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| 13:45 Uhr

Wirtschaft, Wohnen, Handel und Kultur
Land erkennt Luckaus Potenzial

Luckaus modernes Bad lockt Gäste aus dem gesamten Umland. Das Abschwimmen mit dem Bürgermeister hat Tradition.
Luckaus modernes Bad lockt Gäste aus dem gesamten Umland. Das Abschwimmen mit dem Bürgermeister hat Tradition. FOTO: Carmen Berg
Luckau. Als Mittelzentrum hat die Stadt neue Möglichkeiten in Wirtschaft, Wohnen, Handel und Kultur. Von Carmen Berg

Die Gartenstadt soll künftig Mittelzentrum werden. Das ist ein Ergebnis der Gemeinsamen Landesplanungskonferenz von Berlin und Brandenburg unlängst im Potsdamer Innenministerium. „Für Luckau ist das der größte Erfolg der letzten Jahre“, verzeichnet Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Sein langjähriger Amtsvorgänger Harry Müller sagt, die Stadt werde damit aus der Bedeutungslosigkeit geholt, die ihr drohte, nachdem sie den Kreissitz verloren hatte und die Landesplanung kleineren Städten außerdem die Anerkennung als Grundzentren strich. „Obwohl wir wie vorher Einrichtungen und Infrastruktur für das gesamte Umland bereithalten, wurden wir aus landesplanerischer Sicht auf eine Stufe mit Landgemeinden wie Drahnsdorf gestellt“, erklärt Gerald Lehmann. Dagegen hatte Luckau vehement gekämpft, und es hat sich nun gelohnt.

Mit der Einstufung als Mittelzentrum erkenne das Land die Luckauer Entwicklungspotenziale an, es erschließen sich neue Chancen, so der Bürgermeister. Zum Beispiel würden Einschränkungen beim Wohnungsplan aufgehoben. Bisher war die Grenze auf 0,5 Hektar Bauland je 1000 Einwohner über zehn Jahre gedeckelt. Bei 10 000 Einwohnern sind das fünf Hektar. Die seien so gut wie voll. Doch die Nachfrage sei da und werde wachsen. Aktuell führe die Stadt Verhandlungen zu zwei innerstädtischen Bauflächen sowie zu einer größeren an der Peripherie, sagt Gerald Lehmann.

Zudem sei die Aufwertung zum Mittelzentrum ein positives Signal an die Wirtschaft. „Es wirkt sich im Ranking bei den Banken aus, wenn es um Unternehmenskredite geht“, beschreibt er eine ganz praktische Folge. Neue Möglichkeiten eröffnen sich auch für die Ansiedlung großflächigen Einzelhandels. „Wir müssen dem Online-Handel etwas entgegensetzen“, so der Chef der Stadtverwaltung. Sortenvielfalt vor Ort sei ein Standortfaktor. Bislang fahren Luckauer zum Einkauf in Nachbarstädte wie Lübben, weil sie dort unter mehreren Baumärkten wählen können, wisse er aus Gesprächen mit Bürgern.

Ein Mittelzentrum brauche ein Krankenhaus, brauche weiterführende Schulen. Deshalb gebe die Entscheidung aus Potsdam Sicherheit für den Fortbestand dieser Angebote in Luckau. „Sie gibt uns für die nächsten Jahre Planungssicherheit“, erklärt Gerald Lehmann.

Deutlich besser werden die Voraussetzungen weiterhin für den Betrieb von Kultur- und Freizeitstätten wie Freibad und Kulturkirche. Denn Mittelzentren bekommen mehr Geld. Bislang sind es 800 000 Euro im Jahr zusätzlich, die zur Unterstützung der Leistungen für das Umland in Mittelzentren fließen. Lübben und Lübbenau profitieren bereits davon. Gerald Lehmann will jedoch keine Neiddiskussion. Er sieht den beiden „L“ künftig ein drittes zur Seite gestellt. Mit drei starken Mittelzentren in der Region sei der Spreewald gut aufgestellt.

Auch wenn er sich „freut wie Bolle“, warnt Gerald Lehmann vor überhöhten Erwartungen. Veränderungen würden sich nicht über Nacht vollziehen, dazu gehöre ein fundierter Planungsprozess. Erster Meilenstein werde ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für Luckau sein, das 2018 die politischen Gremien im Stadtparlament beschäftigen wird. „Mittelzentrum zu sein ist nicht nur Chance, sondern die Pflicht, daraus das Bestmögliche zu machen“, sagt der Bürgermeister. Der neue Landesentwicklungsplan soll 2019 in Kraft treten.