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Neue Ausstellung
Soldaten hinter Gittern

FOTO: Sebastian Kulling
Luckau. Die Schwedter Ausstellung über den Militärknast wird ab Sonntag in Luckau gezeigt. Eröffnet wird die Präsentation am Sonntag um 14.30 Uhr in der Kulturkirche.

Die Wanderausstellung des Stadtmuseums Schwedt/Oder „NVA-Soldaten hinter Gittern. Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression“ kommt in die Niederlausitz. Am Sonntag wird die Präsentation über NVA, Militärjustiz und den militärischen Strafvollzug in der ehemaligen DDR in der Kulturkirche Luckau um 14.30 Uhr eröffnet.

„Auf 20 Tafeln geht es neben allgemeinen Informationen über das Militär im Sozialismus, die Nationale Volksarmee, die Militärjustiz und den militärischen Strafvollzug als Teile des Repressionsapparates im SED-Staat natürlich um die geschichtliche Entwicklung des ehemaligen Objektes der NVA“, erläutert

Sebastian Kulling, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums, Näheres zu der Ausstellung.

Neben dem Alltag der Militärstrafgefangenen und Strafarrestanten im Militärgefängnis des Ministeriums des Innern in Schwedt/Oder werden in der Ausstellung die Strukturen, die Organisation und das Personal im Militärgefängnis Schwedt von 1968 bis 1981 untersucht.

Dann kam der Wechsel des Verantwortungsbereiches: Unter der NVA hieß es ab 1982 „Ab nach Schwedt!“ mit und ohne Gerichtsurteil. Die Bediensteten der Disziplinareinheit verstanden sich als „Erzieher“ in NVA-Uniform. Das „System Schwedt“ bestand aus Schleifen und Schuften, Bespitzeln und „Rotlichtbestrahlung“. Aus politischen Gründen wurden „Staatsfeinde“, Waffen- und Wehrdienstverweigerer eingesperrt.

Weitere Vergehen waren zum  Beispiel Befehlsverweigerung, Beleidigung Vorgesetzter und Unterstellter, unerlaubte Entfernung von der Truppe, unerlaubte Benutzung militärischer Fahrzeuge, Alkoholmissbrauch.

Die Rückkehr und das Nachdienen in der Truppe waren von Schweigen geprägt, das Zurückkehren in den sozialistischen Alltag von Verdrängen und dem Versuch, die Schwedter Zeit zu vergessen, heißt es in der Ankündigung der Aussstellung.

Darüber hinaus ist eine Buchlesung im Rahmen der Sonderausstellung geplant. Am Donnerstag, 30. November, beginnt um 19 Uhr eine Buchlesung. Im Mittelpunkt steht das Zeitzeugenbuch „Der DDR-Militärstrafvollzug und die Disziplinareinheit Schwedt“ gelesen von den Herausgebern Arno Polzin und Paul Brauhnert.

Die Lesung findet in Kooperation mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur statt. Für die Umrahmung sorgt Karsten Intrau auf der Gitarre.