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Leben auf der Großbaustelle

Durchfahrt gesperrt: Die Straße der Einheit in Beesdau ist komplett aufgerissen worden. Der Durchgangsverkehr wird umgeleitet, Anwohner dürfen allerdings vorsichtig bis zu ihren Grundstücken fahren.
Durchfahrt gesperrt: Die Straße der Einheit in Beesdau ist komplett aufgerissen worden. Der Durchgangsverkehr wird umgeleitet, Anwohner dürfen allerdings vorsichtig bis zu ihren Grundstücken fahren. FOTO: D. Friedrich
Beesdau. In Beesdau werden seit März Straßen und Leitungen saniert. Damit die Einschränkungen für die Anwohner nicht zu groß sind, kommen ihnen die Bauarbeiter – wo es geht – entgegen. Daniel Friedrich

Sie staubt, sie lärmt und sie bereitet so manchen Umweg: Die Baustelle in Beesdau sorgt seit gut drei Monaten für zahlreiche Einschränkungen in dem kleinen Ort. Doch viele Einwohner arrangieren sich mit den Bauarbeiten. "Was muss, das muss", meint Wolfgang Kappel aus der Beesdauer Schulstraße. Er findet es gut, dass das Dorf neue Leitungen und wieder ordentliche Straßen bekommt und nimmt die Behinderungen dafür gerne in Kauf. Lobende Worte findet auch Nachbarin Irene Richter: "Die Bauarbeiter versuchen uns zu helfen, wo es geht. Wenn wir mit dem Auto durch müssen, fahren sie den Bagger zur Seite. Und die Kante zwischen der Regenrinne und dem Bordstein haben sie für uns aufgefüllt, damit wir mit dem Fahrrad drüber schieben können."

Nahezu das gesamte Dorf hat sich seit Ende März in eine Großbaustelle verwandelt. Der Ort ist vom wieder ansteigenden Grundwasser betroffen. Die neuen Fahrbahnen sind so angelegt, dass künftig kein Wasser mehr aufsteigen und sie zerstören kann. Regenwasser soll von der Fahrbahn in Rinnen fließen und wird über dort eingebaute Straßenabläufe abgeleitet. In diesem Zuge werden Abwasser- und Trinkwasserleitungen ausgetauscht beziehungsweise neu verlegt. Die Bauarbeiten finden im Auftrag der Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) statt.

Laut LMBV-Sprecherin Stefanie Klein laufe derzeit alles nach Plan. "In der Straße der Einheit ist der Bau der Schmutzwasserleitung abgeschlossen. Momentan werden die Regenwasserleitung sowie die Schmutzwasser-Hausanschlüsse hergestellt." In der Schulstraße seien 90 Prozent der Kanalarbeiten bereits erledigt. Die Bordanlage, ein gepflasterter Seitenstreifen mit Regenrinne, konnte ebenfalls fertiggestellt werden. Nach Schätzung der Bauarbeiter könne in drei Wochen mit dem Auftrag der Schwarzdecke begonnen werden.

Ende Mai haben schließlich auch in der Straße der Freundschaft die Bauarbeiten begonnen. "Hier werden ein Schmutzwasser- und ein Regenwasserkanal errichtet", erläutert LMBV-Sprecherin Klein.

Solange die Arbeiten andauern, können die Anwohner auf Schotter- und Sandwegen zu ihren Grundstücken gelangen. Für die Bewohner in der Straße der Freundschaft wurde der sogenannte Schwarze Weg ertüchtigt und aufgrund von Staubbelästigung mit einer Asphaltdecke überzogen. Der Durchgangsverkehr wird weiterhin über Görlsdorf umgeleitet.

Für die Baumaßnahme in Beesdau nutzt die LMBV Steuermittel zur "Gefahrenabwehr infolge Grundwasserwiederanstiegs". Die Kosten für die Sanierung von Straßen und Kanälen belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro. Ein Viertel der Kosten trägt die Gemeinde Heideblick, elf Prozent der Landkreis. Laut Bauplan sollen die Baumaßnahmen im September abgeschlossen sein.