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| 17:11 Uhr

Kunst kommt aufs Land
Wahlsdorf lässt die Puppen tanzen

Schaurig-schön und eine Attraktion für die jungen Festivalbesucher war die Phantasiegestalt Esra, dargeboten vom Theater Lehmann und Wenzel.
Schaurig-schön und eine Attraktion für die jungen Festivalbesucher war die Phantasiegestalt Esra, dargeboten vom Theater Lehmann und Wenzel. FOTO: Birgit Keilbach
Wahlsdorf. Künstler aus ganz Deutschland bringen drei Tage lang im Flämingdorf bunte und fantasievolle Kulturblüten zum Sprießen.

Aktionstheater und Mitmach-Aktionen, Musik und Märchen, zwischendurch ein unterhaltsamer Ausflug zur „Oase der Liepe“ – drei Tage lang wogte das Kulturblütenfestival in und um Wahlsdorf. Theaterleute, Puppenspieler und Musiker verwandelten das beschauliche Flämingdorf zu einem lebendigen Ort vergnüglich-heiterer Erlebnisse für kleine und große Besucher. Als perfekte Zutat ließ Petrus die Sonne milde scheinen und frischen Wind fächeln.

Auf der großen Spielwiese brachten sie zum sechsten Mal ihre Kulturblüten üppig zum Sprießen – die Initiatoren Claudia Engel und Matthias Ludwig von den orsansässigen „flunker produktionen“, gemeinsam mit Künstlerkollegin Andrea Post. „Den Anfang haben wir vor rund zehn Jahren in Gebersdorf gemacht und es gibt immernoch Gebersdorfer, die ganz stark dabei sind, das Catering organisieren, beim Auf- und Abbau helfen und einer stellt sein großes Sonnensegel zur Verfügung“, erzählt Claudia Engel.

Inzwischen sind auch ganz viele Wahlsdorfer aktiv dabei. Ein Verein hat sich gegründet, der Kulturpflanzen e.V.; die Arbeit wurde auf breitere Schultern verteilt. So konnte das Fest weiter wachsen. Fördermittel vom brandenburgischen Kulturministerium, dem Landkreis Teltow-Fläming sowie dem Lichtforum Berlin flossen in diesem Jahr.

„Das Besondere an diesem Fest ist, dass es von einer großen Gemeinschaft ehrenamtlich getragen wird, es gibt ein Miteinander von Künstlern, Einwohnern und Zuschauern“, sagt Matthias Ludwig.

Für Wahlsdorfs Ortsvorsteher Thomas März ist es „ein Segen, dass Claudia und Matthias hierher gezogen sind und dieses wunderbare gemeinsame Erlebnis hier entstanden ist.“

Das Künstlerpaar ist selbst viel in Deutschland und darüber hinaus unterwegs, schaut sich an, was Kollegen zu bieten haben, fragt sie um eine Teilnahme beim Kulturblütenfest an. „Sie spielen alle für eine sehr kleine Gage. Es ist ein Fest bei dem sich alle gegenseitig beschenken“, hebt Matthias Ludwig hervor. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Menschen aus dem Ort und der Umgebung. Aus Burg sind Sigrid und Ernst Kschamer angereist, verbringen das Wochenende bei der Tochter und sind als Helfer einbezogen. „Diese Dorfgemeinschaft hier zu erleben, das ist absolut beeindruckend. Für den Weg zur Liepe haben wir Fahrräder zum Ausleihen aus Burg mitgebracht“, sagt Ernst Kschamer. Natürlich genießen sie auch das Erlebnis.

„Die Puppenspiel-Idee zieht sich durch das ganze Festival und das ist bezaubernd für Klein und Groß“, schwärmt Sigrid Kschamer. Einmalig sei diese Konzentration von Puppenspiel-Variationen auf kleinem Raum, „die Vielfalt ist faszinierend“, ergänzt Adele Kschamer, die zum Festival-Familientreffen aus Striesow gekommen ist.

Schon am Freitagabend bevölkern Einwohner und Gäste den Gutshof, lassen ihre Phantasie anregen und sich von den Akteuren auf den Bühnen gut unterhalten. Die Jüngsten genießen den Wasserspielplatz, hüpfen auf den Strohballenburgen oder gießen sich eine Zinnfigur. Sebastian Lydike erklärt den kleinen Zinngießern genau, wie sie mit der Kelle umgehen müssen, wie dann die Zange ihr Krokodilmaul öffnet, um die noch heiße Figur herauszunehmen. Der Wahlsdorfer Manfred Kranz schaut seinen Enkeln dabei zu. Das Fest sei immer wieder ein besonderes Erlebnis, „alle sind ganz locker drauf und viele helfen mit.“ Der siebenjährige Lennis hat sich einen Dackel gegossen, „weil wir zu Hause auch einen Hund haben.“ Sein zehnjähriger Bruder Linus steht mehr auf Fische. „Mir gefällt am besten das Essen und Trinken“, sagt er.