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| 18:52 Uhr

Silvester-Konzert
Geschichten mit Hingabe am Flügel erzählt

Mit Leidenschaft, Hingabe und Virtuosität begeisterte die Münchener Pianistin Tessa Catchpole das Publikum in der Luckauer Kulturkirche.
Mit Leidenschaft, Hingabe und Virtuosität begeisterte die Münchener Pianistin Tessa Catchpole das Publikum in der Luckauer Kulturkirche. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Münchener Pianistin Tessa Catchpole gastiert mit Silvesterkonzert in Luckau. Von Birgit Keilbach

Einen emotional bewegenden Jahresausklang haben Klassikfreunde am Silvesterabend in der Luckauer Kulturkirche erlebt. Das letzte Konzert der Veranstaltungsreihe Kulturfestspiele Schlösser und Gärten der Mark in 2017 bot eine außergewöhnliche musikalische Verknüpfung: Chopins 24 Preludes und argentinische Tangomelodien. Virtuos und leidenschaftlich interpretierte die international renommierte, junge Pianistin Tessa Catchpole beide Musikstile. 

„Historias – Geschichten des Lebens“, hatte der Veranstalter, der Verein Freunde der Residenzstadt Königs Wusterhausen, dieses besondere Konzerterlebnis betitelt. Geschichten in verschiedenster Gestalt, sowohl musikalisch als auch mit Worten erzählt, konnte die rund 100 Zuhörer lauschen. Dabei erzählte Moderatorin Sylvie Groffner, eine enge Freundin der Pianistin, wie sich die zwei Frauen die Verbindung von Chopins Kompositionen und argentinischem Tango erschlossen.

Beide tanzen seit rund 15 Jahren Tango. Ein Video gab den Anstoß für eine Reise ins Ursprungsland dieses Tanzes. Tessa Catchpones Ziel war es, bei einem der besten zeitgenössischen Tango-Komponisten, Nicolás Ledesma zu lernen. „In seinen Kompositionen und Arrangements lässt er die Stimmung aus Chopins Werken im Tango wieder aufleben“, erläuterte Sylvie Groffner. Hörbar machte dies die Pianistin mit dem Vortrag der sehnsuchtsvollen, mitunter melancholischen Tangomelodien, die sie aus Buenos Aires mitbrachte.

Bei den Klassikfreunden aus Luckau und der weiteren Umgebung kam dieses musikalische Geschenk gut an. „Es ist schön, dass es am Silvesterabend so ein kulturelles Bonbon gibt“, sagte Konstanze Schwotzer. Der Lübbenerin gefiel die leidenschaftliche und kraftvolle Interpretation Chopins sehr gut. „Es ist schon ein Genuss und mal etwas anderes als Kirche, Orgel und Bach zu Silvester“, ergänzte ihr Mann Siegfried. Die Luckauerin Margot Graßmel war vom Konzert gleichfalls sehr angetan. „Gerade Chopin ist auch schwer zu spielen und wie sie das meistert, darin zeigt sich die hohe Professionalität der Pianistin“, war die Musikliebhaberin begeistert.

Theater oder Konzert stehen für die Ludwigsfelderin Rosemarie Thöns und ihren Mann zu Silvester stets auf dem Programm. Den Jahreswechsel verbrachten sie bei Bekannten in Luckau. Da war das Silvesterkonzert ein willkommenes Angebot. „Es hat mir sehr gut gefallen und das Ambiente hier in der ehemaligen Klosterkirche stimmt auch“, resümierte die Ludwigsfelderin. Aus Senzig bei Königs Wusterhausen waren Edeltraut und Herbert Karch zum Konzert gekommen. Das Konzert hätten sie als Alternative zu einem Klassik-Erlebnis in Berlin gewählt und sie wurden nicht enttäuscht. „Es war sehr schön, die passende Musik zu diesem Abend. Und es ist toll, so begabte junge Künstler zu erleben“, sagte Edeltraut Karch .

Luckau hätten sie für Silvester 2018 schon vorgemerkt, wenn es wieder ein Konzert gebe. Darauf machte Dr. Cord Schwartau, Geschäftsführer des veranstaltenden Vereins Freunde der Residenzstadt Königs Wusterhausen, Hoffnung. „Die Veranstaltungsreihe hat sich gut entwickelt und im dritten Jahr wird es insgesamt 16 Konzerte geben, darunter in Baruth und der Luckauer Kulturkirche“, kündigte er an. Darüber hinaus werde der Verein ab diesem Jahr ein zweites Festival veranstalten, die „Festspiele Mark Brandenburg“ mit den Sparten Musik, Theater und Literatur. „Diese werden als Arbeitsgemeinschaft mit anderen Kulturveranstaltern im Land Brandenburg von uns geführt“, erläutert Schwartau. Dazu zählen die Schlossfestspiele Ribbeck sowie Akteure in Großkmehlen und Storkow.