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Großer Spaß bei den Proben
An musikalischen Herausforderungen gewachsen

Gemeinsam mit den Orchestermusikern probten Wenke Jäkel und Paulina Wenzel (v.l.) für ihren ersten großen Auftritt beim Neujahrskonzert.
Gemeinsam mit den Orchestermusikern probten Wenke Jäkel und Paulina Wenzel (v.l.) für ihren ersten großen Auftritt beim Neujahrskonzert. FOTO: Birgit Keilbach / Keilbach Birgit
Langengrassau. Verein Musik und Leben aus Luckau bereitet zehntes Neujahrskonzert mit Orchester „grenzenlos“ vor.

„Suse, liebe Suse“, intonieren Melanie Felix auf dem Saxofon, Hedi Kalkbrenner, Paulina Wenzel und Wenke Jäkel auf der Klarinette. Die vier jungen Nachwuchsmusikerinnen werden im Januar erstmals vor großem Publikum spielen, gemeinsam mit dem Orchester „grenzenlos“.

Bei der Gesamtprobe am Samstag erhielten sie ein Gefühl dafür, wie sich das Zusammenspiel gestaltet. „Das ist schon eine Umstellung, mit den anderen Musikern gemeinsam zu spielen. Da muss ich mich konzentrieren, damit ich immer in meinem Takt bleibe“, beschreibt es die achtjährige Melanie Felix. Bisher spielten sie nur in einer kleinen Gruppe in der Arbeitsgemeinschaft an der Luckauer Grundschule. „Manchmal erschrecke ich mich, wenn die anderen Musiker so richtig laut anfangen“, nennt Hedi Kalkbrenner einen anderen Aspekt, an den sich die Mädchen noch gewöhnen müssen.

Solche Momente haben viele Nachwuchsmusiker in den vergangenen Jahren durchlebt. Zum zehnten Mal gibt das Orchester „grenzenlos“ im Januar kommenden Jahres ein Neujahrskonzert. „ZehnSpitzen“ lautet diesmal das wie immer mehrdeutige Motto. Ein musikalischer Rückblick mit Spitzentiteln der vergangenen Jahre werde es, kündigt Orchesterleiter Holger Miertsch an. Andererseits war der Weg nicht immer eben, und es gab im übertragenen Sinne auch manche Spitze, die mit Anstrengung überwunden werden musste. Musikalisch veranschaulicht werde das beispielsweise mit der Musik zur Romanverfilmung „Die Dornenvögel“, wie er erläutert. 124 verschiedene Stücke umfasst das Repertoire des Orchesters inzwischen – von Marsch und Polka über Walzer, Evergreens und Filmmusiken bis zu klassischen Stücken. Immer wieder neuen Herausforderungen stellen sich die Musiker, auch das Orchester unterliegt einem ständigen Wandel. Jedes Jahr verlassen einige den Klangkörper, neue kommen hinzu und müssen sich integrieren.

Das kommende Jahr wartet mit einem weiteren Jubiläum auf, denn der Verein „Musik und Leben“ begeht im Juni sein zehnjähriges Bestehen. „Wir sind der Trägerverein des Orchesters und unser Ziel ist es von Anfang an, Musik und Kultur in der Region um Luckau und Lübben zu fördern, vor allem die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen“, sagt die Vereinsvorsitzende Maret Kurrar.

Die deutsch-polnische Zusammenarbeit mit dem Kulturverein und der Musikschule in Wschowa ist ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Größtes gemeinsames Projekt ist die Friedenssinfonie „Dona Nobis Pacem“, die in diesem Jahr erstmals im litauischen Utena mit Musikschülern dieser Stadt aufgeführt wurde. Unter dem Motto „Die Menschlichkeit bewahren“ brachten die Musiker aus drei Nationen das Werk zweimal zu Gehör. Darüber hinaus erfuhren die deutschen und polnischen Musiker auch viel über die Geschichte des baltischen Landes, besuchten unter anderem die Landeshauptstadt Vilnius und das Partisanenmuseum in Utena.

In verschiedenen Gruppen, jeweils mit Teilnehmern aus allen drei Ländern besetzt, machten sie sich mit vielen historischen und aktuellen Fakten über Litauen, Polen und Deutschland vertraut. „Die englische Sprache war für uns alle schnell verbindend“, sagt Marlene Rothe.

Dieses intensive Kennenlernen und die Möglichkeit, über das musikalische Wirken hinaus soziale Kontakte zu knüpfen, empfand Johanna Weihrauch als sehr bereichernd. Im November werden alle erneut zusammenkommen – zur Friedenssinfonie in der Straupitzer Schinkelkirche.