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| 17:40 Uhr

Niederlausitz
Landfrau mit viel Herzblut

Die Hände in den Schoß zu legen, ist für Lilo Niepraschk aus Schalbendorf am See keine Option. Sie bereitet schon die Töpfe für den Pflanzentausch zum Maifest auf dem Höllberghof vor.
Die Hände in den Schoß zu legen, ist für Lilo Niepraschk aus Schalbendorf am See keine Option. Sie bereitet schon die Töpfe für den Pflanzentausch zum Maifest auf dem Höllberghof vor. FOTO: Birgit Keilbach
Schlabendorf am See. Lilo Niepraschk gibt einen Posten auf, bleibt aber weiter im Landfrauenverband Niederlausitz aktiv.

Seit 1994 leitete Lilo Niepraschk die Ortsgruppe des Landfrauenverbandes in dem Luckauer Ortsteil. In dieser Woche wurde sie feierlich aus ihrer Funktion verabschiedet. Ihrer Nachfolgerin Margit Müller hat sie ziemlich große Fußstapfen hinterlassen. „Mir ist es wichtig, dass die jüngere Generation das fortsetzt, was wir in den mehr als 20 Jahren aufgebaut haben“, erklärt Lilo Niepraschk, warum sie sich in diesem Jahr nicht wieder zur Wahl aufstellen ließ.

Von Anfang an ging es ihr darum, dass der Zusammenhalt der Frauen im Dorf bestehen bleibt und Traditionen weiter gepflegt werden. Seit 1973 war sie Vorsitzende der DFD-Gruppe, diese löste sich mit der Wende auf. Auch die üblichen Treffpunkte der Frauen im Konsum, im Kindergarten und bei verschiedenen Veranstaltungen fielen weg. Mit dem Landfrauenverband entstand etwas Neues. „Angesprochen wurde ich von Heidi Ekelmann, ob wir nicht eine Ortsgruppe gründen wollen“, erinnert sich Lilo Niepraschk. Sie sprach die ehemaligen DFD-Frauen an. Sieben von ihnen gründeten 1994 die Ortsgruppe im ehemaligen Konsum. Heute zählt die Ortsgruppe 17 Mitglieder. „Anfangs haben wir das weitergeführt, was wir als DFD-Gruppe unternommen haben wie das Kuchenbuffett zum Dorffest. Inzwischen ist daraus viel mehr geworden“, erzählt die rührige Seniorin.

Einmal im Monat treffen sie sich. Ob Fasching, Spielenachmittag, Osterbasteln, Radtour nach Görlsdorf mit Bowling, Kutschfahrten in die nähere Umgebung, Ausflüge in den Forster Rosengarten, nach Waren an der Müritz oder zum Senfabend in Lehde, die Liste der gemeinsamen Unternehmungen ist lang. „Manchmal kommen wir am Spielenachmittag gar nicht zum Spielen, weil das Mitteilungsbedürfnis so groß ist.“ Nur ein Beispiel dafür, wie wichtig diese Zusammenkünfte sind, damit keine der Frauen einsam zu Hause sitzen muss. Wissenswertes bekommen sie bei Vorträgen vermittelt, darunter zu Themen wie Erbschaft, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung oder gesunde Ernährung. Regelmäßig bringen sich die Schlabendorfer Landfrauen bei Veranstaltungen in der Region ein, auf dem Höllberghof, in Luckau und darüber hinaus. „Unsere Plinse und Quarkspitzen sind überall gefragt, auch in Lehde waren wir schon mit unserem Backstand und voriges Jahr auf dem Tulpenfest.“ Sie haben die Bühnen für die Landeserntefeste in Fürstlich Drehna und Raddusch geschmückt, binden in jedem Jahr mehrere Erntekronen, auch gemeinsam mit den Frauen der Ortsgruppen in Beesdau und Karche. Auch im Dorf arbeiten sie mit dem Ortsverein gut zusammen. „Es ist ein gutes Miteinander und ein gegenseitiges Geben und Nehmen“, charakterisiert dies Lilo Niepraschk.

Den Niederlausitzer Landfrauen bleibt sie weiterhin erhalten, als stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenverbandes Niederlausitz. „Lilo Niepraschk setzt sich mit Herzblut für den Verband ein und hat großen Anteil daran, dass er heute so gut aufgestellt ist“, würdigt die Vorsitzende Heike Lehmann das ehrenamtliche Engagement der 82-jährigen Schlabendorferin. „Wenn ich jemanden brauche, dann genügt ein Anruf und Lilo kommt“, beschreibt sie dieses näher. Auch bei den überregionalen Treffen sei Lilo Niepraschk stets vertreten, bringe sich mit ihren Erfahrungen in Workshops ein und gebe andererseits die Erfahrungen anderer Gruppen im Land Brandenburg im Niederlausitzer Verband weiter. „Dort bekommt man immer wieder neue Ideen für die eigene Arbeit“, erläutert Lilo Niepraschk. Darunter auch, wie es gelingen kann, neue Mitglieder für die Ortsgruppe zu gewinnen. „Mir ist es wichtig, dass auch junge Frauen in die Gruppe kommen.“

Mit Birgit Stramke und Christiane Zeiger sind schon zwei Jüngere im Vorstand dabei. 2016 fand Norit Herrmann zur Ortsgruppe „und wir haben schon eine weitere Jüngere in Aussicht und sie haben super Ideen“, freut sich die ehemalige Vorsitzende über die erfolgreiche Übergabe des Staffelstabes.

(bkh)