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| 17:01 Uhr

Neue Ausstellung im Cartoonmuseum
Ein Meister der politischen Satire

Reichlich Diskussionsstoff boten den zwei langjährigen Freunden Karl-Heinz Schoenfeld (r.) und Harald Dzubilla die ausgestellten Karikaturen aus den Jahren von 1948 bis 1963, in denen auch die westdeutsche Sicht auf die ostdeutsche Politik deutlich wird.
Reichlich Diskussionsstoff boten den zwei langjährigen Freunden Karl-Heinz Schoenfeld (r.) und Harald Dzubilla die ausgestellten Karikaturen aus den Jahren von 1948 bis 1963, in denen auch die westdeutsche Sicht auf die ostdeutsche Politik deutlich wird. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Cartoonmuseum in Luckau stellt Lebenswerk des Karikaturisten Karl-Heinz Schoenfeld vor.

Seit 70 Jahren kommentiert Karl-Heinz Schoenfeld Aktuelles in Politik und Gesellschaft mit der satirischen Feder. Zugespitzt und treffend bringt er auf den Punkt, wo Politik sich selbst karikiert, Sonntagsreden ohne Ergebnisse bleiben, sich Untätigkeit in der Masse versteckt. Er hält so manchem Zeitgenossen den Spiegel vors Gesicht, entlarvt jene, die ihr Mäntelchen immer in den gerade wehenden Wind drehen. In Cartoonmuseum Brandenburg in Luckau ist jetzt die Ausstellung mit einem Querschnitt durch sein Lebenswerk eröffnet worden.

„Es ist ein wahrer Meister der politischen Feder“, würdigte der Journalist und Autor Harald Dzubilla das Lebenswerk seines langjährigen Freundes in der Laudatio. Rund 30 000 Karikaturen habe Karl-Heinz Schoenfeld in den 70 Jahren seines Schaffens veröffentlicht. Viele seien in Ausstellungen weltweit zu sehen, zahlreiche Preise habe er für seine herausragende karikaturistische Arbeit erhalten. Der Journalist könne seine Meinung in vielen Zeilen formulieren. „Der Karikaturist muss in einem einzigen Bild auf den Punkt kommen, und dann soll man auch noch darüber lachen“, zeigte Harald Dzubilla auf, was ihn selbst mit hohem Respekt erfüllt.

Bereits in der Schule habe sich seine karikaturistische Begabung angedeutet. „Im Zeichnen bekam er nur eine fünf oder sechs, weil er nicht so zeichnete, wie der Lehrer es wollte.“

Später im Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin habe dies Prof. Carl Hofer ganz konkret ausgedrückt: „Hören sie auf zu malen, Sie haben einen komischen Strich“, erzählte der Laudator.

So begann Schoenfeld ab 1948 mit eben diesem komischen Strich Geld zu verdienen. Mit Feder und Tinte gab er zu allen politischen Themen innen- und außenpolitisch seinen täglichen satirischen Kommentar, viele Jahre in der Hamburger Bildzeitung, im Hamburger Abendblatt sowie in weiteren, zumeist in Hamburg ansässigen Medien. Neben der täglichen politischen Karikatur brachte er seinen komischen Strich durchaus unterhaltsam ein, eine Reihe von Büchern zeugen davon.

Ohne seine Frau Christa-Regina hätte er jedoch viele Karikaturen nicht zuwege gebracht. „Ihr habe ich viele davon zuerst vorgelegt. Und es gehört dazu, zu sagen, dass man nicht alles allein schafft“, sagte Karl-Heinz Schoenfeld. Die Ausstellung anlässlich seines 89. Geburtstages in diesem Monat sei aus seiner Sicht die bisher gelungenste, würdigte der Karikaturist die Leistung von Museumsleiter und Kurator Andreas Nicolai. Sie präsentiere nicht nur das Aktuellste, sondern zeige auch auf, welche Themen immer wieder oder noch immer aktuell seien. Karikaturen, die vor 15 oder 20 Jahren entstanden, seien in ihren Aussagen auch heute noch zutreffend.

Für den Betrachter sind diese an einer Wand passend zusammengestellt und die Palette reicht von Nordkoreas Atombombendrohungen über die Zähigkeit einer weltweiten Einigung zum Klimaschutz bis zum Syrien-Konflikt.

Beim Blick in die Vitrinen erhalten die Besucher zudem einen Einblick in die Sichtweise des westdeutschen Karikaturisten auf die ostdeutsche Politik. In einer dort präsentierten wissenschaftlichen Arbeit gehört Karl-Heinz Schoenfeld zu den sieben Karikaturisten aus Ost und West, die über ihre Arbeit unter dem Einfluss der großen politischen Umbrüche in Deutschland von 1961 bis heute berichten.