| 00:00 Uhr

Lehde soll von Karawane der Reisebusse verschont bleiben

Lehde.. Auch nach dem Ausbau der Straße und der Brücke über die Weskow soll die Strecke von Lübbenau nach Lehde für Omnibusse tabu bleiben. Einstimmig hat der Bauausschuss dies den Stadtverordneten zur Beschlussfassung empfohlen. Klaus Alschner

Auslöser war der Antrag eines Gewerbetreibenden beim Landkreis Oberspreewald-Lausitz, nach den Ausbauten die Straße für den Busverkehr zu öffnen.
Auf der Straße von der Lübbenauer Altstadt zum Ortsteil Lehde, die im idyllischen Touristenort Lehde als Sackgasse endet, ist durch ein straßenverkehrsrechtliches Verbot der Omnibusverkehr bis dato ausgeschlossen, erklärt die Stadtverwaltung zu dem Thema. Ausnahmen gelten demnach nur für die Kleinbusse des öffentlichen Personennahverkehrs und die Touristen-Bahn „Spreewaldmolly“ . Grund für das verkehrsrechtliche Verbot war die begrenzte Belastbarkeit von Brücke und Straße.
Doch das hat sich nach Feststellung der Verwaltung mit Abschluss der Bauarbeiten geändert. Die technischen Voraussetzungen für den Busverkehr wären jetzt erfüllt. Dennoch empfahl die Verwaltung, von einer Öffnung für Busse abzusehen. In Lehde gebe es weder eine Wendemöglichkeit noch Parkmöglichkeiten für Reisebusse. Selbst das Ein- und Aussteigen von rund 50 Fahrgästen pro Bus würde die Kapazitäten des Straßenraums in Lehde sprengen. Das städtische Verkehrskonzept sehe ohnehin vor, die Strecke auch für den touristischen Individualverkehr einzuschränken. Schon heute sei die gemeinsame Nutzung der Straße durch Radfahrer und Autos und durch unerlaubtes Parken eine Belastung. Kämen künftig auch noch Busse hinzu, wäre die Verkehrssicherheit weiter eingeschränkt.
Die Mitglieder des Bauausschusses folgten dieser Ansicht einmütig. Martin Habermann (CDU) sagte, schon heute, ohne den zu befürchtenden Fluss von Reisebussen in das Dörfchen, sei der permanente Pkw-Verkehr störend. Meist handele es sich um Ortsunkundige, die „nur mal gucken“ wollten.
Der Bauausschuss empfahl, den Busverkehr auf dem Wege der straßenrechtlichen „Teileinziehung“ der Strecke zu verhindern.