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| 16:10 Uhr

Lange Liste
Rathaus-Mitarbeiter in Dahme beklagen Mängel

Das Rathaus platzt nach der Fusion aus den Nähten.
Das Rathaus platzt nach der Fusion aus den Nähten. FOTO: privat
Dahme. Ein Kritikpunkt: Nach Fusion zu wenig Platz.

Die Gemeinde Niederer Fläming ist Anfang des Jahres dem Amt Dahme beigetreten. Damit ist das größte Amt im Land Brandenburg entstanden. Das hat Auswirkungen in vielen Bereichen, auch in der Verwaltung. Die Verwaltungen in Dahme und in der jetzigen Außenstelle in Lichterfelde mussten zusammengeführt werden. Ob und wie das gelungen ist, darüber hat Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) die Mitglieder des Amtsausschusses während ihrer vergangenen Sitzung informiert.

„Wir waren immer arbeitsfähig, vom ersten Tag an“, sagt der Verwaltungschef. Er räumt aber auch ein, dass die Zusammenführung noch große Herausforderungen bereithält: „Wir sind zu optimistisch rangegangen.“

Das Rathaus der Stadt Dahme, in dem die Amtsverwaltung Mieter ist, ist zu klein, die zur Verfügung stehenden Räume reichen nicht für alle Mitarbeiter. Dass sich deshalb mehrere Beschäftigte ein Büro teilen, sei nicht förderlich. „Auflagen des Datenschutzes etwa sind so nur schwer einzuhalten“, sagt der Amtsdirektor. „Die jetzigen Bedingungen sind für die Mitarbeiter suboptimal. Das führt zu hoher Unzufriedenheit.“

Die Raumsituation ist dem Verwaltungschef zufolge aber längst nicht das einzige Problem. Büros im Dachgeschoss hätten sich im Hochsommer bis weit über 30 Grad aufgeheizt. Eine entsprechende Dämmung fehle, der Wärmeschutz sei nicht gewährleistet. Zudem seien Fenster undicht, die Heizung veraltet.

Die Mängelliste im gesamten Gebäude ist lang. Sie reicht von unzureichender Barrierefreiheit über fehlende Flucht- und Rettungswege, veraltete Sanitärräume und Mobiliar, das in die Jahre gekommen sei. Zudem ist laut Verwaltungschef der Eingangsbereich des Rathauses nicht ansprechend, sondern eher „Ablage für alles Mögliche“.

Weiterer Mangel sei die Telefonanlage, „die absolut am Limit ist“. Das Leitsystem im Gebäude sei nicht aktuell. Und es fehlen Sozialräume. „Das führt dazu, dass keine Gespräche der Mitarbeiter untereinander stattfinden“, sagt David Kaluza.

Ihm zufolge ist die Mängelliste das Ergebnis von Mitarbeitergesprächen, die der Verwaltungschef geführt hat, und Hinweisen des Personalrats. So schnell wird sich die unbefriedigende Situation für die Mitarbeiter wohl aber nicht ändern lassen, wie deutlich wurde. „Wir waren bisher ein ´Wanderzirkus“, sagt der Amtsdirektor, „das wird auch noch eine Weile so bleiben“.

Lutz Löffler regte an zu prüfen, ob Mitarbeiter nicht übergangsweise in das Verwaltungsgebäude in Lichterfelde umgesetzt werden können. Etwa 110 Beschäftigte hat das Amt Dahme laut Amtsdirektor derzeit. Es könnten weitere dazu kommen. Der Verwaltung zufolge fehlen Stellen, um die Aufgaben im deutlich größer gewordenen Amtsgebiet zu bewältigen, aber auch, um die Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern zu gewährleisten.

Eine neue Stelle soll etwa im Bereich Steuern/Vollstreckung geschaffen werden. Aktuell kümmere sich eine Mitarbeiterin um diese Tätigkeit im gesamten Amtsgebiet. Ein weiterer Mitarbeiter fehle für den Bereich Personalangelegenheiten/zentrale Dienste. Der gesamte Bereich soll zudem neu organisiert werden. David Kaluza kündigte eine externe Stellenüberprüfung im nächsten Jahr an.

Klar ist dem Verwaltungschef zufolge, „dass wir in den Verwaltungsstandort in Dahme investieren müssen. Vielleicht müssen wir einige Bereiche auch in anderen Objekten unterbringen. Das Rathaus hat einfach zu wenig Räume.“ Die Raumaufteilung ist laut David Kaluza noch nicht abschließend geklärt. Und weitere Mitarbeiter gibt es vorerst auch nicht.

Die Mitglieder des Amtsausschusses haben die erste Änderung des Stellenplans von der Tagesordnung genommen. Werner Schröder (parteilos) hatte das beantragt. Matthias Wäsche will von der Verwaltung zuvor beispielsweise wissen, wie hoch der Krankenstand ist und welche Gründe für Fehlzeiten es sonst noch gibt.