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Künftig mehr Teilzeit in Amtsverwaltung

Waldow. Die Stellen der Mitarbeiter der Verwaltung des Amtes Unterspreewald sind bewertet worden. Das Amt hat genau die Stellen, die es braucht, so das Fazit. Andreas Staindl/asd1

Thomas Riedel von der Firmengruppe Schneider & Zajontz Consult GmbH aus Heilbronn (Baden-Württemberg) hat das Ergebnis der Stellenbewertung dem Amtsausschuss vorgestellt. Ein Jahr lang hatten die Firma aus Baden-Württemberg und die Verwaltung daran gearbeitet. Jede einzelne der insgesamt 34,93 Stellen wurde extern bewertet, bemessen und beschrieben.

Es gab Vier-Augen-Gespräche mit jedem Mitarbeiter, wie Thomas Riedel sagt. Was sind die täglichen Aufgaben? Wo gibt es Probleme, eventuell Reserven? Herausgekommen ist, dass das Amt Unterspreewald einen Bedarf von 34,76 Stellen hat. Den Überhang von 0,17 bezeichnet Thomas Riedel als "gar nichts. Das Amt beschäftigt genau die Mitarbeiter, die es zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt."

Mit Blick auf einzelne Bereiche gebe es allerdings größere Unterschiede. So habe die Kämmerei zu wenig Mitarbeiter, das Bauamt zu viele. Eine interne Verschiebung wird empfohlen.

Festgestellt worden sei auch, dass mehrere Stellen zu niedrig, einige wenige dagegen zu hoch bewertet sind. Betroffen seien mittlere Gehaltsgruppen. Neueinstufungen sind für das Amt also "zu verkraften", sagt Thomas Riedel.

Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) ist zufrieden: "Es hätte auch mit betriebsbedingten Kündigungen enden können. Jetzt können wir unsere Aufgaben neu verteilen, Mitarbeiter entlasten." Künftig solle mehr auf Teilzeit- als auf Vollzeitbeschäftigung gesetzt werden.

Der Amtsausschussvorsitzende Roland Gefreiter (parteilos) zeigt sich "beeindruckt" vom Ergebnis, und davon, dass es "nur um Kommastellen geht. Das zeigt, dass unser Amt gut geleitet wird."

Lothar Lorenz (Gemeinde Unterspreewald) vermisst im Ergebnis, dass Personal gespart wurde: "Das war aber einer der Hauptgründe unserer Fusion mit dem Amt Golßener Land vor vier Jahren." Wie Jens-Hermann Kleine sagt, wurde sehr wohl Personal gespart, jedoch schon vor Beginn der Bewertung. So ist mit der Fusion etwa die Stelle eines Hauptverwaltungsbeamten weggefallen.

Ziel der Fusion war laut Amtsdirektor ohnehin, das Amt zu erhalten. Hartmut Laubisch (Golßen) bestätigt den positiven Effekt der Fusion: "Wir haben vor allem in den hohen und höheren Einkommensgruppen Einsparungen erzielt." 90 000 Euro werden jährlich eingespart, so der Amtsdirektor.

Die aktuelle Stellenbewertung ist eine Bestandsaufnahme und nicht "in Stein gemeißelt", wie Thomas Riedel sagt: "Ein Rückgang der Einwohnerzahl würde zu einer neuen Bewertung der einzelnen Stellen führen."