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| 17:30 Uhr

Kirchenkino startet
Ein Filmangebot jenseits des Mainstreams bieten

Nach dem Filmerlebnis informierte Pfarrer Frank Gehrmann (rechts) über die nächsten Kinoabende in der Langengrassauer Pfarrscheune.
Nach dem Filmerlebnis informierte Pfarrer Frank Gehrmann (rechts) über die nächsten Kinoabende in der Langengrassauer Pfarrscheune. FOTO: Birgit Keilbach
Langengrassau. Kirchenkino in Langengrassau besteht im Oktober seit 15 Jahren.

Knapp 30 Filmfreunde fanden sich am Freitagabend in der Pfarrscheune ein, um sich den dokumentarischen Film über den Whistleblower Edward Snowden anzuschauen. Der ehemalige amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und IT-Spezialist löste im Juni 2013 die weltweit größte Überwachungs- und Spionageaffäre aus. Der Film zeichnet in Rückblenden Snowdens Stationen in Genf, Tokio und auf Hawaii nach und zeigt auf, wie sich seine Haltung gegenüber dem, was die Geheimdienste seines Landes „gegen den Terrorismus und für die nationale Sicherheit“ tun, allmählich verändert.

„Es ist etwas anderes, einen Film darüber zu sehen und sich das bewusst zu machen, wovon man sonst nur liest“, sagte Sophie Brödel. Die Berlinerin war erstmals im Kirchenkino. „Ich finde es großartig, dass es so eine Initiative gibt, wo sich Leute treffen und ansprechende Filme schauen können.“ Martina Glode aus Langengrassau ist Stammzuschauerin. „Die Filmbeschreibungen sind sehr gut. So weiß ich, was mich erwartet und kann gut entscheiden.“ Der Langengrassauerin Silvia Lehmann gefällt das vielfältige Spektrum der gezeigten Filme: „Es gibt Filme zum Weinen, Lachen und Diskutieren.“ Anspruchsvolle Filme zu politisch und gesellschaftlich relevanten Themen zu zeigen und damit zur Diskussion und Meinungsbildung anzuregen, ist seit Oktober 2003 Anliegen des Programmkinos in der Pfarrscheune. Das Angeobt jenseits des Mainstreams werde gut angenommen. Im Durchschnitt kämen rund 25 Zuschauer, „mit Schwankungen nach oben und unten, je nach Thema“, schätzt Pfarrer Frank Gehrmann ein.

Am 23. Februar ist in der Pfarrscheune „Die letzten Männer von Aleppo“ zu sehen, ein Dokumentarfilm des syrischen Filmemachers Feras Fayyad. Er erzählt vom Einsatz der Freiwilligenorganisation „Weißhelme“, Männer einer zivilen Hilfs- und Einsatzgruppe, die auch 2016 noch in der zerstörten Stadt bleiben und als Einzige nach Bombenangriffen oder Anschlägen den Opfern zu Hilfe kommen. Beginn ist um 19.30 Uhr.