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| 16:15 Uhr

Touristische Kapazitäten sollen gebündelt werden
Luckauer Tourismus verknüpft sich

Das Tulpenfest soll auch in der Zukunft zahlreiche Gäste in die Berstestadt locken.
Das Tulpenfest soll auch in der Zukunft zahlreiche Gäste in die Berstestadt locken. FOTO: Knuth/LaGa Luckau 2000 GmbH
Luckau. Laga GmbH wird neu ausgerichtet. Luckauerin Maja Jentsch ist die neue Geschäftsführerin. Von Anja Brautschek

In der Laga-2000 GmbH der Stadt Luckau wird kräftig gewirbelt. Das machte Bürgermeister Gerald Lehmann während des Ausschusses für Gewerbe, Tourismus und Stadtmarketing am Dienstagabend deutlich. Denn die Laga GmbH soll in den kommenden Monaten neu ausgerichtet werden.

Dazu soll künftig auch das Freilichtmuseum Höllberghof, die Bibliothek der Ninnemann-Stiftung und das Niederlausitz-Museum mit einbezogen werden. Ziel ist es, ein einheitliches Konzept zu entwickeln. „Wir haben festgestellt, dass in allen vier Einrichtungen ähnliche Känale genutzt und ähnliche Produkte wie Flyer oder Plakate erstellt werden“, erklärt Gerald Lehmann. Auch in den Aufgaben und Zielsetzungen von Museen, Bibliothek und GmbH finden sich viele Parallelen. Mit Veranstaltungen, Ausstellungen und besonderen Aktionen sollen Wissen vermittelt, Traditionen gepflegt und den Besuchern regionale Besonderheiten nahegebracht werden.

Gemeinsam könne man dafür an einem Strang ziehen, Kapazitäten bündeln und das Know-How der Mitarbeiter nutzen. Ein Mehrwert für alle sozusagen. „Unser großes Anliegen ist es, diese öffentlichen Einrichtungen auch langfristig zu erhalten“, so der Bürgermeister. Sowohl Laga GmbH, Bibliothek, Höllberghof als auch das Niederlausitz-Museum seien auf öffentliche Zuschüsse angewiesen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach ersten Rechnungen in diesen Einrichtungen rund 208 000 Euro eingenommen. Dem stehen jedoch Aufwände von mehr als 621 000 Euro gegenüber. Durch geschicktes Marketing und die Vernetzung der Fachleute können die Zuschüsse reduziert werden, so die Vision des Bürgermeisters.

Ein konkretes Konzept dazu gibt es bislang jedoch nicht. Wie die touristischen Marketingabsichten sinnvoll miteinander verknüpft werden können, wird die Aufgabe der kommenden Monate sein. Wesentliche Mitarbeit daran wird unter anderem auch die neue Geschäftsführerin der Laga GmbH leisten.

Maja Jentsch ist seit dem 1. November die neue Geschäftsführerin der Laga GmbH.
Maja Jentsch ist seit dem 1. November die neue Geschäftsführerin der Laga GmbH. FOTO: LR / Anja Brautschek

Seit dem 1. November ist Maja Jentsch die neue Chefin. Die Luckauerin hat schon am Bohn-
stedt-Gymnasium das Abitur abgelegt und anschließend Marketing und Betriebswirtschaftlehre studiert. Erfahrung hat sie unter anderem bei Großkonzernen wie Volkswagen oder Infinion gesammelt. Dort hat sie Marketingstrategien vor allem im Ausland, unter anderem in China oder Singapur, entwickelt. „Da ich lange im Ausland gearbeitet habe, habe ich Luckau umso mehr schätzen gelernt. Hier ist meine Heimat“, erzählt die 40-Jährige. In Luckau ist sie nun mit ihrer Familie sesshaft geworden. Auf die anstehenden Herausforderungen freut sich Maja Jentsch. „Ich möchte bei diesem Prozess dabei sein und freue mich darauf, mein Wissen einbringen zu können“, sagt sie.

Bis die Konzeption abgeschlossen ist, gilt es noch zahlreiche Fragen zu klären. Es muss unter anderem eine neue Organisations- und Verwaltungsstruktur aufgebaut werden. Auch die Gesellschaftsverträge müssen an eine veränderte Aufgabenverteilung angepasst, Zuständigkeiten und Pflichten geklärt werden.

In den Prozess werden nicht nur die Beteiligten, sondern auch die Stadtverordneten mit einbezogen werden. Entsprechende Beschlüsse zur Abstimmung sollen nach und nach vorgelegt werden. Einigkeit gibt es bereits über die Bibliothek. Zum 1. Januar 2019 übernimmt die Stadt Luckau die Einrichtung von der Ninnemann-Stiftung. „Um all diese Stätten zu erhalten, muss man auch mal mutig denken dürfen“, wirbt Gerald Lehmann um Zuspruch.