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Kita-Sanierung
Kur fürs Dahmer „Zwergenland“

Kita-Leiterin Monika Schäfer (r.) zeigt Amtsdirektor David Kaluza (M.) bei einem Rundgang das „Zwergenland“.
Kita-Leiterin Monika Schäfer (r.) zeigt Amtsdirektor David Kaluza (M.) bei einem Rundgang das „Zwergenland“. FOTO: Carmen Berg / LR
Dahme. Kinder ziehen während der Bauzeit für fünf Monate in den Flachbau der Oberschule. Von Carmen Berg

In der Kita „Zwergenland“ des Arbeiter-Samariter-Bundes werden Umzugskisten gepackt. Ab Februar beziehen 40 Jungen und Mädchen mit ihren Erzieherinnen für fünf Monate Quartier im Flachbau der Otto-Unverdorben-Oberschule. Zehn Steppkes unter drei Jahren werden vorübergehend in der ASB-Kita „Anne Frank“ betreut. Sie machen Platz für die Handweker. Heizung, Lüftung, Elektrik und Sanitäranlagen müssen in die Kur. Laut Bauverwaltung fließen in das Vorhaben rund 300 000 Euro aus dem Topf für finanzschwache Kommunen.

So manches im „Zwergenland“ atmet noch DDR-Charme. Wie Kita-Leiterin Monika Schäfer bei einem Rundgang dem neuen Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) erzählt, hatte die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft die Kita gebaut, um ihre Beschäftigten mit den raren Plätzen zu versorgen. Im September 1989, als der Rohbau gerade stand, kam die Wende. Im Juni 1990 wurde das neue Haus als Kinderkrippe eröffnet.

Die Fliesen in Küche und Sanitärräumen erinnern noch an die Anfänge. Was aber schwerer wiegt: Leitungen sind alt und teils durchgerostet, die Heizung wurde schon mehrfach repariert. Auch alte Deckenbinder seien „ausgereizt“, sodass in Teilen Decken erneuert werden müssen, sagt Bauamtsmitarbeiter Frank Herhold. Monika Schäfer lobt das gute Miteinander von Amtsverwaltung und Kita bei den Planungen. „Wir besprechen alles miteinander. Das ist wirklich toll“, sagt sie.

Über eine Fußbodenheizung wird das Gebäude künftig mit Wärme versorgt. Die Waschräume werden auf zeitgemäßen Standard gebracht. Besonders freuen sich alle auf ein „Kinder-Restaurant“, das durch Zusammenlegung von drei kleinen Räumen entsteht. „Die größeren Kinder können dort ihre Mahlzeiten einnehmen, aber auch Projekte und Lernangebote sind möglich“, erklärt Monika Schäfer. In den Gruppenräumen müssten nicht mehr so viele Tische stehen, das schaffe Platz für Anderes.

Jeder Raum verfügt nach der Sanierung über einen zweiten Rettungsweg. Die Wärmedämmung, die an den Giebeln bereits vorhanden ist, wird an der Fassade fortgesetzt und in diesem Zuge der Haupteingang auf die gegenüber liegende Seite verlegt. Das sei für die Kinder sicherer, sagt die Leiterin.

Mit Einschränkungen hat das Kita-Team Erfahrung. Für mehrere Jahre teilten sie sich das Haus mit der Rettungswache. „Auch das hat funktioniert“,erzählt Monika Schäfer.

Im Ausweichquartier an der Oberschule laufen letzte Vorbereitungen für die Ankunft der Steppkes. In einem abgegrenzten Bereich stehen den Kindern im Flachbau zwei Gruppenräume sowie eine Ausgabeküche zur Verfügung, die zugleich Speiseraum ist. Das Provisorium werde so kostengünstig wie möglich gehaltet, sagt Frank Herhold.

Die Kinder gehen sich vorab die neue Bleibe anschauen, auch eine Elternversammlung findet dort statt, sagt Monika Schäfer. Am Umzugstag verabschieden sich alle mit einem Picknick vom „Zwergenland“, bevor es mit Kleinbussen zur Oberschule geht. Am 30. Juni soll Wiedereinzug in die sanierte Kita sein.