Von Anja Brautschek

Was will Luckau bis 2030 erreichen? Antworten auf diese Frage gibt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek). Das 166 Seiten umfassende Papier wurde von den Stadtverordneten am Donnerstagabend einstimmig beschlossen.

Das Insek soll Orientierung bieten für die künftige Entwicklung der Stadt. Zehn zentrale Entwicklungsziele sind dafür festgeschrieben. Oberstes Ziel dabei ist es, dass Luckau bis zum Jahr 2030 die 10 000er-Einerwohnermarke knackt. Dazu sollen unter anderem der Bildungsstandort, Wirtschaft, Wohnangebote, Tourismus oder mittelzentrale Funktionen ausgebaut und gestärkt werden. Um die zentralen Herausforderungen zu beseitigen, ist bereits ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt worden. 112 konkrete oder wenige konkrete Vorhaben sind darin festgeschrieben, die in den kommenden zehn Jahren umgesetzt werden können. In Stein gemeißelt ist dabei noch nichts. „Das Konzept ist ein Arbeitsleitfaden. Irgendwann werden an der einen oder anderen Stelle Nachjustierungen erforderlich sein“, erklärt Bürgermeister Gerald Lehmman (parteilos).

Die wesentlichen Schwerpunkte sind aber schon jetzt deutlich: Bildung, neue Wohnstandorte und Infrastruktur. So stehen unter anderem die Erweiterung der Rosa-Luxemburg-Grundschule und die Schaffung von weiteren Kitaplätzen auf der Prioritätenliste ganz oben. Die Übergangslösung mit Containern ist bereits auf den Weg gebracht. In den Startlöchern steht auch die Entwicklung des Quartiers „Zaackoer Weg“. Dort könnten künftig Mehrfamilienhäuser individuelle Wohnangebote ermöglichen. Die Aufstellung des Bebauungsplanes haben die Stadtverordneten bereits beschlossen. Vorgesehen ist zudem, die Stadtsanierung der historischen Altstadt sowie Wohngebiete wie die Schanze weiterzuentwickeln.

Neben der Kernstadt sollen dabei auch die Ortsteile nicht außen vor gelassen werden. Der öffentliche Nahverkehr soll verbessert, gemeinsam mit dem Landkreis auch Lösungen für den Bahnhof Uckro gefunden und das Kernradwegenetz weiter ausgebaut werden. Weitere zentrale Herausforderung ist noch immer der flächendeckende Breitbandausbau.

Auch Kultur und Tourismus bleiben weiterhin im Blick. Großes Potenzial bietet unter anderem der Schlabendorfer See. Die Kulturkirche und Kernstadt sollen weiter aufgewertet, Verweilqualitäten verbessert werden. Ein wichtiger Baustein dabei ist auch der Erhalt und die Pflege des Laga-Parkes mit Wasserspielplatz und Caravan-Stellplatz. Um den Tourismus weiterhin voranzubringen, sei auch ein neues Hotel in Luckau denkbar.

Das Konzept legt den Fokus langfristig zudem auf Herausforderungen wie die medizinische Versorgung, insbesondere den Fachkräftemangel oder den Gebäudeleerstand in der Innenstadt.

Das Luckauer Insek wurde gemeinsam mit der EBP Deutschland GmbH zusammengestellt. Rund ein Jahr hat die Erstellung gedauert. Nicht nur Verwaltung, Politiker und Ortsvorsteher konnten sich dabei einbringen. Die Stadt hat zwei Bürgerworkshops angeboten, indem Ideen diskutiert und Anregungen eingebracht werden konnten.