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Kultur: Luckauer sollen mitreden

Luckau. Die Luckauer Kultursaison 2016 geht in den Endspurt. Am Donnerstag werden sich nach Jahren der Pause erstmals wieder Kulturträger an einen Tisch setzen, um gemeinsam den Veranstaltungskalender für 2017 abzustecken. Doch auch Ideen der Luckauer Bürger sind gefragt. Carmen Berg

Tulpenfest, Türmerfest, Luckauer Landfest, Maxi-Herbstmix der Gewerbetreibenden - Langeweile ist bei diesen und vielen weiteren Angeboten ganz unterschiedlicher Akteure in der Gartenstadt nicht aufgekommen. "Die Vielfalt hat neben Einheimischen auch Gäste von auswärts angezogen", sagt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Insbesondere die erste Luckauer Kahnnacht wertet er als Erfolg.

Was war gut, was noch nicht so gelungen? Darüber machen sich bei der Vorbereitung des nächsten Kulturkalenders jetzt nicht nur die Fachleute Gedanken. "Wir wollen auch wissen, was Luckauern und Gästen gefallen hat, was wir aber auch besser machen können", so Gerald Lehmann. Jeder sei eingeladen, sich mit Hinweisen einzubringen. Auf kurzem Wege geht das online. Dafür hat die Stadt die Mailadresse kultur@luckau.de geschaltet. "Ich wünsche mir, dass viele Bürger den elektronischen Briefkasten füllen", sagt der Bürgermeister.

Ein Kritikpunkt ist bereits erkannt und soll 2017 ausgeräumt werden. Die beiden großen Highlights Kahnnacht und Kellernacht werden nicht mehr unmittelbar aufeinander folgen. Die Agentur Querdenker als Kellernacht-Organisator hatte Rückgänge der Besucherzahlen beklagt. "Gäste von außerhalb kommen nicht an zwei Wochenenden nacheinander nach Luckau", sah Agenturchefin Ricarda Herold dafür eine Ursache. Die nächste Kahnnacht, so Gerald Lehmann, werde voraussichtlich auf den Juli vorgezogen.

Miteinander abstimmen

Die Häufung von Events an bestimmten Wochenenden ist ein Problem, das sich bislang quer durch das Kulturjahr zieht. Deshalb hatte der Ausschuss für Tourismus, Kultur und Stadtmarketing die Wiederbelebung der Luckauer Kulturkonferenz angeregt. Für Donnerstag sind potenzielle Veranstalter um 18 Uhr in den Rathaussaal eingeladen, um sich inhaltlich und terminlich miteinander abzustimmen.

Nachdenken ohne Tabus

"Es geht nicht darum, durch immer Neues den Kalender zusätzlich zu verdichten, vielmehr gilt es, Bewährtes in guter Qualität zu erhalten", erklärt Gerald Lehmann. Auch Überlegungen, etwas aufzugeben, das nicht mehr läuft, dürften kein Tabu sein, so der Bürgermeister, wenngleich er dafür keine konkrete Veranstaltung nennt. Jedoch müssten alle Veranstaltungen finanziell auf den Prüfstand. Türmerfest oder Kahnnacht sind für die Besucher eintrittsfrei. Startgelder aus attraktiven Sportevents, die Teilnehmer locken, könnten andere Kulturangebote unterstützen, so die Idee des Bürgermeisters.

Die Landesgartenschaugesellschaft organisiert im Auftrag der Stadt die meisten großen Events in Luckau und den Ortsteilen und ist zudem zuständig für den Erhalt der Parkanlagen. Seit Sommer hat die GmbH einen hauptamtlichen Geschäftsführer, der in Teilzeit tätig ist. Vorher war die Funktion ehrenamtlich. Die Änderung solle sich bezahlt machen in neuen Konzepten, um beispielsweise den Laga-Park wirkungsvoller touristisch zu vermarkten. Toll sei der Open-Air-Kinosommer der Mittelbrandenburgischen Sparkasse im Park gewesen. "Ein Pflänzchen, das wir pflegen und durch viele schöne Gewächse bereichern müssen", blickt Gerald Lehmann voraus.

Zum Thema:
Nicht nur Vorschläge machen, sondern sich selbst präsentieren, können Luckauer bei der zweiten Talentenacht am Sonnabend, 12. November, auf dem Schlossberg. Ob sportlich, musikalisch, humorvoll oder kreativ, den Beiträgen wie dem Alter der Teilnehmer sind keine Grenzen gesetzt, so Projektkoordinator Tino Wolff von der Laga-GmbH. Jury ist das Publikum. Wer mitmachen möchte, sollte sich unter Telefon 03544 594182 anmelden.