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| 12:28 Uhr

Neue Ausstellung
Kunst aus dem Kämmerlein

In der Galerie „Kunstpause“ in Dahme zeigen in einer neuen Ausstellung Hobbymaler ihre schönsten Bilder.
In der Galerie „Kunstpause“ in Dahme zeigen in einer neuen Ausstellung Hobbymaler ihre schönsten Bilder. FOTO: Carmen Berg / LR
Dahme. In der Dahmer Galerie „Kunstpause“ holen Hobbymaler ihre schönsten Bilder ans Licht.

Eine ungewöhnliche Ausstellung wird noch bis Ende Januar in der Galerie „Kunstpause“  gezeigt. Die Macher hatten im Sommer Hobbymaler aufgerufen, ihre schönsten Bilder einzureichen. „Anfangs  gab es Bedenken, wie wir die Wände voll bekommen werden“, sagt Mit-Organisator Torsten Biet bei der Vernissage anlässlich des Dahmer Weihnachtsmarktes. Die Sorge war unbegründet. Mehr als 40  Arbeiten kamen zusammen. Einige Beteiligte haben  Ausstellungserfahrung, die meisten aber pflegten ihr Hobby im stillen Kämmerlein.

„Es ist eine schöne und sehr interessante Mischung“ findet der Berliner Harald Curth, der mit seiner Fotografie „Warten“  vertreten ist. Über seine Bekanntschaft mit dem Dahmenser Hartmut Fischer, einem Mitbegründer der „Kunstpause“, entdeckte er die Galerie und kommt immer wieder gern hierher. Curths Foto verrät Professionalität. Auch der leichthin zu Papier gebrachten Kohlezeichnung des Dahmer Rathauses von Pjotr  Kolano Sanok sieht man den geübten Maler an.  Seine Brötchen verdient sich der studierte Innenarchitekt aus Polen jedoch in einer Firma im Spreewald.  Der Zufall führte ihn in die Galerie. „Die Rathausansicht entstand in nur 20 Minuten“,  erzählt Hartmut Fischer.

Daneben stellen Dahmenser und Auswärtige  aus, für die das Malen Neuland ist oder die ihr Hobby lange Jahre auf Eis gelegt hatten. „Ihnen wollen wir Mut machen, eine Brücke bauen“, nennt Mit-Initiatorin Kerstin Heinze ein Anliegen der Ausstellung.

Vor rund eineinhalb Jahren gründete Torsten Biet  mit seiner Frau Doris sowie den Malerkollegen  Kerstin Heinze und Hartmut Fischer die „Kunstpause“ in einem leeren Ladengeschäft seines Hauses an der Hauptstraße.  In dem mit gemütlicher Sitzecke eingerichteten Galerieraum werden die Leute eingeladen, durchzuatmen, sich über Kunst auszutauschen  und im besten Falle selbst zu Pinsel oder Stift zu greifen. Im zweiwöchigen Rhythmus jeweils mittwochs vormittags können Passanten gern hereinschauen, sich Tipps holen oder inmitten von Kunst entspannen. Zudem werden Interessierten Malworkshops angeboten.

Auf diese Weise Bärbel Schilo zu ihrer neuen Leidenschaft. Die grüne Landschaft, die sie in Dahme zeigt, gehört zu den ersten Bildern der Hohenseefelderin. Das Schöne an dem Hobby sei: „Man tut etwas für sich, kann die Pflichten des Alltags mal vergessen“, sagt sie.

Taufrische Werke hängen neben anderen, die vor Jahren entstanden sind. „Dreiklang“ nannte Pfarrer Carsten Rostalsky sein Bild, das er 1979 als 18-Jähriger malte. Es zeigt einen jungen Mann mit blonden Haaren vor einer Staffelei.

Das Stilleben in Ölkreide der Schwebendorferin Sabine Dittschlag ist ebenfalls schon einige Jahre alt. Es war ein Geschenk für die Mutter.  „Mir gefällt es so gut, dass ich es für die Ausstellung eingereicht habe“, erzählt Ingeborg Dittschlag.  Für Tochter Sabine war die Überraschung gelungen, als sie ihr Bild in der Galerie hängen sah.

Die Schwebendorferin Karin Seidel hat ihre beiden Enkelkinder gezeichnet. „Unsere“ ist der schlichte Titel.  Und während der Vernissage wird eine Idee geboren: Womöglich schlummern in dem kleinen Dorf noch weitere kaum  bekannte Talente: Dann wäre im nächsten Jahr zur 650-Jahr-Feier womöglich eine schöne Gelegenheit, sie zu zeigen.

Die Macher der „Kunstpause“ jedenfalls sind mit der Premiere ihrer Schau zufrieden.  Für 2018 ist der Ausstellungskalender zwar schon eng gefüllt. Dennoch kündigt Doris Biet entschlossen an: „Mein schönstes Bild“ soll es nächstes Jahr in der Weihnachtszeit wieder geben.

Kerstin Heinze (M.) mit Sabine Dittschlag (r.) und deren Mutter Ingeborg, die ein Bild der Tochter (unten rechts) einreichte.
Kerstin Heinze (M.) mit Sabine Dittschlag (r.) und deren Mutter Ingeborg, die ein Bild der Tochter (unten rechts) einreichte. FOTO: Carmen Berg / LR