbild ergeben.

Vor mehr als 30 Jahren fand die Berlinerin zu diesem ungewöhnlichen Hobby. Beim Besuch von Kunstausstellungen in Berlin, Dresden, Moskau und anderen großen Städten „hatte ich immer im Hinterkopf, eine Idee für ein eigenes Hobby zu finden“, erzählte Lisa Klopsteg. Das Schicksal habe sie eines Tages in eine kleine Köpenicker Galerie geführt, wo aus Seidenfäden gefertigte Arbeiten präsentiert wurden.

Von diesem Moment an, war ihre Leidenschaft für diese Art der künstlerischen Gestaltung entfacht. „Das erste Bild wurde noch unter Zeitdruck gemacht, es sollte ein Geburtstagsgeschenk für meine Tochter Karin werden.“ Sie bekam Unterstützung von ihrem Lebenspartner Werner Hoffmann, der es schließlich rechtzeitig fertig stellte. Viele weitere Arbeiten entstanden in den folgenden Jahrzehnten. „Wie lange ich dafür brauche, weiß ich nicht. Gemalt ist so ein Bild auf jeden Fall schneller“, antwortet sie auf eine häufige Frage am Samstag. Immer wieder erklärt sie auch die Technik. Erster Schritt sei die Zeichnung. Diese werde dann mit doppelseitigem Klebeband überklebt. „Dann lege ich mit dem Cuttermesser kleine Flächen frei und fülle sie mit den Seidenfäden von außen nach innen aus“, erläutert Lisa Klopsteg. Dabei führe immer auch die Phantasie die Hand. „Als Werkzeug brauche ich nur ein Cuttermesser und eine passende Nagelschere. Der Rest ist Fingerspitzengefühl und Kreativität.“

Angesichts der zahlreichen filigranen Fäden, die unter Beachtung von Struktur, Lichteinfall und farblicher Wirkung aneinandergefügt werden, erscheint der Titel der Ausstellung „Entspannen mit Seidenfäden“ etwas widersprüchlich. Doch für sie sei es Entspannung, bekräftigt Lisa Klopsteg. „Weil es mir großen Spaß macht und eine spannende Sache ist, zu verfolgen, wie etwas Neues entsteht. Da vergisst man die Anstrengung.“

Vom faszinierenden Ergebnis dieser Arbeit begeistert war auch Doris Biet, die seit der Kindheit mit einer von Lisa Klopstegs Töchtern befreundet ist. „Ich hatte eine Landschaft in Seide geschenkt bekommen und dann die Idee, diese Kunstwerke bei uns in der Galerie auszustellen“, sagt Doris Biet.

Lisa Klopsteg ließ sich dazu bewegen, obwohl sie die Bilder und die darüber hinaus gezeigten Stoffcollagen nur für sich und die eigene Wohnung gefertigt hat. Ihr gefällt die Galerie. „Es ist unglaublich, was Doris und ihr Mann Torsten hier in Dahme  aufgebaut haben“, lobt die Berlinerin. Für sie bietet die kleine Galerie den passenden Rahmen, das Hobby zu präsentieren. Und für die Kunstinteressierten in Dahme und Umgebung ist die Ausstellung eine wunderbare Entdeckung.