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Lichtfestival
Luckau leuchtend und verlockend

Mit farbigem Licht illuminiert, präsentierte sich Luckau am vergangenen Wochenende nach Einbruch der Dunkelheit an verschiedenen Orten im Stadtzentrum. Hunderte Lichtpunkte wanderten wie Ameisen über die Fassade des Gebäudes am Töpferbrunnen.
Mit farbigem Licht illuminiert, präsentierte sich Luckau am vergangenen Wochenende nach Einbruch der Dunkelheit an verschiedenen Orten im Stadtzentrum. Hunderte Lichtpunkte wanderten wie Ameisen über die Fassade des Gebäudes am Töpferbrunnen. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Zweites Lichtfestival in der Gartenstadt musste den frostigen Temperaturen Tribut zollen. Von Birgit Keilbach

Mit der zweiten Auflage von „Luckau leuchtet“ ist die Gartenstadt am Wochenende in die Freiluftsaison gestartet. „Wir haben einige Anregungen aus dem vergangenen Jahr aufgenommen und diesmal einen Übersichtsplan ausliegen, damit sich die Gäste orientieren können“, sagte Bürgermeister Gerald Lehmann.

Mit dem Lichtfestival wolle Luckau sich auf eine andere Art in Szene setzen und Gäste anlocken. „Verbunden mit dem Streetfood-Angebot und dem Bühnenprogramm auf dem Markt soll es zunächst fünf Jahre lang stattfinden und wird sich immer wieder verändern“, ergänzte der Verwaltungschef.

Die riesige Besucherresonanz vom vergangenen Jahr blieb diesmal aus. Die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich ließen viele zu Hause bleiben. Auch die Technik der Lichtinstallationen war dem eisigen Temperaturniveau insbesondere am Freitagabend nicht überall gewachsen.

Dennoch lohnte sich ein Rundgang durch die Straßen der Innenstadt zu den verschiedenen, mit farbigem Licht in Szene gesetzten Orten. So konnten die Besucher auf dem Weg vom Marktplatz zum Innenhof der Kulturkirche den Filmklassiker „Die Feuerzangenbowle“ erleben.

An der Fassade des Kreisarchivs gab es ab Samstag spannende Bilder aus dem Weltall zu betrachten, die vom Weltraumteleskop „Hubble“ aufgenommen wurden. Allerdings mussten die Techniker vom event-center-berlin.de auf einen kleineren Beamer ausweichen, der diese nur auf einen Teil der Fassade projizierte. An der Nikolaikirche rückte farbiges Licht das Portal des Gebäudes in den Blickpunkt. Wer vom Markt durch die Hauptstraße bummelte, dem wiesen wechselnd beleuchtete Container den Weg. Auch die mit Lichternetzen versehenen drei Bäume in der Mitte des Weges waren ein Hingucker.

Am Töpferbrunnen fiel der Blick auf hunderte Lichtpunkte, die über die Fassade des Hauses wanderten. Dieses Farbenspiel ließen Oskar Bielmann und Birgit Müller auf sich wirken. Sie waren trotz der kalten Temperaturen aus Berlin nach Luckau gekommen. „Wir sind schon im Hellen durch die Altstadt flaniert und haben die schönen restaurierten Bürgerhäuser bewundert.“ Das Lichtspektakel passe genau zu diesem Altstadtflair, „es ist nicht aufdringlich und überschwänglich“ sagte Oskar Bielmann. „Es ist sehr schön in die vorhandene Bausubstanz eingebettet und das Event auf dem Marktplatz passt auch gut dazu“, ergänzte Birgit Müller.

Ralf Berger war bereits zur Premiere von „Luckau leuchtet“ im vergangenen Jahr in der Stadt. „Ich habe bewundert, was man mit Licht alles machen kann und war neugierig, was diesmal an neuen Ideen zu sehen sein wird“, sagte der Finsterwalder. Die Wassercontainer seien sehr auffallend, „sie sehen aus wie große, farbige Lampen“, ergänzte er. Seiner Begleiterin Karin Wolf fielen die farbigen Lichtpunkte auf dem Bürgersteig gegenüber der Georgenkapelle auf. „Sie haben uns dann direkt zum Schmuckgeschäft geführt.“

Zahlreiche weitere Geschäfte der Innenstadt beteiligten sich auch in diesem Jahr wieder an dem Lichtfestival, mit eigenen Installationen oder mit den zur Verfügung gestellten farbigen Scheinwerfern.

Auch auf dem Weg zum alten Schlauchturm auf dem Mönchhof, dessen Fenster und Fassade in wechselndes Licht getaucht wurden, lockten ab Samstag verschiedenfarbige Lichter an einer Wand zum Stehenbleiben und Fotografieren.

„Unterbelichtet“ empfanden Besucher allerdings die Bürgerhauser rund um den Markt. „Es ist schön, was Luckau für seine Bürger auf die Beine stellt, doch wenn die beleuchteten Stände nicht wären, dann wäre es hier dunkel“, brachte es Helma Vietz auf den Punkt. Schon im vergangenen Jahr habe er das als Mangel empfunden, dass die schönen Fassaden der Bürgerhäuser am Markt nicht beleuchtet seien, „und dieses Jahr sind sie wieder dunkel“, war auch Hans-Georg  Schaper enttäuscht.

Diese und weitere Kritikpunke werden in der Auswertung und Vorbereitung fürs kommende Jahr berücksichtigt, erklärte Tino Wolff vom Veranstaltungs- und Stadtmarketing der Laga GmbH am Sonntag.

„Die Temperaturen haben den Menschen und auch der Technik in diesem Jahr zu schaffen gemacht. Sehr gute Resonanz hatten die Modelleisenbahner mit ihrer Ausstellung im Rathaus. Die kleinen Bahnen sind für Jung und Alt eine Attraktion, und es war eine ideale Gelegenheit zum Aufwärmen“, zog er ein erstes Resümee.