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| 16:36 Uhr

Euroskills 2018
„Das war eine Riesen-Erfahrung“

Toni Eckardt aus Paserin hat an den Euroskills, den Europameisterschaften der Berufe in Budapest teilgenommen. Unter den Landmaschinenmechatronikern hat er den achten Platz erkämpft.
Toni Eckardt aus Paserin hat an den Euroskills, den Europameisterschaften der Berufe in Budapest teilgenommen. Unter den Landmaschinenmechatronikern hat er den achten Platz erkämpft. FOTO: LR / Anja Brautschek
Langengrassau/Budapest. Toni Eckardt erkämpft Platz acht bei der EM der Landmaschinenmechatroniker. Von Anja Brautschek

Schrauben, Fehler suchen und präzise arbeiten an großer Landwirtschaftstechnik – darin hat Toni Eckardt seine Berufung gefunden. Seine Fähigkeiten konnte der Paseriner kürzlich bei den Euroskills – der Europameisterschaft der Berufe – in Budapest unter Beweis stellen. Einen Platz auf dem Treppchen hat der Geselle zwar verpasst. Im Gepäck hat er jedoch Platz acht und viele, neue Eindrücke.

„Das war eine Riesen-Erfahrung für mich“, zeigt sich Toni Eckardt auch Tage später noch überwältigt von dem Wettkampf. Drei Tage lang stand er Seite an Seite in einer riesigen Messehale mit den besten Landmaschinenmechatronikern Europas. Für ihn ist es ein unvergessliches Erlebnis. „Es war anstrengend, aber hat trotzdem total viel Spaß gemacht. Ich habe viele neue Freunde gefunden“, sagt der 22-Jährige aus Paserin. Erst im vergangenen Jahr schloss er vorzeitig die Lehre als Bau- und Landmaschinenmechatroniker ab. Mit seinem Wissen über Traktoren, Radlader und dessen Hightech-Innenleben profilierte er sich kurze Zeit später als bester Deutschlands und sicherte sich das Ticket für Budapest.

Fünf Stationen galt es bei den Euroskills zu bewältigen. Jeweils drei Stunden Zeit hatten die Gesellen, um unterschiedlichste Prüfungen zu absolvieren. Dabei mussten versteckte Fehler erkannt und behoben, Systeme überprüft oder eingestellt werden – alles unter ständiger Beobachtung. „Die Euroskills sind ein ganz anderes Niveau. Die Fragen waren zum Teil echt schwer“, erzählt Toni Eckardt. Vor allem die Sprache stellte für ihn eine Herausforderung dar. Fachtermina, Handbücher und Computerprogramme waren in englischer Sprache. Noch dazu musste er Landmaschinen der Marke John Deere reparieren – eine Marke, die er in seinem Arbeitsalltag bei den Technischen Werkstätten Langengraussau kaum unter den Schraubenschlüssel nimmt. Das Finden der richtigen Bauteile und Verstehen anderen mechanischer Abläufe haben Zeit gekostet. „Das habe ich unterschätzt. im Nachhinein würde ich mich besser auf die Marke vorbereiten“, sagt er.

Im Bereich Motortechnik konnte er dennoch ganz vorne bei den Besten mitmischen und erzielte an dieser Station die meisten Punkte. Mit seiner Gesamtplatzierung ist er zufrieden. „Ich bin mit nicht so großen Erwartungen hingefahren. Für mich überwiegt die Freude. Immerhin konnte ich mich mit den besten aus Europa messen“, sagt der 22-Jährige. Für ihn bedeutet der Wettbewerb aber auch zusätzliche Erfahrungen für seinen Berufsalltag. Das ruhige Arbeiten unter enormen Zeitdruck und ein systematisches Vorgehen bei der Reparatur der Landmaschinen werden ihm auch künftig im Job hilfreich sein.

Doch trotz des lehrreichen, vergangenen Jahres mit Gesellenprüfung, deutschlandweitem Leistungswettbewerben und der kürzlichen EM ist Toni Eckardt noch immer Wissensdurstig. Nach seiner Rückkehr aus Budapest hat der Landmaschinenmechatroniker mit der Meister-Schule begonnen. Auch ein Auslandsjahr strebt er an. „Ich nutze jede Chance, die sich mir bietet.“

An fünf verschiedenen Stationen mussten die Landmaschinenmechatroniker ihr Können unter Beweis stellen.
An fünf verschiedenen Stationen mussten die Landmaschinenmechatroniker ihr Können unter Beweis stellen. FOTO: Toni Eckardt