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| 01:04 Uhr

Lagerhalle in Görlsdorf stand Freitagnacht in Flammen

Görlsdorf.. Aus bisher ungeklärter Ursache kam es zum Brand einer Strohmiete in einer Lagerhalle in Görlsdorf. Etwa 600 Tonnen Stroh wurden durch das Feuer vernichtet, die Halle beschädigt. Wehren aus Görlsdorf, Schlabendorf und Luckau waren im Einsatz. Der Schaden wird nach ersten Angaben auf rund 50 000 Euro geschätzt, so die Polizei Dahme-Spreewald. Von Andreas Staindl

Nichts mit ruhigem Wochenendbeginn. Im Gegenteil. Den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren von Luckau und umliegenden Orten stand eine heiße Freitagnacht bevor. In Görlsdorf brannte eine Lagerhalle. Gegen 18 Uhr wurde laut Stadtbrandmeister Bernd Wienig der Brand gemeldet. Stundenlang kämpften danach unzählige Kameraden mit dem Feuer. Vor allem der beißende Qualm machte ihnen zu schaffen. Ohne Atemschutzmasken war es am Einsatzort kaum auszuhalten.
Die lodernden Flammen hatten die Floriansjünger rasch unter Kontrolle. Doch immer wieder drang dicker Rauch aus der Halle. In der lagerte Stroh, nach Aussage von Ortsansässigen vom Sommer vergangenen Jahres. Das Objekt nutze eine Firma aus Sonnewalde, die das Stroh für Katzenstreu verwende. Die Dunkelheit und der Qualm sorgten in Verbindung mit den Scheinwerfern der Feuerwehr für ein gespenstisches Bild. Fast der gesamte Hof stand außerdem unter Wasser. In der benachbarten Kegelbahn samt Gaststätte ging das gesellige Leben derweil weiter.
Draußen koordinierten Luckaus Vize-Stadtbrandmeister Hans-Georg Schaper und Christian Liebe den Einsatz. Eine Aufgabe, die höchste Konzentration erforderte. Im dichten Qualm waren die Feuerwehrleute kaum noch zu erkennen. Denen ging die Arbeit mit Atemschutz und kompletter Ausrüstung sichtlich an die Substanz. „Das schlaucht tatsächlich, verlangt den Kameraden so einiges ab“ , bestätigt der Stadtbrandmeister. Nach etwa drei Stunden wurden erstmals Wehren und Kameraden ausgetauscht, neue Teams zusammengestellt, später erneut.
Unermüdlich beförderte ein Helfer mit einem Radlader Stroh ins Freie, um es dort abzulöschen. Gegen Mitternacht wurde diese Vorgehensweise für Mensch und Technik zu gefährlich und eingestellt. Das Ende des ersten großen Brandes der Region in diesem Jahr war da noch längst nicht abzusehen.

Wasserzufuhr wurde zum Problem
Klar war aber schon, dass die Wasservorräte nach fast sechs Stunden aufgebraucht waren und für weiteres Löschwasser weite Wegstrecken zu überbrücken wären. „Wir müssten jetzt zusätzliche Tanklöschfahrzeuge des Landkreises Dahme-Spreewald anfordern“ , erklärte Christian Liebe. Doch er und auch der Vize-Stadtbrandmeister versprachen sich davon wenig Effektivität. Vielmehr waren die Kameraden in der Nacht bemüht, das Stroh kontrolliert abbrennen zu lassen, das Gebäude zu sichern und ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern.
Am Samstag übernahm wieder Bernd Wienig die Einsatzleitung vor Ort. Der Luckauer Stadtbrandmeister war direkt von seiner Nachtschicht in der Leitstelle des Dahme-Spreewald-Kreises zum Einsatzort nach Görlsdorf geeilt. Dort mühten sich auch am Tag nach Ausbruch des Feuers noch zahlreiche Feuerwehrleute. Sie hatten inzwischen eine zusätzliche Wasserversorgung über einen entfernten Graben aufgebaut.
„Das Feuer haben wir unter Kontrolle, doch die Halle ist nicht mehr zu retten und wird wohl einstürzen“ , befürchtete Bernd Wienig gegen Samstag Mittag.

War es Brandstiftung?
Dass es in dieser Jahreszeit überhaupt zum Brand kam, erstaunt die Feuerwehrleute schon. Die Vermutung auf Brandstiftung machte die Runde und das Gerücht, dass Kinder in der Nähe der Lagerhalle gesehen wurden und weggelaufen seien. Die Kriminalpolizei ermittelt.