Von Carmen Berg

Am neuen Hospiz des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin in Luckau ist am Donnerstagnachmittag Richtfest gefeiert worden. Der eingeschossige Bau wird nach seiner Fertigstellung zwölf sterbenden Menschen ein letztes Zuhause geben. Wie Matthias Blume, Theologischer Vorstand des Trägers, sagte, soll nicht das Sterben im Mittelpunkt der Arbeit stehen, sondern das Leben bis zuletzt. „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“, beschreibt er den Leitsatz.

Das Evangelische Diakonissenhaus hat langjährige Erfahrungen in der Hospizarbeit. Seine Einrichtung in Lehnin war das erste konfessionell betriebene Hospiz in Brandenburg, hinzu kommt ein weiteres in Potsdam. Dass nun Luckau folgt, sei der Initiative von Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) geschuldet. Der Bürgermeister hatte den Wunsch nach einer solchen Einrichtung für seine Stadt an das Dia­konissenhaus herangetragen, das bereits das Krankenhaus betreibt, blickte der Theologische Vorstand zurück.

Auch in ihrer letzten Lebensphase sollen sich Menschen in Luckau willkommen fühlen, bekräftigte Gerald Lehmann.

Das neue Haus in L-Form entsteht zwischen Schanzweg und Hoher Weg. Die zwölf Gästezimmer sowie zwei weitere Zimmer für Angehörige, jeweils mit  großen Fenstern, sind nach Osten und Süden ausgerichtet und werden mit Bädern ausgestattet. Außerdem soll es ein gemeinsames Wohnzimmer, den „Sonnenraum“, für Treffen in der Gemeinschaft sowie einen Raum der Stille geben.

Die Baukosten beziffert Michael Blümchen, Geschäftsführer für den Unternehmensbereich Altenhilfe, auf 2,7 Millionen Euro. Eine Million Euro ist ein zinsloses Darlehen aus einem Bundesprogramm, 300 000 Euro steuerte die ARD-Fernsehlotterie bei, weiteres Geld kommt aus Spenden und Eigenmitteln.

Spätestens zum 1. Dezember soll das Luckauer Hospiz Michael Blümchen zufolge bezugsfertig sein. Altlasten im Boden sorgten für einen Bauverzug von rund vier Wochen. So seien beim Ausbaggern Bauschutt aus DDR-Zeiten und eine Wasserzisterne gefunden worden. Doch nun gehen die Arbeiten zügig voran, sagte er.

Gefunden ist bereits der größte Teil der künftigen Mitarbeiter, die die sterbenden Menschen in ihren letzten Tagen und Wochen begleiten werden. Pia Reisert, ebenfalls Geschäftsführerin im Bereich Altenhilfe, nennt sie Berufene, denn es sei ein besonderer Dienst am Menschen, der in einem Hospiz geleistet werde. Vorgesehen sind 25 Vollzeitstellen. Rund 200 Interessierte hatten sich dafür beworben, mit 150 davon führte der Träger Bewerbergespräche durch. Die künftigen Mitarbeiter kommen aus Dahme-Spreewald und dem Nachbarkreis Teltow-Fläming.

Sie sollen das Luckauer Haus von Anfang an mitentwickeln. Demnächst findet in Lehnin für das neue Team eine erste Klausurtagung statt, eine weitere ist für September, Oktober in Luckau geplant.

Noch willkommen sind darüber hinaus Ehrenamtliche, die sich im Hospiz engagieren möchten. Pia Reisert zufolge kann das in verschiedenster Weise geschehen. „Ob Kuchen backen, Vorlesen oder Hunde-Besuchsdienst“, zählt die Geschäftsführerin Möglichkeiten auf. Interessierte können sich beim Träger an Pia Reisert wenden oder später direkt an die Ehrenamtskoordinatorin im neuen Luckauer Haus.