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| 20:30 Uhr

Anspruchsvolles Programm
Konzert mit „Schmankerl“

 Johanna Weihrauch (Klarinette) und Enrico Scharf (Klavier) waren zwei der Protagonisten des Lehrer-Schüler-Konzerts in der Kulturkirche.
Johanna Weihrauch (Klarinette) und Enrico Scharf (Klavier) waren zwei der Protagonisten des Lehrer-Schüler-Konzerts in der Kulturkirche. FOTO: Andreas Staindl
Musikschüler-Vorträge in der Luckauer Kulturkirche hätten mehr Besucher verdient gehabt. Von Andreas Staindl

So ein Konzert lässt man sich eigentlich nicht entgehen. Schon gar nicht, wenn es kostenlos ist und die Auswahl der Künstler gute Unterhaltung verspricht. Und doch blieben zahlreiche Plätze frei am Sonntag in der Kulturkirche in Luckau. Die Niederlausitzer Musik-und Kunstschule e.V. hatte eingeladen. Nur etwa ein Drittel der Stühle waren besetzt.

Wer nicht kam, verpasste viel. Das Lehrer-Schüler-Konzert war nicht nur anspruchsvoll, es war auch beste Werbung für die Musik. „Wir wollen zeigen, wie viel Spaß das Musizieren macht und wie viel Freude es bereitet“, sagt Martina Moriabadi. Die Leiterin der Musik-und Kunstschule hatte nicht zu viel versprochen. Lehrer der Schule, aber auch besonderes talentierte Schüler spielten Werke alter Meister so hervorragend, dass dem Publikum nichts anderes übrig blieb, als anerkennend zu applaudieren. Jeder der Protagonisten erhielt ordentlich Beifall. Mit Worten hätte man die Leistungen der Akteure auf der Bühne auch nicht besser beschreiben können. Tabita Tunk begann am Klavier. Sie spielte ein Menuett von Johann Sebastian Bach und setze einen ersten musikalischen Maßstab. Richard Bogula legte die Messlatte noch ein Stück höher. Er interpretierte die Werke von Grieg (Gade) und Tschaikowski (Mai) derart gekonnt auf dem Klavier, dass das Publikum schon staunte und die Leistung des jungen Manns mit viel Beifall honorierte.

Das Konzert bot nicht nur den Musikschülern eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Auch Lehrer der Einrichtung zeigten, was sie musikalisch drauf haben. Und das ist einiges wie Enrico Scharf am Klavier, Dinyar Moriabadi mit der Posaune und Johanna Weihrauch mit der Klarinette bewiesen. Ein Konzert für Lernende und Lehrende? „Ja“, sagt Martina Moriabadi, „die Schüler sollen sehen, dass auch Lehrer aufgeregt sind, sich gut vorbereiten müssen, damit ihr Auftritt ein Erfolg wird. Und wir wollen uns selbst beschenken, denn Musizieren bereitet einfach Freude.“

Dass die Veranstaltung humorvoll präsentiert wurde – optisch und mit Worten – hat dazu beigetragen. Mit einer freien Improvisation stiegen die Akteure ein ins Programm. „Instanzen“ nannte das Trio Monique Michel, Martina Moriabadi und Alexandra Silina den musikalischen Auftakt. Später folgten von den drei Damen „Ins Tanzen“ und „In Stanze(rl)n“. Dazwischen lagen anspruchsvolle Werke, die als Solo oder im Duett gespielt wurden. Hermine Wenzel (Violine) und Armin Moriabadi (Klavier) musizierten gemeinsam, ebenso Johanna Weihrauch (Klarinette) und Enrico Scharf (Klavier).

Die Veranstaltung hätte mehr Besucher verdient gehabt. Wegen der hohen Qualität auf der einen Seite und wegen der idealen Gelegenheit, den Musikschullehrer während des Musizierens zuhören zu können. Enrico Scharf etwa zeigte gleich mehrfach am Klavier, wo es hingehen kann, wenn man fleißig übt. Der Musikschullehrer war gestern einer der gefragtesten Akteure. Das Instanzentrio setzte den Schlusspunkt unter ein unterhaltsames Konzert.

Martina Moriabadi hatte ein „richtiges Schmankerl mit Augenzwinkern“ als letzten Programmpunkt angekündigt und nicht zu viel versprochen. Sie nutze nämlich die freie Improvisation, um gemeinsam mit ihren beiden Partnerinnen für die Musik-und Kunstschule zu werben sowie einen ersten Einblick in die Arbeit der Einrichtung zu geben – gekonnt verpackt und natürlich improvisiert. Dem Publikum gefiel es, es klatschte ordentlich Beifall.

75 Minuten feinster Unterhaltung lagen da hinter den Mitwirkenden und Gästen. Die zweite Auflage des Lehrer-Schüler-Konzerts soll nicht die letzte gewesen sein. „Es soll eine feste Reihe werden“, kündigt die Leiterin der Niederlausitzer Musik-und Kunstschule an und schiebt hinterher: „Es wird oft unterschätzt, wie viel Spaß Musik machen kann.“