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Luckauer Innenstadt
Leere Läden werden zu Ateliers

Mit Kunst im Stadtbild hatte die Spektrale 2016 den Anfang gemacht. Hier die goldene Nähmaschine von Dorothea Neumann im Schaufenster eines leeren Geschäftes in der Altstadt. 2018 zieht die gesamte Schau ins Freie und leere Läden werden zu Ateliers.
Mit Kunst im Stadtbild hatte die Spektrale 2016 den Anfang gemacht. Hier die goldene Nähmaschine von Dorothea Neumann im Schaufenster eines leeren Geschäftes in der Altstadt. 2018 zieht die gesamte Schau ins Freie und leere Läden werden zu Ateliers. FOTO: Ingvil Schirling
Luckau. Die 8. Spektrale des Landkreises Dahme-Spreewald vom 27.Mai bis 16. September 2018 will im Luckauer Stadtbild neue Akzente setzen. Dafür zieht die Schau diesmal vollständig ins Freie, sie geht unter die Leute. Carmen Berg

Der Rundweg zwischen Stadtgraben und Stadtmauer wird zur Kunstpromenade. Dort werden beispielsweise der Gewinner des Brandenburger Kunstpreises Lutz Friedel, Landschaftskünstlerin Sabine Fassl, der Kleinmachnower Bildhauer und Installationskünstler Andreas Theurer, Steffen Mertens, der mit seinen Skulpturen jüngst beim Spreewald-Atelier in Lübbenau vertreten war, Bildkeramikerin Ulrike Rumpenhorst aus Töpchin oder auch Chris Hinze, früherer Musiker der Band Sandow, der zur bildenden Kunst wechselte, ihre Werke aufstellen. Luckauer und Gäste können sie beim Spaziergang entdecken, so Spektrale-Kurator Herbert Schirmer während der jüngsten Sitzung des Tourismus- und Gewerbeausschusses. Weiteres Novum, das dem Kurator zufolge womöglich landesweit zum Modell taugen könnte, ist das Begleitprojekt "Artists in Residence". In Luckaus Altstadt standen laut Stadtverwaltung Ende vergangenen Jahres 20 Geschäfte leer. "Bei einem Rundgang hatten wir das eigenartige Gefühl, als sei die Hälfte der Läden ungenutzt", sagt Herbert Schirmer. Die Idee: Die Läden sollen auf Zeit zu Ateliers werden. Sieben Absolventen von Kunstakademien in Dresden, Berlin und Halle (Saale) werden eingeladen, leere Geschäfte als Arbeits- und Ausstellungsorte zu nutzen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern und können sich inspirieren lassen von einer historischen Kulisse, an der einst italienische Stukkateure Hand anlegten. So werde der Bogen geschlagen zum kommenden Spektrale-Motto "Kultur im Gepäck", erklärt der Kurator. Besucher können in die Ateliers hineinschauen, in den Schaufenstern werden wechselnde Kunstobjekte gezeigt. Auch an ein Künstler- und Lesecafé sei gedacht. Herbert Schirmer zufolge sei dieser Treff wie die Kunstpromenade Open Air geplant und soll an der Hauptstraße auf der Freifläche am Kiosk eingerichtet werden.

Für die Ateliers haben sich die Spektrale-Macher gemeinsam mit der Stadt Objekte zwischen Hauptstraße und Markt sowie auch in der Langen Straße angesehen. Jetzt sollen Gespräche mit den Eigentümern klären, ob sie ihre Flächen zu annehmbaren Konditionen für die Spektrale-Monate vermieten.

Die jungen Künstler werden während ihrer Zeit in Luckau ein monatliches Stipendium in Höhe von 500 Euro bekommen, und ihnen wird von der Stadt Wohnraum zur Verfügung gestellt. Herbert Schirmer zufolge hat Kulturland Brandenburg für das Vorhaben Unterstützung in Aussicht gestellt, Förderung sei beantragt.

Die Stadt hofft, dass das Projekt über den Herbst 2018 hinaus weiterwirkt. "Luckau ist nicht der Spreewald", sagt Ausschuss-Vorsitzender Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne). "Deshalb müssen wir eigene Akzente setzen. Luckau macht Kunst: Das wäre ein tolles Markenzeichen", findet er.