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| 17:04 Uhr

40-jähriges Bestehen
Die Leidenschaft verbindet

Mit Herzblut engagieren sich unter anderem Anita Möller, Irmtraut Nieter und Maria Siegemund (v.l.n.r.) für den Verein Künstlerisches Gestalten.
Mit Herzblut engagieren sich unter anderem Anita Möller, Irmtraut Nieter und Maria Siegemund (v.l.n.r.) für den Verein Künstlerisches Gestalten. FOTO: Anja Brautschek / LR
Luckau. Der Verein Künstlerisches Gestalten Luckau besteht seit 40 Jahren. Arbeiten aus Stoff, Papier und Naturmaterialien sind in der Region bekannt. Von Anja Brautschek

Stoff, Leder, Holz oder Papier – es gibt kein Material, das die Frauen des Vereins Künstlerisches Gestalten nicht schon verarbeitet haben. Was sie daraus zaubern, wird von vielen geschätzt und ist auch weit über die Luckauer Grenzen hinweg bekannt.

Seit genau 40 Jahren trifft sich der Verein alle zwei Wochen, um die unterschiedlichsten Handarbeiten auszuführen. Von Anfang an dabei ist Maria Siegemund. Mit der Gründung des Zirkels Künstlerisches Gestalten am 10. Januar 1978 hat sie die Zirkelleitung übernommen und ist bis heute Vorsitzende des Vereins. „Für den Raum Luckau wurde eine Zirkelleitung gesucht. Ich habe mich dafür bereit erklärt“, erzählt Maria Siegemund. Zwei Jahre lang hat sie für diese Stellung eine Schule besucht und eine Abschlussprüfung absolviert.

Vor allem der textilen Gestaltung haben sich die Frauen intensiv gewidmet. Ob Filzen, Sticken, Spitzencollage, Seidenmalerei oder Webarbeiten – es gibt kaum eine Technik, die die Frauen nicht beherrschen. Dabei war in früheren Jahren viel Kreativität gefragt. Eine große Auswahl an Stoffen und Material gab es nicht. „Zu DDR-Zeiten wurde jeder noch so kleine Fetzen aufgehoben. Aus nichts haben wir etwas Neues geschaffen“, erinnert sich Maria Siegemund. So wurden unter anderem aus alten Keilrahmen von Nähmaschinen Bilderrahmen für Leder-Bilder gefertigt.

Mit ihren Werken haben die Frauen zahlreiche Einrichtungen in Luckau verschönert. Noch heute ziert ein handgearbeitetes Wappen die obere Etage des Luckauer Rathauses. Auch für die Geburtsstation des Krankenhauses, die ehemalige Förderschule oder das Eheschließungszimmer haben die Frauen große Wandbilder gefertigt. Für dieses Engagement wurden sie vom Kulturministerium unter anderem als hervorragendes und ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv gewürdigt.

Heute widmen sich die Frauen vor allem kleineren, dafür detailreichen Arbeiten. „Es macht einfach Spaß, unterschiedliche Techniken auzuprobieren“, sagt Anita Möller. Seit über 30 Jahren ist sie Mitglied im Verein. Trotz eines Umzugs nach Hartmannsdorf (Stadt Lübben) verpasst sie kaum einen Termin. Insgesamt zählt der Verein derzeit zehn Mitglieder. Neben vielen langjährigen Mitgliedern haben vor Kurzem auch drei neue Teilnehmer zum Verein gefunden. „Über die Jahre ist eine feste Freundschaft zwischen uns gewachsen“, erzählt Anita Möller. Gemeinsam werden Geburtstage gefeiert oder Unternehmungen geplant.

Immer werden dabei die Augen und Ohren offen gehalten für neue Handarbeitsideen. „Durch das Hob­by gehen wir ganz anders durch die Welt. Inspirationen holen wir uns von Märkten, Bekannten, Urlauben oder aus dem Internet – eigentlich von überall her“, sagt Irmtraut Nieter. Mit ihren Handarbeiten sind sie in der ganzen Region unterwegs. Traditionell sind die Luckauer auf dem Höllberghof, dem Luckauer Weihnachtsmarkt und anderen Veranstaltungen in der Berstestadt zu finden. Bis nach Lübbenau zur Ostereiermesse, dem Ostermarkt in Lübben oder dem Glashütter Weihnachtsmarkt fahren sie jedes Jahr. Dort stellen sie ihre kleinen Kunstwerke vor und machen Handarbeit für die Besucher erlebbar. „Für viele Besucher ist es sehr spannend, wenn sie beispielsweise sehen, wie ich filze. Und wir können unser Wissen an andere Interessierte weitergeben“, sagt Irmtraut Nieter.

In diesem Jahr wollen sich die Frauen traditionellen Techniken widmen. Im Jubiläumsjahr stehen Leder-Schiebearbeiten auf dem Programm – eine der ersten Techniken, die sich der Zirkel angeeignet hat.