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| 17:33 Uhr

Wanderausstellung zieht im Mai nach Lübben
Die sorbisch-wendische Tracht lebt

 Auf vielfältige Weise stellen die Maler das Thema Tracht in der Ausstellung in der Kulturkirche dar. Davon waren auch die Besucher beeindruckt.
Auf vielfältige Weise stellen die Maler das Thema Tracht in der Ausstellung in der Kulturkirche dar. Davon waren auch die Besucher beeindruckt. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Kunstausstellung in Luckau macht Lust auf Deutsches Trachtenfest in Lübben. Im Mai zieht sie in die Spreewaldstadt. Von Birgit Keilbach

Frühlingslieder erklingen am Freitagnachmittag in der Luckauer Kulturkirche. Der Spreewaldfrauenchor singt sie in sorbischer und deutscher Sprache. Bekleidet mit der Lübbener Festtagstracht und weiteren Spreewälder Trachten rücken sie auch optisch den Anlass ihres Auftritts in den Mittelpunkt: Die Eröffnung der Kunstausstellung der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur in Cottbus zum Thema Tracht.

Zu betrachten sind in der ersten Etage der Kulturkirche mehr als 50 Arbeiten von Malerinnen und Malern aus der Region. Während zwei Pleinairs der Schule – im Herbst im Haus Burglehn in Lübben und im Frühjahr in Neu Zauche – setzten sie sich künstlerisch mit dem Thema auseinander. „Ein wichtiges Standbein unserer Schule ist die sorbische Kunst und die Ausstellung unser Beitrag zum Deutschen Trachtentag in Lübben“, sagte Schulleiterin Ute Henschel.

Sie dankte dem Pinnower Künstler Klaus Bramburger für die künstlerische Leitung der Pleinairs, die seit vielen Jahren in jedem Semester einmal stattfinden. Die Arbeiten präsentierten ganz viele verschiedene Handschriften und die Tracht auf vielfältige Weise, auch in verschiedenen Generationen. „Wir wollen zeigen, dass die Tracht lebt“, erläuterte sie.

Sehr vielfältig vermitteln dies die zwölf Künstlerinnen und Künstler aus Lübbenau, Cottbus, Ruben, Lübben, Luckau, Saspow, Briesen und Pinnow mit ihren Darstellungen; gefertigt in Öl, Acryl, Kohle sowie Tusche mit Pinsel, Feder oder Bleistift. Zu sehen sind Porträts, Frauen verschiedener Generationen in Tracht, Paare beim Tanz der Annemarie-Polka. Eingefangen wurden auch Alltagsmomente, zum Beispiel die Seniorin in Arbeitstracht auf dem Feld mit ihrem Enkel oder eine Trachtenträgerin am Spinnrad.

„Mir gefallen die tanzenden Trachtenträgerinnen sehr gut, auch das Porträt der alten Frau, in deren Gesicht sich das ganze Leben widerspiegelt“, sagte Regina Schulze. Ein sehr schönes Beispiel für das Leben der Tracht sei auch die Darstellung der Flachsernte, ergänzte die Leiterin des Spreewaldfrauenchores.

Der Klangkörper kann selbst zwölf verschiedene Trachten vorstellen, am Freitag zeigte er speziell die Steinkirchner Spinnstubentracht. Zu dieser gehört der rote Wollrock, ein Kopftuch mit handgeknüpften Fransen „und eine Wendeschürze, die man von beiden Seiten tragen kann“, erläuterte Regina Schulze.

Angetan von der Ausstellung war auch Peter Löwe, der selbst regelmäßig Ausstellungen in der „Kleinen Galerie“ Goyatz organisiert. „Es ist sehr interessant, wie individuell jeder Maler die Tracht interpretiert, mal sehr lebendig, mal eher statisch, manche wirken fast majestätisch. So eine konzentrierte Darstellung des Themas ist eine schöne Idee“, resümierte Peter Löwe.

Die Exposition ist als Wanderausstellung konzipiert und startet in Luckau. Hierher geholt hat sie Jürgen Peise vom Luckauer Malkreis, der wie seine Frau Rosemarie eigene Arbeiten zeigt. Es ist bereits neun Jahre her, dass eine Ausstellung der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur in Luckau zu sehen war. „Blühendes Leben“ sei damals das Thema gewesen. „Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, jetzt diese Trachtenausstellung in Luckau zu präsentieren“, sagte Jürgen Peise und dankte allen, die ihn dabei unterstützten.

Die Wanderausstellung „Die wendische/sorbische Tracht lebt“ ist bis Mitte Mai in der Luckauer Kulturkirche zu sehen. Zum Deutschen Trachtentag vom 17. bis 19. Mai in Lübben zieht sie anschließend in die Räume der TKS der Spreewaldstadt um.

 Auf vielfältige Weise stellen die Maler das Thema Tracht in der Ausstellung in der Kulturkirche dar. Davon waren auch die Besucher beeindruckt.
Auf vielfältige Weise stellen die Maler das Thema Tracht in der Ausstellung in der Kulturkirche dar. Davon waren auch die Besucher beeindruckt. FOTO: Birgit Keilbach