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| 01:08 Uhr

Kümmritzer Gutshaus in der Warteschleife

Kümmritz.. Keine positive Nachricht zum Kümmritzer Gutshaus hat Ortsbürgermeister Heiko Terno am Donners tagabend bei der Sitzung des Ortsbeirates verkünden können. Carmen Berg

„Ich hatte gehofft, die Sanierung geht endlich los, aber es steht noch immer in den Sternen, ob Geld kommt“ , macht der Ortschef seiner Enttäuschung Luft. Dabei hätten noch im Sommer die Prognosen so optimistisch geklungen, sagt er.
Das denkmalgeschützte Kümmritzer Gutshaus - neben der Kirche markantestes Gebäude im 120-Seelen-Dorf - soll mit Geldern aus dem Fördertopf der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) saniert werden. Laut Terno belaufen sich die Kostenschätzungen für Dach, Fassade und die Neugestaltung des Erdgeschosses auf 500 000 Euro. Die Stadt Luckau, deren Ortsteil Kümmritz ist, habe dem Vorhaben in ihrer Zuarbeit für das ILE-Konzept des Landkreises Dahme-Spreewald oberste Priorität eingeräumt, erklärt der Ortsbürgermeister.

Vorbereitungen getroffen
Luckaus Bauamtsleiter Fritz Frenzel bestätigt dies. „Sobald es für die Förderung grünes Licht gibt, kann losgelegt werden mit der Ausführungsplanung und der Ausschreibung. Aber wir hängen in der Luft, und das Jahr 2005 ist fast vorbei“ , sagt er.
Wie berichtet, war der Spreewaldverein vom Landkreis mit der Ausarbeitung des ILE-Entwicklungskonzeptes für die Gemeinden beauftragt worden und hatte das Dokument Anfang Juli an Landrat Martin Wille übergeben. „Seither warten wir“ , kritisiert Heiko Terno.
Die Kümmritzer, erklärt der Ortsbürgermeister, setzen auf das Projekt große Hoffnungen. Ein Mehrzweckraum für Zusammenkünfte soll im Erdgeschoss entstehen, die Möglichkeit für Tanzveranstaltungen in gepflegtem Rahmen soll geschaffen werden und zudem der Jugendklub eine neue Bleibe bekommen, so der Ortsbürgermeister über die Vorstellungen zur künftigen Nutzung. Zwar sei im Herrenhaus bereits eine Bauernstube als Treffpunkt untergebracht. „Aber im Winter braucht man zwei Tage, um den Ofen vorzuheizen“ , beschreibt er den Zustand.

Mit neuem Haus mehr drin
„Uns Bürgern liegt die gute Dorfgemeinschaft am Herzen“ , sagt Katja Bandick. Die junge Frau hatte im Frühjahr den Vorsitz über das neu gegründete Kümmritzer Festkomitee übernommen. „Etwa 15 bis 20 Leute, quer durch alle Generationen, arbeiten darin mit, um das Dorffest und weitere Angebote zu organisieren“ , berichtet sie. Mit einem sanierten Gutshaus, davon ist Katja Bandick überzeugt, böten sich neue Möglichkeiten für Einheimische und Gäste. Erstmals soll im Dezember gemeinsam mit den Nachbarn aus Pitschen-Pickel auf dem Platz vor dem Kümmritzer Schloss ein traditioneller Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt werden, erzählt sie und bedauert: „Schade, dass wir das dann nicht vor einer schönen Kulisse machen können.“
Ortsbürgermeister Terno führt ins Feld, dass der Dahme-Randwanderweg auch an Kümmritz vorbei führen soll. „Wir werden uns deshalb weitere Gedanken machen, was wir Gästen bieten können, auch in Verbindung mit dem Herrenhaus“ , blickt er voraus.
Allerdings lässt er die Sorge laut werden, es könnte mit den ILE-Mitteln gehen wie vor zwei Jahren mit der erhofften Förderhilfe aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz. „Auch damals hatte unser Gutshaus hohe Priorität, aber Euro haben wir trotzdem nicht gesehen. Das Geld war alle“ , erinnert er sich und bekräftigt: „Diesmal lassen wir nicht locker.“